Wie Du richtig bemerkt hast: Aus 1 kann leicht 3 werden, und dann ist die Münze zwar nicht zerstört wie beim "Schnitzen", aber dann wird - das wissen wir beide - dem Betrug Tür und Tor geöffnet.
Ich habe nie gesagt, dass "Schmierenpatina" an und für sich schlimmer ist als Schnitzen, sondern nur, dass der finanzielle Schaden, der durch "Schmierenpatina" angerichtet wird, deutlich schlimmer ist, als der, der durch "Schnitzen" verursacht wird. Dies belegt dieser verfüllte 650,000 CHF + Aufgeld teure Galba Sesterz in - leider - erschreckend eindrucksvoller Weise. Ich kenne kein Werk von Lockenschneider & Co., welches nur für annähernd diese Summe über den Tisch gegangen ist. Es wird den Geschädigten kaum vertrösten, dass er jetzt einen nicht "geschnitzten" Galba Sesterzen besitzt, und er ja nur mit einer Füllung übers Ohr gehauen wurde. Ich denke mal, er wird - vollkommen zu Recht - es nicht akzeptieren, eine Bronze mit Füllung für diesen Betrag angedreht bekommen zu haben.
Im übrigen sind "Schnitzen" uns "Schmierenpatina" ganz eng mit einander verflochten. Zum "Schnitzen" gehört auch die "Schmierenpatina", umgekehrt nicht unbedingt. Deswegen habe ich - ausdrücklich - nicht alle "Schmierenpatina" Bronzen pauschal verurteilt. Ich weiß aus freudiger Erfahrung, dass in den meisten Fällen - es ist kein Witz - die Bronzen nach den "Bädern" schöner werden, denn es gibt einfach viele notorische "Wachsliebhaber" oder Erhaltungsfetischisten - ich wild en Begriff Schmierfink nicht verwenden - unter uns Sammlern.

Deine Kritik, dass ich pauschal alle Auktionshäuser angegriffen habe, nehme ich an. Ich habe darauf meinen Kommentar etwas aufgelockert.