Medaille oder nicht ?

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Patlin
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Medaille oder nicht ?

Beitrag von Patlin » Fr 17.07.09 18:31

Hallo,

ich habe eine Medaille die der Größe von einem
2 Markstück ( dt. Kaiserreich ) entspricht.
Avers ist Kaiser Wilhelm II. abgebildet und
Revers der große Adler mit Wappen. Die Aspekte
mit dem großen Reichsadler und auch die
identische Größe vom 2 Markstück verwirren
mich etwas und ich dachte schon an eine Probemünze. :wink:
Im Schaaf ist die Medaille nicht angegeben und
so frage ich Euch, was für einen Sinn diese Medaille hat ?

Messing, 28 mm, 7,7 Gramm

LG

Patlin
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Görliz
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Beitrag von Görliz » Fr 17.07.09 19:00

Es könnte sich um eine Mutief probe handeln, wenn die Größe passt.

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Patlin
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Beitrag von Patlin » Fr 21.08.09 20:02

Wenn das eine Motivprobe wäre, dann würde ich mich aber riesig
freuen :lol:

LG

Patlin

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coin-catcher
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Beitrag von coin-catcher » Fr 21.08.09 22:38

Ich schweife mit meinen Gedanken in Richtung private Prägung!

Als Motivprägung spricht die ungenaue Adler (im Kranz)- sowie Kranzprägung! Wertangabe fehlt zwar auch, muss ja aber nichts heißen!

Vielleicht eine Ausgabe eines Kaufhauses, Brauerei, Sportvereins!

Viele Grüße

Nils

EDIT:

Vielleicht auch eine Medaillenprägung für das Ausland um den Bekanntheitsgrad Wilhelm II. zu (ver)stärken/ fördern (einfach nur ein Gedanke)

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Patlin
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Beitrag von Patlin » Fr 21.08.09 22:57

Hallo Nils,

das könnte gut möglich sein, vielleicht ein Jeton um 1900 ?

LG

Patlin

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coin-catcher
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Beitrag von coin-catcher » Fr 21.08.09 23:02

Patlin hat geschrieben:Hallo Nils,

das könnte gut möglich sein, vielleicht ein Jeton um 1900 ?

LG

Patlin
Könnte hinkommen,

oder eine Medaille kurz vor der Niederlage des 1.Wk! Wilhelm II. verlor ja immer mehr und mehr an ansehen.
Vielleicht ein letztes "aufbäumen" um in der Beliebtheitsskala etwas nach oben zu klettern!

Oder um den Gedanken des Jeton fortzuführen: vielleicht ein Kasino-Jeton! Größe eines 2 Markstückes = Wert eines 2 Markstückes!

Nils

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Patlin
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Beitrag von Patlin » Fr 21.08.09 23:15

Oder um den Gedanken des Jeton fortzuführen: vielleicht ein Kasino-Jeton! Größe eines 2 Markstückes = Wert eines 2 Markstückes!
Ist gut möglich ---> würde mich auch erfreuen :lol:

LG

Patlin

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Lutz12
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Beitrag von Lutz12 » Sa 22.08.09 10:30

Hallo,
das Stück erinnert sowohl von der Größe als auch der Gestaltung an eine Münze. Ich habe keine Ahnung was es nun wirklich ist, eine Medaille oder eine Münz-Probe? An eine Probe mag ich (persönlicher Eindruck) nicht glauben, eine in Deutschland hergestellte + vertriebene (zeitgenössische) Medaille steht wiederum durchaus im Konflikt zu den dt. Gesetzen. Hier mal ein Auszug davon:


"Bekanntmachung betreffend den Erlaß münzpolitischer Vorschriften vom 23. Juni 1910 (=RGBl. Seite 909)

Auf Grund des § 14 des Münzgesetzes vom 1.Juni 1909 (Reichs-Gesetzbl. S. 507) hat der Bundesrat folgende Vorschriften erlassen:

§ 1
Medaillen und Marken (Reklame-, Rabatt-, Spiel-, Speise- und sonstige Wertmarken) dürfen nicht das Bildnis des Kaisers oder eines Bundesfürsten in der auf den Reichsmünzen befindlichen Gestaltung tragen oder mit einer auf dem Rande befindlichen Schrift versehen sein. Auch dürfen sie nicht die Bezeichnung einer im Deutschen Reiche geltenden Münzgattung oder die Angabe eines Geldwertes enthalten.
Von dem Verbot im Abs. 1 Satz 1 ist das auf Denkmünzen etwa in abweichender Gestaltung angebrachte Bildnis des Kaisers oder eines Bundesfürsten ausgenommen.
Unter das Verbot der Randschrift (Abs. 1 Satz 1) fällt nicht die Anbringung eines Stempelzeichens, des Namen, der Firma des Herstellers oder bei Preismedaillen die Anbringung des Namens des Preisträgers.

§ 2
Marken (§ 1) dürfen nicht mit einem Durchmesser von mehr als 20 bis 22 Millimeter hergestellt werden. Dies gilt auch für Medaillen aus unedlem Metalle, die zu geringen Preisen für den Massenabsatz angefertigt werden.

§ 3
Medaillen und Marken von ovaler oder von drei- bis achteckiger Form werden von der Vorschrift im § 2 nicht berührt. Diese Medaillen und Marken sowie die Medaillen und Marken mit einem Durchmesser von wenigstens 41 Millimeter sind von dem Verbot im § 1 Satz 1 ausgenommen.

§ 4
Die in den §§ 1 und 2 enthaltenen Beschränkungen finden keine Anwendung auf solche Medaillen und Marken, die für das Ausland hergestellt und unmittelbar ausgeführt werden.

§ 5
Es ist verboten, Münzen, die auf Grund der Reichsmünzgesetze vom Bundesrat außer Kurs gesetzt sind, nachzumachen und solche nachgemachten Münzen in den Verkehr zu bringen oder sonst zu vertreiben, sofern diese nicht vermittels einer festen metallischen Verbindung Bestandteile anderer Gegenstände bilden.

§ 6
Wer gewohnheits- oder gewerbsmäßig obigen Vorschriften zuwider Medaillen oder Marken herstellt, feilhält, verkauft oder zu geschäftlichen Zwecken in Gebrauch hält, oder dem Verbote des § 5 zuwider Nachmachungen von solchen Münzen, die auf Grund der Reichsmünzgesetze vom Bundesrat außer Kurs gesetzt sind, in den Verkehr bringt oder sonst vertreibt, wird, sofern nicht nach anderen Bestimmungen eine schwerere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bis zu 6 Wochen bestraft.

§ 7
Die vorstehenden Bestimmungen treten mit dem 1. April 1912 in Kraft.
Berlin, den 23. Juni 1910.

Der Reichskanzler
In Vertretung:
Wermuth"

Für mich bleibt es erstmal rätselhaft :D
Lutz
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Beitrag von Patlin » Sa 22.08.09 19:20

Hallo Lutz,

vielen Dank für Deinen informationsreichen Beitrag :!:

An eine Probe mag ich auch nicht glauben, zumal im Schaaf
nichts dazu vermerkt worden ist. Eine private Probeprägung kann das
auch nicht sein, da wurde mit billigen Messing nicht hantiert. Also denke
ich bald, dass diese Medaille oder was auch immer das sein soll, vor
1909 geprägt sein muß. Ich mutmaße mal so in der Zeit von 1890 bis
1900 und da hatten ja Deine angegebenen Münzgesetze noch keinen Bestand :wink:

LG

Patlin

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Beitrag von Lutz12 » Sa 22.08.09 21:21

Ich habe leider nur diese Fassung in meinen Unterlagen, aber es wird sicher auch einen Vorgänger des Gesetzes gegeben haben. Ich habe das mal im Zusammenhang mit Notgeld und Konsum-Marken (seit ca. 1850) recherchiert, weil hier z.B. oft vier- oder achteckige Stücke vorkommen und auch die Materialien (Messing oder Zink vernickelt) sich deutlich von den kursierenden Münzen abheben. Dabei habe ich auch Fälle aufgedeckt, die eindeutig gegen das Gesetz verstoßen haben, wohl (ähnlich wie heute :wink: ) weil selbst die zahlreichen kleinen Prägeanstalten (die es eigentlich wissen sollten) nicht alle Gesetze kannten oder richtig auslegen konnten. Ähnliches ist also grundsätzlich auch bei Deinem Stück zumindest nicht auszuschließen.
Gruß Lutz
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Beitrag von Patlin » So 23.08.09 10:15

Also werde ich mir die nächsten Auktionskataloge genauer
ansehen, vielleicht finde ich dort irgendwann eine ähnliche Medaille,
oder doch beim Auktionshaus direkt mal nach fragen :?

Nochmals danke :!:

LG

Patlin

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