Kaltes Weiss-Sieden

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bingoHH
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Kaltes Weiss-Sieden

Beitrag von bingoHH » Fr 08.01.10 14:32

Hallo,

ich hatte das Problem, das ich eine Billionmünze erworben habe, die leider so stark geputzt wurde, das sie fast kupfern aussah. Das "Weiss-Sieden" dauert ein wenig, aber hat dann auch in einem zweiten Fall recht gut geklappt:

Einfach die Münze in Wasser mit EDTA für eine paar Wochen aufbewahren. Nach einer Zeit beginnt das Kupfer mit dem Wasser zu reagieren, und das Ergebniss wird augenblicklich vom EDTA gebunden. Ergebnis: Blaue Verfärbung im Wasser und eine silberne Münze.

Wahrscheinlich kann man die Reaktion des Kupfers noch beschleunigen, aber das kann mir dann hoffendlich jemand anders sagen.

Viel Spass damit.

P.S.
Leider kein vorher/nacher Bild.

B12
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Beitrag von B12 » Fr 08.01.10 18:21

zeig doch mal wenigtens ein Nacher-Bild.

Gruss
Daniel#

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heku
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Beitrag von heku » Di 12.01.10 13:49

Früher legte man in die Blumenvase eine Kupfermünze hinein, damit der Strauß länger frisch bleibt. Kupferionen sind wohl Gift für Fäulnisbakterien.

Eine so schnelle Auflösung von Kupfer in spürbarer Menge ist für mich allerdings erstaunlich. Und warum EDTA? Die im Wasser gelösten Ionen stören doch nicht.

Sehr schnell geht es, wenn man eine solche Münze in ein stark verbrauchtes Silbertauchbad legt. Blitzschnell ist der Silberüberzug wieder da.

Viele Grüße
Hermann

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klunch
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Beitrag von klunch » Di 12.01.10 15:33

Und warum EDTA? Die im Wasser gelösten Ionen stören doch nicht.
Etwas schon, aber wenn die Inonen gebunden werden, ist das Konzentrationsgefälle in Richtung Löslichkeitsgleichgewicht höher, also die Lösungsgeschwindigkeit bleibt hoch und damit läuft der Prozeß schneller ab.

Gruss
Klunch

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heku
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Beitrag von heku » Mi 13.01.10 14:45

klunch hat geschrieben:Etwas schon, aber wenn die Inonen gebunden werden, ist das Konzentrationsgefälle in Richtung Löslichkeitsgleichgewicht höher, also die Lösungsgeschwindigkeit bleibt hoch und damit läuft der Prozeß schneller ab.
Sicherlich. Mein Gedanke war, einfach mit reichlich Wasser zu bedecken, so dass die Konzentration der Kupferionen minimal bleibt. Gelegentlich umgerührt müsste das genauso funktionieren.

Viele Grüße
Hermann

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bingoHH
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Beitrag von bingoHH » So 17.01.10 18:13

Klingt logisch, aber scheint mir ein paar Größenordnungen langsamer zu sein, da Kupferverarmung durch einfaches Wasser schon recht lange dauert, zumindest muß eine Münze lange im feuchten Boden sein, damit man den Effekt nachweisen kann.

Außerdem sieht man dann nicht die blauen Schleier, die zumindest ein Zeichen des Erfolges sind ;)

Scheint dann noch etwas katalytisches abzulaufen: Wenn man die Lösung aufsetzt, passiert erstmal lange nichts, dann wird die Verfärbung des Wassers zunehmens stärker und die Münze wieder blanker.

Naja, Bild kommt später mal.

Übrigens ist ein Neu-Versilbern mit ausgelaugtem Silberbad schon Geschmackssache.

Alles Gute !!

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klunch
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Beitrag von klunch » So 17.01.10 22:38

Was ich mich bei diesem "Neuversilbern" frage, ist die Silberschicht wirklich schon in der Größenordnung, daß besonders filigrane Details dadurch im sichtbaren Bereich in den Konturen verwaschen, oder ist die Dicke derart minimal, daß auch mit einer guten Lupe noch nichts gesehen werden kann. Mit einem Mikroskop kann man vielleicht etwas sehen, aber selbst da bin ich mir nicht sicher. Hat jemand da bereits Erfahrung oder Fachwissen?
Lernen, lernen und nochmals lernen.

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heku
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Beitrag von heku » Mo 18.01.10 16:28

Hallo bingoHH,

EDTA greift das reine Metall nicht an, sondern die zweiwertigen Verbindungen.

Ich kann mir 2 Mechanismen vorstellen, für die die Zugabe von EDTA nützlich war. Zum Einen fängt es gelöste Kupferionen weg und verringert so die Konzentration im Wasser. Zum Anderen löst es Kupferpatina weg und das darunterliegende unversehrte Münzmetall kommt zum Vorschein.

Das Versilbern ist wirklich Geschmackssache, der Erfolg hängt auch von der Oberflächenbeschaffenheit der Münze ab, ob glatt oder rauh.


Hallo klunch,

die Silberschicht ist hauchdünn, deckt nichts zu und sieht aus wie Silber. Auf glatter Oberfläche glänzt die Schicht. Mit verfeinerter Methode hab ich den angehängten Antoninian behandelt. Über dem Kopf ist die ursprüngliche Farbe der Münze noch zu erahnen. Nochmal behandelt wäre sie komplett versilbert.

Viele Grüße
Hermann
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