Römische Zahlen IIII=IV .... warum?

Wie zahlten unsere Vorfahren? Was war überhaupt das Geld wert? Vormünzliche Zahlungsmittel

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Wuppi
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Römische Zahlen IIII=IV .... warum?

Beitrag von Wuppi » Sa 28.09.02 01:28

Hi

ok die Frage ist mal wieder net nur auf Münzen geeicht, sondern recht allgemein:

Und zwar sieht man auf div. alten Münzen (z.b. hier ) als römische Zahl anstatt z.b. IV IIII.

Was der hintergrund?

Bis dann
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Huehnerbla
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Beitrag von Huehnerbla » Sa 19.02.05 17:06

Bei römischen Zahlen war die Schreibweise der Ziffer 4 ursprünglich IIII statt IV.

Im Mittelalter setzte sich aber die Subtraktionsschreibweise (die teilweise schon zu Zeiten der Römer verwendet wurde) für römische Zahlen durch, die bestimmt, dass nur drei gleiche Zahlzeichen hintereinander stehen dürfen.
Regel 1: Die Zahlzeichen I, X und C dürfen maximal dreimal hintereinander stehen
Regel 2: Von einem Zahlzeichen kann nur das jeweils nächstkleinere der Zahlzeichen I, X und C subtrahiert werden.

Später kamen immer mehr Menschen von der Regel 2 ab und verwendeten ausschließlich die Subtraktionsregel 1.

Daraus ergibt sich für die Zahl 999:
Ursprüngliche römische Schreibweise: DCCCCLXXXXVIIII
Subtraktionsschreibweise Mittelalter: CMXCIX
Subtraktionsschreibweise modern: IM

Da die Regeln aber nicht bindend waren, schrieb jeder nach Lust und Laune.
Gruß
Jürgen

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Gast

Beitrag von Gast » Fr 18.03.05 14:53

In diesem Zusammenhang ist darüber hinaus bemerkenswert, daß die Byzantiner als Erben des römischen Ostreiches sogar lateinische und griechische Zahlzeichen im 6. und 7. Jahrhundert teilweise nach Belieben mischten.

Insbesondere ersetzte die griechische 6 (C mit Abstrich rechts) oft die lateinische 6 (VI oder UI oder sogar IU / IV). Auf Byzantinischen Münzen kann eine Jahresangabe 17, teilweise sogar auf dem gleichen Münztyp wie folgt aussehen: XVII, XUII, XIIU, XIIV, XCI, XIC

Ausserdem gab es auch noch sehr häufig die Substitution "Epsilon" für V/U (5) und "Delta" für IIII (Thessaloniki)

petzlaff

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Wuppi
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Beitrag von Wuppi » Mi 23.03.05 18:42

Hi

ups .. komplizierter konnten die sich das nicht machen? ;)

Für den Laien ist das natürlich eine Böse falle @petzlaff .. die Schreibweisen die Huehnerbla aufzeigt, kann ich wenigstens irgendwie noch logisch nachvollziehen - aber die Byzantische - 17 = XIC, XUII, XIIU ... UFF? ;)

Gruß
Wuppi
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Gast

Beitrag von Gast » Do 24.03.05 07:33

@wuppi,

... ist doch aber mathematischer viel einfacher als die Subtraktionsweise: Einfach alles zusammenzählen, was da ist: I(1), U/V(5), C(6), X(10) :D

petzi

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Beitrag von Wuppi » So 27.03.05 15:51

Hi

mhhh ok - wohl ne Gewohnheitssache ...

Wie war das den damals für reisende? Muß doch schon ne Umstellung gewesen sein ... ok heute isses mit Wechselkursen ähnlich ... ne 2 auf ner Münze bringt hier mehr als ne 2 in einem anderen Land .... Nur nichtsdestotrotz ist hier ne "2" genau das gleiche wie irgendwo anders ne "2" ... aber hier ... XIC dürfte dem ein oder anderen dann doch unbekannt vorkommen? ... und C = 6 .... ?

Gruß
Wuppi
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Huehnerbla
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Beitrag von Huehnerbla » So 27.03.05 19:41

Dazu muss man folgende Aspekte berücksichtigen:
1. Seinerzeit war das Verreisen eine Strapaze, nicht zu vergleichen mit heute. Aus diesem Grund beschränkten sich Reisen auf das absolut notwendige Minimum.
2. Die Münzen (zumindest die mit höheren Nominalen) waren in der Regel vollwertig. Man konnte also am Material und am Gewicht feststellen, wieviel wert die Münze hatte.
3. In allen Ländern gab es professionelle Münzwechsler, die von allen üblichen Münzen Zeichnungen hatten. Zudem natürlich auch Gewichtsangaben oder sogar Referenzgewichte.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Gast » Di 29.03.05 12:01

Noch einmal zum "C".

Das C mit dem kleinen Abstrich unten rechts (Cedille) ist ebenso wie ein großes "S" das grichische Zahlsymbol für "6".

petzi

Gast

Beitrag von Gast » So 12.02.06 22:24

Ich besitze ne Münze, da steht

L. XIIII - wohl ludwig der XIV. - ich habe mich gewundert warum das so ist, nun ists mir klar .

Die Münze stammt aus dem Jahre 1696, war es da immernoch üblich so auf den Münzen zu schreiben ?
Wäre das auch ein Indiz, dass die Münze wirklich aus dieser Zeit und von König Ludwig XIV. stammt ?

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Marc
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Beitrag von Marc » Mo 13.02.06 09:09

In Aachen benutzte man diese Schreibweise IIII=4 bis zum Untergang des Reiches ( Französische Revulution ) auf den Münzen.

War jedem überlassen wie er es wollte, nicht so genormt wie heute ;)

Gast

Beitrag von Gast » Mo 13.02.06 22:06

Heißt das ab 1789 bzw. 1796 so in der Drehe wurde dann die IIII durch IV ersetzt ?
( Ich weiß, dass die Französische Revolution 1789 begann, aber sie endete erst ca. 1802 )

Danke dir Mart !

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Marc
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Beitrag von Marc » Di 14.02.06 08:52

Es gibt kein festes Datum, bei Münzen anderer Städte kenne ich IV schon aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Duden war noch nicht geboren, so gab es ja nicht mal eine genormte Rechtschreibung, also erst recht keine Normung für Zahlen. Man schrieb wie man es für gut erachtete.

Gast

Beitrag von Gast » Di 14.02.06 20:45

Is ja heute auch so, oder . :wink:

Danke nochmal !

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