10 DM Olympische Spiele 1972 mit umgekehrter Randschrift

Münzen aus der BRD von 1948 - 2001

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christian fritz
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10 DM Olympische Spiele 1972 mit umgekehrter Randschrift

Beitrag von christian fritz » Do 31.03.05 20:12

Hallo ihr lieben Numismatiker :D

Habe in meiner 5 DM und 10 DM Münzen Sammlung der BRD einen kompletten 10DM Satz der Olympischen Spiele in München 1972 entdeckt, der im Gegensatz zu den 3 anderen Sätzen die ich noch besitze, die auf allen 4 Münzen der jeweiligen Prägeanstalten eine umgekehrte, also auf dem Kopf stehende Randschrift besitzen.

Kann mir jemand helfen und mir sagen, ob es sich in diesem Fall um die Kehrprägung handelt, oder wie man es sonst nennen könnte? Leider ist es in meinem Münzbuch nur schlecht beschrieben.

Liege ich mit einem Wert von ca. 400€ für alle 4 Münzen richtig?

Danke euch im Vorraus und viele Grüße aus München

Sogt da oide Fritz 8)

mfr
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Beitrag von mfr » Do 31.03.05 20:27

Hallo Christian Fritz,
die Randschrift wird noch vor dem Prägevorgang angebracht, und kein Mensch achtet darauf wie herum die Schrötlinge in die Prägemaschine fallen. Statistisch ergibt sich eine 50:50 Verteilung !
Ich kenne auch niemanden der nach diesem System sammelt. Anfang der Euro-Hysterie wurden ein paar unversierte Sammler mit diesen vermeintlichen Raritäten geködert. Inzwischen sollte darauf aber niemand mehr hereinfallen.

Bei einer Kehrprägung ist die Vorderseite der Münze um 180° zur Rückseite verdreht. Das kommt äußerst selten vor und hat überhaupt nichts mit der Randschrift zu tun.

400 € ist natürlich utopisch, 25 € wären derzeit schon ein sehr guter Preis. In der Regel werden die 10 DM-Stücke nur zum Wechselkurs gehandelt.

christian fritz
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Beitrag von christian fritz » Do 31.03.05 20:32

Das ging ja blitzschnell, danke hierfür

Ich komme auf diese Frage, da meine Oma mir erst vor kurzen erzählte, dass mein Opa damals für viel Geld einen besonderen Satz dieser Serie erworben hatte, welcher nur sehr selten zu erhalten war. Mein Opa war der Bankdirektor der Nassauischen Sparkasse in Frankfurt, und hat deshalb immer wieder so seine Schätzchen eingeheimst. Nur ist er leider verstorben, ohne mir sein Wissen zu vermitteln. Bin dir aber nicht böse Opa :-))

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Wolle
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Beitrag von Wolle » Do 31.03.05 20:48

@Christian Fritz,

erstmal willkommen im Forum.

Nun, wenn Dein Opa ein "hohes Tier" bei einer Bank war, könnte es auch sein, dass er die eine oder andere Münze erhalten hat, die mit einem falschen Rändeleisen geprägt wurde.

Die "normale" Randinschrift lautet: CITIUS ..... ALTIUS ..... FORTIUS ..... , wobei die 5 Punkte die Olympischen Ringe darstellen sollten.

Bei den fälschlicherweise verwendeten Rändeleisen wurden, anstatt der Punkte Arabesken geprägt.

Diese paar Münzen kommen bei der Jaeger Nr. 401b vor. Dies ist die Münze mit der Aufschrift "Spiele der XX Olympiade 1972 in München" vor.

Auch sind weitere Fehlprägungen der Olympia Münzen bekannt. Sollte also mal einer anschauen, ob es sich bei den Münzen Deines Opas evt. um solche Fehlprägungen handelt.
Schöne Grüße
Wolle

Meine Tauschlisten, immer aktuell:
[url=http://www.numismatikforum.de/ftopic4528.html]DM/Euro Liste[/url] - [url=http://www.numismatikforum.de/ftopic8208.html#69002]Goldeuros gesucht[/url]

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Lutz12
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Beitrag von Lutz12 » Do 31.03.05 20:53

Das einzige Besondere an den Olympia-Münzen 1972 ist die zuerst ausgegebene 10 DM-Münze mit der Umschrift "Olympiade in Deutschland". Da Olympische Spiele an Städte und nicht an Länder gegeben werden, wurde die Umschrift vom Internationalen Olymp. Komitee beanstandet. Deshalb wurden je Mzz. nur 2,5 Mio anstatt der geplanten 5 Mio ausgegeben, weiter 2,5 Mio je Mzz. wurden mit der korrekten Umschrift "...in München" ausgegeben. Die anderen Motive wurden mit je Mzz 5 Mio verausgabt.
Was hier nach Besonderheit aussieht ist aber nicht wirklich rar, denn 2,5 Mio mal 4 Mzz. ist so häufig, dass die Stücke kaum über Nennwert gehandelt werden.
Gruß Lutz12
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Olympia

Beitrag von Mowe_tz » Fr 28.07.06 18:03

Tach,

Bin neu hier und hab gerade euren dialog gelesen...

Ich hab eine Münze mit dem Stadion drauf
Olympische Spiele München 1972 J
mit Arabesken anstatt punkten... is die nun was besonderes oder nich..
das verwirrt mich alles ein wenig...

freu mich auf baldige antworten...

Danke im voraus

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Re: Olympia

Beitrag von wpmergel » Fr 28.07.06 20:03

Mowe_tz hat geschrieben:Tach,

Bin neu hier und hab gerade euren dialog gelesen...

Ich hab eine Münze mit dem Stadion drauf
Olympische Spiele München 1972 J
mit Arabesken anstatt punkten... is die nun was besonderes oder nich..
das verwirrt mich alles ein wenig...

freu mich auf baldige antworten...

Danke im voraus
Bei Jäger 404 (Stadion) sind Arabesken zwischen den Worten die normale Randprägung. Es gibt aber auch Stücke mit Ringen statt Arabesken, die aber nicht höher gehandelt werden.
Herzliche Grüße aus Waldeck
Wolfgang M.

www.Waldecker-Münzen.de
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Kehrprägung

Beitrag von Frauldabissen » Mo 09.04.07 12:12

Erst mal ein "Hallo" an alle, da das mein erster Beitrag im Forum ist. Google hat mich direkt in diesen Thread katapultiert :wink:

Ich habe eine Frage zu der Kehrprägung. Ich habe eine 10DM Olympiade in Deutschland Münze wo Vorder- und Rückseite um 90° gegeneinander verdreht sind und eine Olympiade in München wo die Seiten um ca 60° gegeneinander verdreht sind.
Das scheint mir dann eher zufällig zu sein, oder ist das eine Besonderheit?

Bei den meisten 10DM Münzen die ich habe stimmen die Seiten in der Ausrichtung überein, aber gerade die 90° Drehung kommt häufiger vor. Zum Beispiel auch bei der 10DM Münze "Römische Verträge" von 1987.
[X] Nail here for a new Monitor

Lonestar
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Beitrag von Lonestar » Fr 27.04.07 21:20

Ich habe mir mal erzählen lassen das die umschrift Olympiade in Deutschland deswegen geändert wurde weil die ehemalige DDR dagegen einspruch erhoben hat und deswegen Olympiade in München geprägt wurde.Wat nu ?

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Lutz12
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Beitrag von Lutz12 » Fr 27.04.07 22:39

Olympische Spiele werden an Städte und nicht an Länder vergeben, insofern ist die Umschrift "in Deutschland" sachlich fragwürdig. Die Story vom DDR-Protest kenne ich auch und glaube mich daran erinnern zu können.
Lutz12
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Re: 10 DM Olympische Spiele 1972 mit umgekehrter Randschrift

Beitrag von Melody » Do 27.09.12 12:44

Hallo, ist hier noch jemand.

Ich habe eine Münze mit 2 Personen, der Inschrift "Spiele der XX. Olympiade 1972 in München". Rand mit Arabesken. Prägeanstalt F.

Es gibt noch eine 2. mit Arabesken, Prägeanstalt G, Text "Olympische Spiele 1972 in München".

Dann 2 x J und ""Spiele der XX. Olympiade 1972 in München", mit den Ringen am Rand zwischen den Worten.

Im Mom bin ich total verwirrt. Kann mich mal jemand entwirren?

diwidat
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Re: 10 DM Olympische Spiele 1972 mit umgekehrter Randschrift

Beitrag von diwidat » Do 27.09.12 14:29

Hallo Mom,

wenn Du dir mal eine Münzenzeitschrift kaufst (money trend oder Münzen Revue - z.B. im Bahnhofsbuchhandel), dann wir Deine
Verwirrung schon etwas entwirrt. Da sind Bilder von diesen Münzen und eine Aufzählung der Prägestätten drin.

Oly München 1972 hatte vier verschiedene Motive - und bei der ersten Augabe noch zwei verschiedene Inschriften.
Hier lass ich den anderen Informanten noch etwas Raum sich auszudrücken :mrgreen:

fareast_de
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Re: 10 DM Olympische Spiele 1972 mit umgekehrter Randschrift

Beitrag von fareast_de » Do 27.09.12 18:33

Die gute Nachricht zum Schluß: mittlerweile werden alle Olympiazehner nicht mehr zum Nennwert gehandelt, sondern zum Silberwert. Dieser liegt aktuell bei einem Silbergehalt von knapp 10 g je Exemplar um 8,- bis 9,- Euro je nach Fixing. Insofern hat sich seit 2007 eine respektable Wertsteigerung für diese noch massenhaft vorhandenen Stücke (Gesamtauflage 100 Millionen !) ergeben. Variantenjäger und "Nietenzähler" sollten sich einen Jäger- Katalog zulegen, da steht alles Wissenswerte drin.

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xylon
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10 DM Olympische Spiele 1972 / Modifikationen

Beitrag von xylon » Sa 12.09.15 21:20

Ich komme mal auf das Numismatische an diesen schönen Olympia-Motiven zurück. Bei der großen Auflage, die im Übrigen in 2 Abschnitten erschienen ist, die man voneinander unterscheiden kann, wurde ein Reihe von Prägestempeln eingesetzt, die von ein- und demselben "Mutterstempel" stammen (abgezogen wurden).
Anbei ein Beispiel- auf den Münzen befinden sich diskrete Spuren, die bei allen diesen, von einem Stempel stammenden Stücken, morphologisch identisch sind. Feine Streifen im Relief, die nicht etwa Kratzer darstellen, sondern erhabene Grate, die aus der Ebene herauskommen.
(hier zwischen den Buchstaben S und K bei der 4.Ausgabe "Olympipastadion").
Dateianhänge
ZDMOD1E.JPG

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