Sophiendukat - wann geprägt?

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Moehrchen
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Sophiendukat - wann geprägt?

Beitrag von Moehrchen » Di 14.11.06 18:44

Hallo,

ich muß das Thema Sophiendukat mal wieder "aufwärmen", da ich mir so einen zugelegt habe.
Dieser soll ja von 1616-1872 (manche Quellen berichten bis 1873) geprägt worden sein.
Wie ist denn festzustellen, wann einer dieser Dukaten geprägt wurde?
Manchmal habe ich gelesen, das die Schwertspitze auf verschiedene Buchstaben zeigt, woraus dann die Prägeperiode zu erfahren ist....
Wer hat sich denn damit schon mal beschäftigt? Ist da was dran?
Unterschiede gibt´s da schon, so weit ich das auf Abbildungen dieser Münze gesehen habe.
Sicherlich bin ich nicht der Einzige, der das unbedingt in Erfahrung bringen will!
Ich freue mich auf Eure Beiträge zu diesem (sicherlich interessanten) Thema!

Moehrchen
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1 Dukat 1616 Sachsen Sophiendukat-01.jpg
Zuletzt geändert von Moehrchen am Mo 01.01.07 18:02, insgesamt 1-mal geändert.

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verscherbler
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Beitrag von verscherbler » Di 14.11.06 21:34

Hallo Moehrchen,

ich selbst habe auch einen Sophiendukat und dasselbe Problem. Jedenfalls sind 29 verschiedene Varianten des Sophiendukats im SCHLUMBERGER "Goldmünzen Europas von 1800 bis heute" aufgeführt. Aber auch diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bessere Datenquellen habe ich bisher leider auch noch nicht finden können.
Grüßle, euer verscherbler

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Stefano
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Beitrag von Stefano » Mi 15.11.06 17:58

Gruß,


auch ich bin im Besitz eines solchen. Interessante, hübsche Münzen sind das.

Ein Grundsatz zur zeitlichen Einordnung der Prägung ist definitiv die Umschrift der Monogrammseite.
Befindet sich dort das Wort "Kindern", so handelt es sich um eine Originalprägung aus der Zeit um 1616.
Weist die Prägung das Wort "Kind" auf, handelt es sich um eine spätere Prägung.
Als weiterer Unterschied gilt, dass Originalprägungen mit "Kindern" einen zarten Linienkreis aufweisen sollen, was aber definitiv nicht auf alle "Kindern"-Prägungen zuzutreffen scheint.

Definitiv sind Prägungen mit "Kindern" bedeutend seltener zu finden, auf Auktionen erzielen diese auch höhere Preise.

Ciao, Stefan.
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Stefano
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Beitrag von Stefano » Mi 15.11.06 18:16

Nochwas:

Der Dukat ist nach Clauss/Kahnt bis zum Jahre 1873 nachgeprägt worden.

@Verscherbler:

Mich würde mal die Auflage deines "Schlumbergers" interessieren. In meinem Katalog (Uraltauflage) ist der Sophiendukat nämlich nicht verzeichnet.

Ciao, Stefan
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payler
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Beitrag von payler » Mi 15.11.06 18:28

Wer den Sophiendukaten nicht kennt, so wie ich, kann bei Numispedia nachlesen:

http://www.numispedia.de/Sophiendukat

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Moehrchen
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Beitrag von Moehrchen » Mi 15.11.06 22:00

Hallo payler,

leider steht unter dem von Dir angegebenen Link nichts - aber auch gar nichts - braubares zu meiner Frage:
"Wie ist denn festzustellen, wann einer dieser Dukaten geprägt wurde?"

Moehrchen

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Beitrag von payler » Mi 15.11.06 22:09

Moehrchen hat geschrieben:Hallo payler,

leider steht unter dem von Dir angegebenen Link nichts - aber auch gar nichts - braubares zu meiner Frage:
"Wie ist denn festzustellen, wann einer dieser Dukaten geprägt wurde?"

Moehrchen
Hallo Moehrchen!

Ich wollte/konnte auch deine Frage nicht beantworten, da ich von dieser Münze keine Ahnung habe. Da es aber im Forum viele Leser - wie auch mich - gibt, habe ich nur den Artikel über den Dukaten vorgestellt!
Zuletzt geändert von payler am Do 16.11.06 17:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Moehrchen » Do 16.11.06 09:59

Hallo payler,

es war nicht so gemeint, wie das eventuell bei Dir ankam....

Moehrchen
Zuletzt geändert von Moehrchen am Mo 20.11.06 15:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Moehrchen » Do 16.11.06 20:21

Hallo Stefano,

das klingt ja sehr interessant! Bei mir steht auch "KIND" (siehe auch den Link zu meiner Suchliste).
Es soll ja die "Schwertstellung", - also auf welche Buchstaben die Schwerter zeigen eine Bedeutung zur Prägezeit haben....
Steht denn in dem SCHLUMBERGER etwas dazu?
Komischerweise steht im BUCK gar nichts über den Sophiendukaten drin, obwohl in dieser Zeit welche geprägt wurden und dieser recht ausführlich die Münzen beschreibt.
Hmm, sicherlich kommt hier noch der richtige Text... worauf sich viele freuen!

Euch wünsche ich weiterhin viel Erfolg und bis bald!

Moehrchen

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Beitrag von Stefano » Fr 17.11.06 08:07

Guten morgen...


Hm, das mit der Schwertstellung habe ich zwar so noch nicht direkt gewusst. Jedoch gibt´s denke ich auch noch andere interessante Merkmale, wie man eventuell die Zeit der Prägung genauer bestimmt.

So kann man in folgender Liste einfach mal die Art der Buchstben beachten.

http://www.coinarchives.com/w/results.p ... sophienduk

Richtig späte Stücke haben offensichtlich fast einwandfreie, regel- und gleichmäßige Buchstaben, auch die Strahlen im Kranz sind sehr regelmäßig, wenn auch kürzer.

Siehe: http://www.coinarchives.com/w/lotviewer ... 1&Lot=2298

Wenn man mal die gesamte Liste vergleicht, da fällt insgesamt auf:
Das Auge Gottes gibt´s auch in x Varianten, ebenso zeigen die Adlerflügel recht deutliche Unterschiede.
Auf der Seite mit dem Monogramm der Fürstin zeigt vor allem die Gestaltung des Kurhutes mit den Hermelinschwänzen diverse Abweichungen.

Leider gibt es in der Literatur nur mangelhafte Hinweise auf Prägezeiträume. Neben Buck ist auch bei Haupt, Clauss/Kahnt etc kein Hinweis auf Prägezeiträume vorhanden. Wie es in den neueren Schlumbergern aussieht, habe ich allerdings keine Ahnung.

Ciao, Stefan

PS: Prima Sammlung hast du dir da zusammengetragen. Auch eine gute Idee von dir, deine Sammlung so zu katalogisieren und vorzustellen!
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Beitrag von dionysus » Fr 17.11.06 10:07

Auffällig sind auch die Griffschalen und Griffe der Schwerter. Für die Waagerechten Schenkel kenne ich leider die Korrekte Bezeichnung nicht , jedoch sind hier die Unterschiede am auffälligsten. Bei den Prägungen mit Kindern laufen sie als Art Lilie aus. Bei den Stücken mit Kind scheinen diese immer ungelenker zu werden, bis am Ende teils nur noch ein unförmiger Knubbel oder ein Kreis vorhanden ist. Evtl. liesse sich auch am Gewicht der Münzen etwas ablesen.

mfg.
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Beitrag von Moehrchen » Fr 17.11.06 11:16

Hallo,

ach Du liebe Zeit! Tatsächlich könnte man ja ein ganzes Buch nur über diesen Dukaten schreiben!
Da gibt´s so viele Unterschiede, das gibt´s doch gar nicht! Da sieht ja fast jeder anders aus!
8O
Der gravierenste Unterschied ist wohl "KIND" und "KINDERN". Nun verwundert es mich aber doch, daß sich noch niemand damit befasst haben soll und dieses dokumentiert hat! Ein lohnendes Thema ist das allemal! Oder?
Na ich lese auf jeden Fall eifrig mit -und bin sehr gespannt!

Beste Grüße aus Sachsen!

Moehrchen

P.S. *Stefan, danke für´s Laub! 8) :D 8)

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Beitrag von dionysus » Fr 17.11.06 13:58

Ich denk mit nur einem Buch wäre das nicht getan.
Nehmen wir mal an , es wären pro Jahr nur! 2 neue Stempelpaare geschnitten worden, so gäbe es hier bereits ca. 500 Varianten.
Nicht berücksichtigt wären hier willkürliche Stempelkoppelungen von neuen oder alten Rück- bzw. Vorderseitenstempeln.
In der oder den Münzstätten wird es wohl auch kaum noch Aufzeichnungen bezüglich der Prägemenge eines bestimmten Jahres geben. Interessant wären aber Belegstücke, die einem bestimmten Jahr fest zugeschrieben werden könnten.
Eine Abhandlung hierrüber zu schreiben wäre wohl eine Lebensaufgabe.

mfg.
Dionysus
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Beitrag von verscherbler » Sa 18.11.06 09:40

Der gravierenste Unterschied ist wohl "KIND" und "KINDERN". Nun verwundert es mich aber doch, daß sich noch niemand damit befasst haben soll und dieses dokumentiert hat! Ein lohnendes Thema ist das allemal! Oder?
Es soll ja die "Schwertstellung", - also auf welche Buchstaben die Schwerter zeigen eine Bedeutung zur Prägezeit haben....
Steht denn in dem SCHLUMBERGER etwas dazu?
Im Schlumberger wird diese Thematik bereits diskutiert und alle bis dahin bekannten Varianten vorgestellt, mit Augen, Strahlen, Buchstaben, etc.

Sobald ich mal wieder in Schorndorf bin werde ich die paar Seiten mal einscannen und euch als PM senden. :wink: [/quote]
Grüßle, euer verscherbler

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Genial!

Beitrag von Stefano » Sa 18.11.06 11:58

@Verscherbler

Das wäre wirklich prima! Würde mich wirklich wahnsinnig interessieren das Ganze!


Zum Thema:

Interssant auch, dass der "Große Deutsche Münzkatalog" von AKS für diverse Zeiträume konkrete Auflagenhöhen des Sophiendukat angibt.
Demnach wurden geprägt:

-1806 - 1812 2028 Stück
-1816 - 1826 3333 Stück
-1827 - 1838 2551 Stück
-1846 - 1873 2879 Stück

Weitere interessante Info aus selbiger Quelle: "Neue Stempel wurden 1828 und 1830 geschnitten."


Grüße, Stefan.
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