Thüringen - Erfurt - Reihe: Erfurter Geld- und Medaillengeschichte

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rista
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Thüringen - Erfurt - Reihe: Erfurter Geld- und Medaillengeschichte

Beitrag von rista » Do 29.09.22 09:35

Hier möchte ich eine kleine Reihe zur Erfurter Geld- und Medaillengeschichte vorstellen, in den Folgebeiträgen schreibe ich etwas zu jedem Band.

Initiator und Hauptautor ist der Erfurter Publizist und Sammler Hans-Peter Brachmanski.

Aus dem Vorwort des ersten Bandes:
"Fast ebenso alt wie die Stadtgeschichte Erfurts ist die damit eng verbundene Numismatik. Und fast ebenso alt wie die Erfurter Numismatik sind die Bemühungen, selbige zu erfassen, zu katalogisieren bzw. inventarisieren. Anliegen des Autors ist es das verstreut vorhandene Wissen zu sammeln, zu systematisieren und in Einzelbänden als Fortsetzungsreihe für die Zukunft zu publizieren."
Folgende Bände stehen derzeit fest:
Band I: Auswahl von 1650 bis 2020
Band II: Erfurt und Spremberg - Gemeinsame Medaillen von Hans-Peter Brachmanski / Helmut König 1998–2017
Band III: Alfred Hanf – 100 Jahre künstlerisches Notgeld für Erfurt, Gebesee, Sömmerda und Weißensee
Band IV: Armut und Bettelwesen in Erfurt - Ursachen und Hintergründe im Spiegel der Numismatik 1350 bis 2020
Band V: Erfurter Guss-Medaillen aus Metall 1570-2021

neu im Mai 2023 erschienen:
Band VI: Gesetze, Erlasse und Anekdoten zum Notgeld von Erfurt 1917-1923

Einzelne Bände der Reihe sind im Versandhandel bestellbar: Bei Interesse für die gesamte Reihe bzw. nicht online erhältlichen Büchern möchte ich empfehlen, sich an das Münzfachgeschäft auf der Erfurter Krämerbrücke zu wenden.: Krämerbrücke 8, 99084 Erfurt, Tel.: 0361/6422873, info@muenzfachgeschaeft.de
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Erfurter Geld- und Medaillengeschichte - Band I

Beitrag von rista » Do 29.09.22 10:12

Erfurter Geld- und Medaillengeschichte - Band I: Auswahl von 1650 bis 2020

zusammengestellt von Hans-Peter Brachmanski
Hardcover, Format A4, 82 Seiten, durchgängig s/w bebildert

erschienen 2020 im Blick-Verlag Erfurt, ISBN 978-3-9818445-4-2, Preis 19,90 €

Der erste Band, soll, wie es der Titel schon erkennen lässt, einen Einblick in die Erfurter Numismatik gewähren. Die erste bekannte Medaille mit Bezug zu Erfurt kann nach derzeitigem Stand auf das Jahr 1570 datiert werden und bislang sind etwa 2000 verschiedene Gedenkprägungen überliefert, deren systematische Erfassung bislang immer nur Stückwerk geblieben ist.

Die Auswahl in diesem Band beginnt mit einer Medaille auf den Westfälischen Frieden (1650), setzt mit einem Stück aus dem 18. Jahrhundert (Ratskirchgang 1725) fort, es folgen einige Stücke aus dem 19. Jahrhundert bzw. mit Bezug zu diesem (450 Jahre Buchdruck 1890, "Kanonetaler" zum Fürstenkongressjubiläum 1808-2008, Ende der französichen Besatzung 1814, Hungersnot 1816/17). Diesem Abschnitt schließen sich die Stücke aus dem 20. und 21. Jahrhundert an, wobei der Schwerpunkt auf den Prägungen nach der politischen Wende 1989 liegt - eine strikte chronologische Folge wird nicht eingehalten, die Auswahl erfolgt vermutlich eher nach thematischen Zusammenhängen oder persönlichen Vorlieben des Autors. So finden sich im hinteren Teil Abschnitte zr Erfurter Münzfunden oder zur Seuchengeschichte aus dem Zeitraum 1597-1683.

Neben den s/w Abbildungen und den üblichen numismatischen Kenndaten (da, wo bekannt, sind auch Auflagezahlen vermerkt) dürften vor allem die zusammengetragenen Hintergrundinformationen in Textform für die vorgestellten Exemplare die Anschaffung rechtfertigen.
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Erfurter Geld- und Medaillengeschichte - Band II

Beitrag von rista » Do 29.09.22 10:42

Erfurter Geld- und Medaillengeschichte - Band II: Erfurt und Spremberg - Gemeinsame Medaillen von Hans-Peter Brachmanski / Helmut König 1998–2017

zusammengestellt von Konrad Dienel
Hardcover, Format A4, 108 Seiten, durchgängig s/w bebildert

erschienen 2021 im Eigenverlag, ohne ISBN, Preis 12,80 €

In diesem Band wird ein kleiner separater Teil aus dem Schaffen des weithin bekannten Thüringer Medailleurs zugänglich gemacht, der aus dem ab 1997 entstandenen gegenseitigen Austausch zwischen dem Ideengeber Hans-Peter Brachmanski und dem Thüringer Altmeister resultierte. Für die Erfassung konnte der mit den Arbeiten Königs bestens vertraute Experte Konrad Dienel gewonnen werden.

Auf jeder Seite wird eine Prägung beidseitig mit den numismatischen Kenndaten (inklusive der Materialvarianten und deren Auflagen) kurz beschrieben und großzügig bebildert, so dass hier ein Nachschlagewerk für die über 100 oft in nur sehr geringer Zahl gefertigten Denkprägungen vorliegt. Der Sache gemäß häufig mit privatem Hintergund ausgestattet, finden sich auf vielen Medaillen Motive von allgemeinem Interesse, so z.B. Bildnisse von Martin Luther, Leonardo da Vinci oder Johannes Gutenberg. An topographischen Bezügen wären beispielhaft die Kreuzkirche Spremberg, das Erfurter Domensemble, der Kaisersaal Erfurt oder die Bismarcktürme in Erfurt und Spremberg zu nennen.

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Erfurter Geld- und Medaillengeschichte - Band III

Beitrag von rista » Do 29.09.22 10:59

Band III: Alfred Hanf – 100 Jahre künstlerisches Notgeld für Erfurt, Gebesee, Sömmerda und Weißensee

zusammengestellt von Hans-Peter Brachmanski und Ringo Staudt
Hardcover, Format A4, 100 Seiten, durchgängig farbig bebildert

erschienen 2021 im Eigenverlag, ohne ISBN, Preis 19,90 €

Der dritte Band schlägt eine vollkommen andere Richtung ein und dürfte in erster Linie vor allem Sammler von Serienscheinen ansprechen, es werden jedoch auch die Ausgaben der Hochinflation erwähnt und bei den Recherchen konnten die Autoren sogar eine in der Fachwelt bislang unbekannte Wertstufe nachweisen.

Nach einer kurzen Einführung über den Künstler Alfred Hanf (es existiert bereits eine umfangreiche Veröffentlichung über dessen Leben) werden die einzelnen Ausgaben in sechs Kapiteln vorgestellt. Je nach Archivlage und Forschungsstand mit unterschiedlichem Umfang, wobei für die Serienscheinausgabe aus Weißensee die bis dato ergiebigste Quelle im Stadtarchiv erschlossen werden konnte. Am Beispiel dieser Ausgabe konnte so der Werdegang dieser Serie recht gut dokumentiert werden und sie kann exemplarisch für viele Ausgaben des Jahres 1921 herangezogen werden, was die Lektüre sicher auch für alle Serienscheinsammler mit Interesse an den historischen Hintergründen empfehlenswert erscheinen lässt.

Der eigentliche Schatz dieses Buches besteht meiner Ansicht aber in den (bis auf eine Ausnahme) noch nie zuvor gezeigten Entwürfen, Proben und Andrucken. Daneben werden Besonderheiten aufgeführt, die bei den regulären Ausgaben gefunden wurden und die den meisten Sammlern unbekannte Mappe mit den Holzschnitten zum Erfurter Luthergeld wird vollständig mit allen Blättern präsentiert. Als eine weitere Besonderheit findet sich die Abbildung eines für die Herstellung der Mappe verwendeten originalen Druckstockes.

Ein kurzes Kapitel zur Mitteldeutschen Notgeldausstellung vom Mai 1922 in Erfurt, die Wiedergabe des Reichgesetzes vom 17. Juli 1922 (Notgeldverbot) und ein umfangreiches Quellverzeichnis (mit Schwerpunkt von Veröffentlichungen über Alfred Hanf) runden den Exkurs in die Notgeldhistorie ab.

Eine Rezension findet sich im Blog Geldscheine-online (Link)
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Erfurter Geld- und Medaillengeschichte - Band IV

Beitrag von rista » Do 29.09.22 11:39

Band IV: Armut und Bettelwesen in Erfurt - Ursachen und Hintergründe im Spiegel der Numismatik 1350 bis 2020

zusammengestellt von Hans-Peter Brachmanski
Hardcover, Format A4, 84 Seiten, durchgängig farbig bebildert

erschienen 2021 im Eigenverlag, ohne ISBN, Preis 12,80 €

Aus dem Vorwort:
"Erfurter Marken, Zeichen, Notgeld bis hin zu modernen Unterstützungsscheinen sind zu einer städtischen Begleiterscheinung über Jahrhunderte hinweg geworden. Dabei ist eine gewisse Ambivalenz unübersehbar. Zum einen gilt Hilfe und Fürsorge den wirklich Bedürftigen im vollen Umfang. Zum anderen ist den historischen Quellen zu entnehmen, dass es bereits seit dem Mittelalter bestimmte Bevölkerungskreise gab, die sich gut mit der Ausnutzung vorhandener sozialer Gegebenheiten und Möglichkeiten zurechtfanden. Von unechten Armen ist dabei die Rede. Es ist dies ein Faktum, das seit Jahrhunderten zu beobachten ist. Mal verschwindet dieses leidige Phänomen, meist in Diktaturen, danach taucht es häufig wieder in vollem Umfang auf. Es gänzlich zu überwinden scheint wohl unmöglich? "
Die in mehrere Abschnitte gegliederte Veröffentlichung listet zunächst die vorliegenden Erfurter Bettelvorschriften und Erlasse, um dann ab S. 8 in einen geschichtlichen Exkurs zu den Erfurter Bettelzeichen einzusteigen. Hierbei muss erwähnt werden, dass die numismatischen Belege für die Stadt Erfurt ob ihrer Größe und Bedeutung nur gering vorhanden sind (zu nennen wären z.B. Belege für die Hungersnot 1816/17, Marken des Vereins gegen Hausbettelei, des Eisenbahn-Vereins oder der Volksküche) - umso wichtiger sind die hier zusammengetragenen Quellen, die reichlich in den Text eingeflossen sind und die uns heute einen Einblick in die Vergangenheit geben. Beispielhaft seien hier einige Einträge aus einer Schülerkarteisammlung der Jahre 1917/18 genannt. An die geschilderten Verhältnisse im Kaisereich und der Weimarer Republik schließt sich ein Abschnitt zum Dritten Reich an, in dem v.a. die Armutsbekämpfung unter den Nationalsozialisten herausgestellt wird. Kaum bekannt dürften die folgend dargestellten Belege aus der DDR und der Nachwendezeit sein, einige davon wurden erstmals 2020 im Katalog für das Erfurter Papiergeld (Rezensionen siehe Link und Link) vorgestellt. Aus meiner Sicht sind diese beiden kleinen Abschnitte für die Zeit nach 1945 bis etwa 1995 viel zu kurz gehalten, hier besteht noch einiger Forschungsbedarf zum Erschließen weiterer Quellen. Besonders die Zeit nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches bis zur langsamen Stabilisierung in den frühen DDR-Jahren bedarf einer Aufarbeitung.

Dass das Bettelwesen mit dem Einzug der blühenden Landschaften nicht untergegangen ist, beweisen die Ausführungen ab S. 46, in der neben Meinungen von Bürgern, die in den Medien (teils als Kommentare) veröffentlicht wurden und die Situation ab etwa 2010 widerspiegeln, auch das Meinungsbild des Autors (der als Zeitezeuge die Erfurter Geschehnisse miterlebt) entsprechend einfließt. Verständlicherweise werden die Ansichten zu diesem aktuell bleibenden Thema weit auseinander gehen.

Ein reichhaltiges Literatur- und Quellenverzeichnis (vier Seiten) schließt den Textteil. Von besonderem Interesse für die historische Forschung dürften die im Anhang im Original abgebildeten handschriftlichen oder gedruckten Erlasse und Bettelordnungen auf den Seiten 65-83 sein.

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Erfurter Geld- und Medaillengeschichte - Band V

Beitrag von rista » Fr 09.06.23 09:57

Band V: Erfurter Guss-Medaillen aus Metall 1570-2021

zusammengestellt von Hans-Peter Brachmanski und Heinz Röder
Hardcover, Format A4, 164 Seiten, durchgängig meist s/w bebildert mit neun Farbseiten

erschienen 2022 im Eigenverlag, ohne ISBN, Preis 19,90 €

In diesem Band werden die im Gussverfahren hergestellten Medaillen mit Bezug auf die Thüringer Landeshauptstadt vorgestellt. Als Mitautor wirkte der Nestor der Erfurter Numismatik Heinz Röder mit, dem dieser Band gewidmet ist.

Ein Einführungskapitel beschäftigt sich nicht mit dem Herstellungsverfahren, sondern klärt über die zeitlichen Hintergründe der lokalen numismatischen Forschung auf, welche letztlich zu dieser Reihe geführt haben und im weiteren Verlauf werden die verfügbaren Quellen zu den Gussmedaillen dargelegt.

Bevor der beschreibende Teil beginnt, werden alle derzeit bekannten 79 Exemplare chronologisch gelistet, wobei der größte Anteil in die Zeit des Deutsches Reiches fällt. Das älteste Exemplar datiert auf das Jahr 1539, leider fehlt hierfür ein Bildbeleg, weil der Verbleib bereits vor etwa 100 Jahren nicht zu ermitteln war.

Auf den Folgeseiten werden alle weiteren Medaillen beidseitig mit den numismatischen Kenndaten (inklusive der Materialvarianten und deren Auflagen, falls bekannt) beschrieben und bebildert, teilweise auch in Großaufnahme, außerdem werden für jedes Stück die Quellen angegeben und auf der nachfolgenden Seite finden sich Informationen zur abgebildeten Person, zum Ereignis oder zum Herausgeber, was Anreiz für die weitere Beschäftigung bieten sollte.

Die Medaillen werden wie folgt zeitlich eingeteilt:
Medaillen von 1570 bis 1800, S. 14-28
Medaillen von 1801 bis 1945, S. 29-87
Medaillen von 1946 bis 2021, S. 88-148

Ab Seite 149 folgen Nachträge und Ergänzungen sowie ein allgemeines Quellenverzeichnis.
Dateianhänge
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Erfurter Geld- und Medaillengeschichte - Band VI

Beitrag von rista » Fr 09.06.23 10:52

Band VI: Gesetze, Erlasse und Anekdoten zum Notgeld. Erfurt 1917-1923

zusammengestellt von Hans-Peter Brachmanski
Hardcover, Format A4, 104 Seiten, meist farbig bebildert

erschienen Mai 2023 im Eigenverlag, ISBN 978-3-9818445-8-0, Preis 24,90 €

Dieser kürzlich veröffentlichte Band schlägt ein gänzlich anderes Kapitel auf und widmet sich den Hintergründen der Erfurter Notgeldausgaben, die aus der Zeit von 1917 bis 1923 bekannt sind. Das Buch ist als Ergänzung zum 2020 separat erschienen Katalog „Erfurter Papiergeld und geldähnliche Belege von 1813 bis 2001“ (Besprechung siehe bei geldscheine-online) zu sehen. Der Autor selbst sieht den Katalog als Band IIa seiner Reihe an.

Das Vorwort spannt den Bogen von einer gewohnt kritischen Betrachtungsweise der aktuellen Ereignisse rückwärts zur Ära der Hyperinflation.

Der Textteil besteht im Grunde aus einer großen Fleißarbeit, denn der Autor hat sich durch einen Berg von Akten, Tageszeitungen aus dem dargestellten Zeitraum gewühlt. Die hierbei aufgespürten Beiträge und Informationen wurden für das Buch übertragen und es wurde versucht eine chronologische und halbwegs thematische Einteilung zu schaffen, was sich zwangsläufig schwierig gestalten dürfte. Es sind – und das ist an dieser Stelle zu begrüßen – nicht nur Quellen zum Papiernotgeld enthalten, sondern es finden sich auch Informationen zu anderen Aspekten der Geldentwertung wie Goldankauf oder Wirtschaftszahlen. Beginnend mit dem ersten Notgeldschein (50 Pfennig vom 1. Mai 1917) endet der Reigen im Jahr 1924. Während die städtische Ausgabe von 1922 kaum beachtet wird, wird der Schwerpunkt verständlicherweise auf das Krisenjahr 1923 gelegt. Besonders zu den Aktivitäten rund um die Einführung einer wertbeständigen Währung ab dem Sommer 1923 lässt sich in diesem Buch nachlesen. Am Ende des Bandes versteckt sich noch ein mit Bankdokumenten bebildertes kleines Kapitel über das Erfurter Bankhaus Stürcke, die einen weiteren Einblick in die Welt der Zahlen mit den vielen Nullen gewähren.

Sicherlich ist die Neuerscheinung aufgrund der Textlast schwere Kost, doch gehört eben diese auch zu einer Darstellung der lokalen Geldgeschichte. In erster Linie werden sich also Notaphilisten und Leser, die sich für die historischen Quellen und Hintergründe interessieren, mit dem neuen Werk anfreunden können. Gerade die Beiträge zum wertstabilen Geld heben das Buch aus dem lokalen Kontext.

Für die Papiergeldfreunde gibt es auch etwas Neues: der auf dem Einband abgebildete Notgeldschein war zum Zeitpunkt der Drucklegung des grünen Kataloges noch nicht bekannt.
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