optische Illusion auf Diobol aus Lesbos-Ulk oder Propaganda?

Griechische Münzen des Altertums

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quinctilius
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optische Illusion auf Diobol aus Lesbos-Ulk oder Propaganda?

Beitrag von quinctilius » Fr 27.03.09 14:26

Hallo,
nachfolgend will ich Euch eine interessante spätarchaische Billon-Prägung aus Lesbos vorstellen, auf der ein optisches Phänomen zu beobachten ist. 2 Eberköpfe stehen sich gegenüber und formen gleichzeitig die Illusion eines (gespaltenen) frontalen Löwen/Pantherkopfes. Eintrag bei Wildwinds: "Confronting boar heads, making up a facing panther head". Interessant ist, das die gleichzeitigen Prägungen der Insel Samos, ebenfalls einen derartigen Löwenkopf und ein Quadratum Incusum aufweisen. Besteht möglicherweise ein Zusammenhang ? Es ist bekannt, das in der Zeit um 500 v. Chr. beide Inseln verfeindet waren. 530 v. Chr, griff Polykrates, Tyrann von Samos, Lesbos (und Milet) an und besiegte beide. Herodot berichtet anschaulich von den Frondiensten die die Kriegsgefangenen aus Lesbos auf Samos leisten mußten. Sollte hier das Münzbild der Feinde verunglimpft werden ? Handelt es sich um einen Ulk oder gar um eine gezielte Propagandaaktion ? Auffällig ist auch, dass die gesamte Prägung aus Billon besteht. Dies weist in der Tat auf Kriegs- bzw. Notzeiten hin. Was meint Ihr ?
Gruß
Euer Quinctilius
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