Fälschungen bei 2 RM?

1871-1945/48
macsoja
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Fälschungen bei 2 RM?

Beitrag von macsoja » Fr 14.08.09 23:04

Hallo Leute,

bin neu hier und freue mich auf regen Erfahrungsaustausch.
Gleich mal eine erste Sache, die ich ziemlich interessant finde.

Habe heute eine Münzwaage erhalten und kann nun auch mal einige meiner Münzen wiegen.

Gefunden habe ich

J 48 -> 13,23g
- 2 Uhr -> 2,2mm dick
- 6 Uhr -> 2,7mm dick!!


J 124 -> 12,05g (2,0mm dick) (Jahr 1901)

Bei letzterer Münze wurde sie als mögliche Fehlprägung verkauft.
Die andere wurde als echt verkauft.

So teuer waren sie nicht, damit habe ich kein Problem.

Was auffällt:
Dunkle "Patina" d.h. der gesamte Stempelhintergrund ist schön gleichmäßig schwarz.
Sehr gute Erhaltung, d.h. keine Kratzer weder auf dem Profil noch auf dem hintergrund

Bei der sächsischen Münze kann man erkennen, daß zumindest die Adlerseite draufgeklebt wurde.
Auch die Prägestätte E ist ein wenig verunglückt

Beim Bayern ist gar nichts zu erkennen, im Gegenteil die Münze ist deutlich dicker, als normale 2 RM-Münzen.

Ich habe schon von Fälschungen gehört, wonach Rohlinge ausgehölt werden und dann mit anderen abgeschliffenen Münzen gefüllt werden.
Auch die Variante mit aufgeklebten Profilen kenne ich
Aber ich kann mir bei diesen doch sehr geläufigen Münzen überhaupt nicht vorstellen, daß sich dieser Aufwand wirklich lohnt.

Nun traue ich selbst einer normalgewichtigen Münze mit gleichmäßiger dunkler Patina nicht über den Weg.
Habe hier noch J 41 (1876) -> 10,91g (1,8mm)
Die schwarze Tönung ist doch sehr ähnlich der Farbe, die scheinbar künstlich herbeigeführt wurde.
Allerdings besteht ein sehr hoher Abrieb, so daß die Erhaltung max ss ist - hier macht die Fälschung also noch weniger Sinn

Kennt Ihr Fälschungen für 2 RM-Münzen?
Bei welchen Münzen sind die typisch?

EDIT:
Klangprobe
J 48 -> tief (blechern)
J 124 -> mittel (ein wenig hohl)
J 41 -> so hell wie meine echten Silbermünzen

Mein derzeitiges Fazit:
J 48, J 124 = FALSCH
J 41 = echt, trotz idealer Patina

Sind Bilder gewünscht? Im Moment kann ich mir nicht ganz vorstellen wozu, kann aber gern einige reinstellen. Allerdings ist die dunkle Patina schlecht zu fotografieren und ansonsten wirken die Münzen auf dem Foto natürlich echt.

Was würdet Ihr damit machen - ob es auch Leute gibt, die sowas sammeln.
Oder würden es andere verwenden, um sie als echt zu verkaufen?

Danke für Infos
mac

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beulermaennlein
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Beitrag von beulermaennlein » Sa 15.08.09 09:43

Kaiserreichsilbermünzen dürfen nie mehr als 11,1g wiegen. Die erste Zahl nach dem Komma muß eine 1 sein!

macsoja
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Beitrag von macsoja » Sa 15.08.09 10:21

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Ich bin mir auch recht sicher, daß die beiden nicht echt sind.
Wobei dann ausgeschlossen sein muß, daß es nicht auch mal zu dicke Rohlinge gibt, die einfach mehr wiegen.

Die Frage der Echtheit ist nun recht klar, unklar ist aber weiterhin - und dahin zielte die Frage:

1. wer fälscht nicht einmal seltene 2 RM-Münzen - wann und warum
2. gibt es hier schon Erfahrungen/Quellen?

Besonders interessant die J 48, die nicht mal richtig zylindrisch ist, das finde ich recht ungewöhnlich und frage mich, da Neuling, ob andere schon ähnliches erlebt haben.
Dateianhänge
J124_1901_falsch.jpg
Doch mal ein Foto

diwidat
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Beitrag von diwidat » Sa 15.08.09 13:15

Es gibt Galvanos, bei denen die beiden Münzbilder und der Rand separat zusammen gefügt sind. Dann ist aber kein Riffelungsversatz zu erkennen.
Bei den Galvanos sind immer die Rückseiten rauh und müssen bearbeitet werden.
Für einen Guss ist die Riffelung aber auch zu gut - scheidet eigentlich damit aus..

In meiner Fälschungssammlung sind nur alte Preussen Taler mit diesen Merkmalen. Was Du uns hier zeigst, habe ich bisher auch noch nicht gesehen.

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beulermaennlein
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Beitrag von beulermaennlein » Sa 15.08.09 13:58

@macsoja es gibt 100% keine zu schweren Silbermünzen aus den Kaiserreich, sie unterscheiden sich höchstens mal im Durchmesser um wenige Zehntel bei den 2 Markstücken aber auf das Gewicht wurde höchste Präzession gelegt.

Andere Gewichte kommen nur durch andere Materialien vor, soll heißen von manchen Stücken wurde aus anderen Material zb. Kuper Zink Proben geprägt die teilweise auf den Markt vorkommen und da sind die Gewichte dann anders, jedoch sind diese sehr selten.

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