Barbarossa-Schatz?

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areich
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Barbarossa-Schatz?

Beitrag von areich » Sa 11.08.07 17:31

Hallo!
Ich suche Informationen zum o.g. Barbarossa-Schatz.
War das ein Hortfund?

Andreas

mfr
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Beitrag von mfr » Sa 11.08.07 17:42

Hallo Andreas,
die Frage tauchte hier vor kurzem schon mal auf.
Siehe: http://www.numismatikforum.de/ftopic20293.html

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areich
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Beitrag von areich » So 12.08.07 19:36

Danke.
Das ist ja nicht schlecht!
Aus dem Barbarossa-Schatz heißt laut Lanz scheinbar:
"Münzen dieses Typs fanden sich auch im Barbarossa-Fund".

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welfenprinz
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Beitrag von welfenprinz » Mo 13.08.07 10:20

Hallo,
gibt es gesicherte Kenntnisse, das es diesen Fund jemals gegeben hat ?

Gruss Klaus
Braunschweig-Lüneburg und Stadt Hannover Münzenfreund .
Sammler u. Numismatiker

http://www.welfenprinz-home.de

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Schwarzschaf
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Barbarossaschatz

Beitrag von Schwarzschaf » Mi 15.08.07 14:19

areich hat geschrieben:Danke.
Das ist ja nicht schlecht!
Aus dem Barbarossa-Schatz heißt laut Lanz scheinbar:
"Münzen dieses Typs fanden sich auch im Barbarossa-Fund".
Der Kreuzzug Friedrich Barbarossas (1189-91) wird oft als Höhepunkt seines
Kaisertums gesehen. Im Gegensatz zu Fragen der Politik und Ideologie werden aber
finanzielle und logistische Aspekte des Kreuzzugs relativ vernachläßigt. Die
Kreuzzugsforschung untersuchte Fragen der Finanz hauptsächlich im Sinne der
Aufbringung von Geldern vor dem Aufbruch durch Verkauf, Steuern usw. Die Frage
des Transfers – wie Gelder im Laufe eines Kreuzzugs verwendet und ausgegeben
wurden – wurde bisher kaum untersucht. Im Rahmen der 4. Landauer Staufertagung
wird der Vortrag die Frage des Geldtransfers als finanzieller bzw. logistischer Aspekt
des Kreuzzugs behandeln.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht der sogenannte Barbarossaschatz. Zwischen
1982 und 1986 wurde die Entdeckung von mehreren Münzschätzen bekannt, die alle
aus einem einzigen Fund in der Türkei stammten. Dieser Fund bestand aus mehr als
7700 ganzen Münzen bzw. Bruchstücken, die alle vor 1190 zu datieren sind, sowie
Silberbarren und Schmuckstücken von vermutlich seldschukischer Herkunft.
Aufgrund der Datierung, des Fundorts und v.a. der ungeheuer großen Zahl von
Münzen ist der Barbarossaschatz einer der wichtigsten Funde von
Kreuzzugsmünzen. :D
Weil ich nicht alles weiß, bin ich neugierig

SCOLONIA
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Beitrag von SCOLONIA » Mi 05.09.07 20:30

Der Fund ist publiziert:

Gerd Stumpf, Der Kreuzzug Kaiser Barbarossas, Münzschätze seiner Zeit, Staatliche Münzsammlung München, 1991, Selbstverlag der Staatlichen Münzsammlung München, ISBN 3 922840 01 9 (Begleitheft zur Austellung 24.7. bis 13.10.1991)
SCOLONIA

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Locnar
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Beitrag von Locnar » Do 06.09.07 08:31

"Münzen dieses Typs fanden sich auch im Barbarossa-Fund"
Ein schönes Verkaufsargument im dem der Mythos "Barbarossaschatz"genutzt wird.
Gruß
Locnar

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Locnar
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Beitrag von Locnar » Do 06.09.07 08:38

ich habe da was gefunden.
9
Alan V. Murray
Finanz und Logistik des Barbarossa-Kreuzzugs
Der Kreuzzug Friedrich Barbarossas (1189-91) wird oft als Höhepunkt seines
Kaisertums gesehen. Im Gegensatz zu Fragen der Politik und Ideologie werden aber
finanzielle und logistische Aspekte des Kreuzzugs relativ vernachläßigt. Die
Kreuzzugsforschung untersuchte Fragen der Finanz hauptsächlich im Sinne der
Aufbringung von Geldern vor dem Aufbruch durch Verkauf, Steuern usw. Die Frage
des Transfers – wie Gelder im Laufe eines Kreuzzugs verwendet und ausgegeben
wurden – wurde bisher kaum untersucht. Im Rahmen der 4. Landauer Staufertagung
wird der Vortrag die Frage des Geldtransfers als finanzieller bzw. logistischer Aspekt
des Kreuzzugs behandeln.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht der sogenannte Barbarossaschatz. Zwischen
1982 und 1986 wurde die Entdeckung von mehreren Münzschätzen bekannt, die alle
aus einem einzigen Fund in der Türkei stammten. Dieser Fund bestand aus mehr als
7700 ganzen Münzen bzw. Bruchstücken, die alle vor 1190 zu datieren sind, sowie
Silberbarren und Schmuckstücken von vermutlich seldschukischer Herkunft.
Aufgrund der Datierung, des Fundorts und v.a. der ungeheuer großen Zahl von
Münzen ist der Barbarossaschatz einer der wichtigsten Funde von
Kreuzzugsmünzen. Sein Inhalt ist noch nicht vollständig ausgewertet, die meisten
bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen waren jedoch numismatische
Analysen. Die einzigen veröffentlichten Untersuchungen von Historikern befaßten
sich mit der Frage, ob der Fund die Überreste des Kreuzzugsschatzes von Kaiser
Friedrich darstellt, eine Frage, die Rudolf Hiestand überzeugend negativ
beantwortete.
Der geplante Vortrag schließt die Lücke zwischen numismatischen und historischen
Untersuchungen, indem er den Münzfund mit den Informationen über die
Finanzierung des Kreuzzugs aus dokumentarischen Quellen in Beziehung setzt und
der Frage nachgeht, welche Verwendung Geld – in sämtlichen Formen – auf der
zweijährigen Reise von Westeuropa in den Nahen Osten fand.
Literatur:
HIESTAND, RUDOLF: Die Kriegskasse des Kaisers? Gedanken zum “Barbarossa-Fund”
aus historischer Sicht, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
78, 1991, S. 190-197
HUCKER, BERND ULRICH: Die wirtschaftlichen Grundlagen der Kaiserpolitik im hohen
Mittelalter. Quellenprobleme und Forschungsstand, in: Wirtschafts- und
Sozialgeschichte: Gegenstand und Methode, Hrsg. Eckart Schremmer;
Stuttgart 1998, S. 36-56
KLEIN, ULRICH: Die nichtdeutschen Münzen des “Barbarossa-Funds”, in:
Schweizerische Numismatische Rundschau 66, 1987, S. 193-199
STUMPF, GERHARD: Der Kreuzzug Kaiser Barbarossas. Münzschätze seiner Zeit;
München 1991
Quelle: uni-koblenz-landau
Gruß
Locnar

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