Französische Decime Fehlprägung ???

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Hoffi
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Französische Decime Fehlprägung ???

Beitrag von Hoffi » Sa 19.07.03 12:34

Hallo

Ich bin im besitz einer Decime, vermutlich um 1790.
Hab aber keine Ahnung, da ich mich mit Münzen überhaupt nich großartig auskenne :D

Jetzt aber zu meiner Frage:
Auf der Rückseite ist ein Kopf abgebildet, und darüber steht ganz schwach das Wort Decime (wie auf vorderseite) und die Zahl 2 (ist umgefähr bei der Nase der Fra). Desweiteren ist auf der Vorderseite ein Männchen (bei LAN5) zusehen, dieses sieht man auch auf der Rückseite, wiederum nur ganz Schwach.
Gehört das so oder handelt es sich hierbei um eine Fehlprägung ?

Auf einer Münzseite habe ich die selbe Münze gesehen, die hatte dort nämlich nichts stehen !

Freue mich über eure Antworten :P

Gruß
Hoffi
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mumde
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Beitrag von mumde » Mo 21.07.03 00:55

Hallo Hoffi, ich sehe gerade, daß noch niemand was zu Deiner Frage geschrieben hat, deshalb schreibe ich mal was. Dein Foto ist nicht so deutlich, daß ich genau sagen könnte, worum es sich bei Deinem Stück handelt. Aber es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist Dein Stück zweimal durch die Prägemaschine geschickt worden (so sieht es mir aus), so daß die Rückseite nochmal auf der Vorderseite abgeprägt wurde. Oder es handelt sich um "clashed dies", d. h. Vorder- und Rückseiten-Stempel sind mal zusammengeschlagen, ohne daß ein Schrötling dazwischenlag, und dadurch wurden die Stempel so beschädigt, daß nun immer das Vorderseitenbild auch schwach auf der Rückseite zu sehen ist, und das Rückseitenbild auf der Vorderseite. Bei Deinem Stück habe ich aber, wie gesagt, den Eindruck, daß es sich um ein Stück handelt, das aus irgendwelchen Gründen zweimal beprägt wurde. Das gehört sich zwar nicht so, es ist eine Fehlprägung, aber es ist für diese Zeit auch nichts Besonderes. Die Auffassung, daß ein schlecht geprägtes Stück mehr wert ist als ein gut geprägtes Stück, gibt es erst bei den Sammlern von Münzen des 20. Jahrhunderts. Dein Stück ist weniger wert als ein gut ausgeprägtes und gut erhaltenes Stück.
Gruß mumde

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Beitrag von mfr » Mo 21.07.03 18:04

Hallo,
"clashed dies", (auf deutsch nennt man das übrigens Lichtenrader Prägung), schliesse ich aus, denn dabei erscheint das Bild spiegelverkehrt.
mumde hat geschrieben:Die Auffassung, daß ein schlecht geprägtes Stück mehr wert ist als ein gut geprägtes Stück, gibt es erst bei den Sammlern von Münzen des 20. Jahrhunderts. Dein Stück ist weniger wert als ein gut ausgeprägtes und gut erhaltenes Stück.
Für Sammler von Fehlprägungen ist so ein Stück sicherlich mehr wert als ein normal geprägtes. :roll:

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Beitrag von wpmergel » Mo 21.07.03 20:21

@muenzenfreund

da verkennst Du die Bedeutung der Größe der Sammlergemeinde für die Preisgestaltung. Diesen Hype auf sogenannte Fehlprägungen gibt es eigentlich nur bei euro-Sammlern. Je älter das Sammelgebiet, um so weniger Interesse an Verprägungen - weil die Regel. Schon ab Altdeutschland führen die relativ häufigen "Prägeunfälle" zu deutlichen Abschlägen.
Herzliche Grüße aus Waldeck
Wolfgang M.

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Beitrag von Torfstecher » Mo 21.07.03 22:26

Ja, merkwürdig, ein Angebot wie:

"Sensation: Taler von 1674, Super-Fehlprägung!
Bild dezentriert!
Zainende!!
Und besonders toll: Auch noch extrem flau geprägt!!!"

riefe vermutlich nicht so richtig viel Begeisterung hervor. :wink:

mfr
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Beitrag von mfr » Mo 21.07.03 23:00

Es ist mir schon klar das bei älteren Münzen kleinere Abweichungen wie Dezentrierungen, Doppelprägungen oder Stempeldrehungen normal sind, aber ein Stück welches 2x beidseitig geprägt wurde gehört mit Sicherheit nicht dazu. Da könnt ihr mir nicht erzählen das sowas nicht selten ist. Ich habe so ein Stück jedenfalls noch nie gesehen. Dafür schon einige exteme Dezentrierungen und sonstige FPs aus "Altdeutschland" die deutlich höher weggingen als vergleichbare "gut geprägte" Stücke.
Vor kurzem wurde bei ebay ein Pfennig angeboten auf dem SCHIEDE statt SCHEIDE-MÜNZE geprägt war. Ich bin bis 50 € mitgegangen aber meint ihr ich habe den Zuschlag bekommen ? :roll: Ein normales Stück hätte höchstens 5 € gekostet...
"Richtige" Fehlprägungen haben immer ihren Wert.

@wpmergel: Fehlprägungen sind eigentlich seit Einführung der maschinellen Fertigung und der damit verbundenen Perfektion interessant. Der Euro hat allgemein für eine Belebung des Münzmarktes gesorgt. Bei der Anzahl neuer Sammler ist es auch klar das immer ein paar dabei sind die bereit sind mehr zu bezahlen als andere.

Ausserdem muss man Fehlprägungen genau so individuell ansehen wie andere Münzen auch. Für einen dezentrierten Friedrich den Weisen würde sicherlich keiner mehr bezahlen als für ein normal geprägtes Stück. Bei einem Markstück sähe das schon anders aus... die erreichen regelmäßig sehr gute Preise.

Ich finde es nur traurig das man sich immer wieder für sein Sammelgebiet rechtfertigen muss, bei den Briefmarkensammlern hat sich das Gebiet Abarten schon seit Jahren etabliert, bei den Münzsammlern wird man bestenfalls belächelt.

Eigentlich wollte ich auch noch eine echte Lichtenrader Prägung vorstellen die ich heute gefunden habe, aber das verkneife ich mir lieber. Mein Sammelgebiet schlecht reden kann ich alleine.

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Beitrag von mumde » Di 22.07.03 00:44

Hallo Muenzenfreund, ich hatte vor einiger Zeit hier im Forum in einem bestimmten Zusammenhang geschrieben, daß ich nicht nach "hoher" und "niederer" Numismatik unterscheide. Man kann sich irgend ein Thema nehmen und dazu eine äußerst interessante Sammlung aufbauen. Eine Sammlung von alten Verprägungen, an denen z. B. die Entwicklung der Prägetechnik deutlicher erkennbar wird als an den normal geprägten Stücken, ist interessant. Aber eine einzelne alte Verprägung ist nichts Besonderes. Ich mache diese Erfahrung doch immer wieder. Ich habe z. B. seit Jahren einen englischen Penny von Henry III, mit dem genau das passiert ist: Er ist erst etwas dezentriert geprägt, und dann hat man ihn genommen und nochmal draufgehauen, aber Rückseite auf Vorderseite. Kein Mensch will sowas haben.
Du erwähnst eine Münze, auf der SCHIEDE- statt SCHEIDE-MÜNZE steht. Ein doppelt beprägtes Stück ist aber anders zu bewerten als eine Münze, die von einem falsch geschnittenen Stempel geprägt ist. Es gibt katalogisierte und gesuchte Irrtümer, wie z. B. die preußischen Taler, auf denen THAELR steht. Die werden teurer gehandelt als normale Taler.
Es tut mir leid, daß Du Dich angegriffen fühltest - das war bestimmt nicht von mir gewollt. Du bist einer der Aktivsten hier im Forum, normalerweise der Schnellste beim Antworten auf Fragen, und ich schätze Deine Arbeit hier sehr hoch ein.
Also die Zusammenfassung dessen, was ich sagen will: Jedes Sammelgebiet hat seine Berechtigung, wenn etwas Interessantes dabei herauskommt. Ich kann mir sehr gut eine interessante Verprägungs-Sammlung vorstellen. Es ging mir bei meinem ursprünglichen Text aber darum, daß eine Verprägung wie die des Décime weniger gesucht ist als ein gut ausgeprägtes und gut erhaltenes Stück, und dieser Meinung bin ich immer noch.
Nur noch nebenbei: Mit dem Begriff "Lichtenrader Prägung" habe ich mich nie anfreunden können. Ich kenne in der deutschen Sprache aber auch keine bessere Bezeichnung dessen, was ich da meine, deshalb wich ich auf die englische Bezeichnung aus. Lichtenrade ist ein Stadtteil von Berlin, in dem nie irgendetwas geprägt wurde.
Also, Muenzenfreund, nimm's mir bitte nicht übel, es war nicht böse gemeint.
Gruß mumde

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Beitrag von Obelix » Di 22.07.03 08:25

@muenzenfreund

Lass den Kopf nicht hängen, auch ich biete auf dezentrierte oder doppelgesenkte Stücke meiner Sammelgebiete.
Wenn ich für kleines Geld ein solches Stück bekommen kann wandert es zu den Rohlingen und anderen nicht normanlen Stücken.

Münzen mit falschem Stempel sind in der Tat sehr gesucht, ich habe mit Glück 3 Münsteraner in meine Sammlung bekommen, die ich auch für viel Geld nicht wieder abgeben würde.
[url=http://www.muensteraner-muenzen.de][img]http://www.muensteraner-muenzen.de/banner/msmuenzen_234x60.jpg[/img][/url]

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Beitrag von wpmergel » Di 22.07.03 09:31

@muenzenfreund,

ich schließe mich inhaltlich voll und ganz mumde an.

Trotzdem solltest Du den Thread mit einigem Abstand erneut lesen. Wir sind doch zum diskutieren hier und keiner will andere persönlich herabsetzen. Die Schärfe kam von Dir aber NIEMAND hat ein Monopol auf die Wahrheit.

Ich hatte es schon einmal geschrieben: Nur wer sich hinterfragt - kann dazu lernen.
Herzliche Grüße aus Waldeck
Wolfgang M.

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Beitrag von mfr » Di 22.07.03 14:35

Hallo,
@mumde & wpmergel: Ihr habt ja Recht, vielleicht hab ich auch etwas übertrieben, aber ich meinte da schon eine gewisse Abneigung heraus gelesen zu haben. :oops: Dem war dann wohl nicht so, hätte ich von euch auch nicht gedacht. Also Schwamm drüber.

@mumde: Das mit dem Penny glaube ich dir, fällt mir aber auch irgendwie schwer, es ist doch ein interessantes Stück. Aber wie gesagt muss man sowas immer individuell betrachten, ich weiss ja nicht wie beliebt dieses Sammelgebiet an sich ist (bezogen auf normal geprägte Stücke) und wie das Preisniveau ist. Bei sehr teuren Stücken führt eine Verprägung eher zu Abwertungen weil der hohe Preis den Kreis der Interessenten einschränkt. Bei "billigen" Stücken ist es eher eine Aufwertung.

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