Münzsammlung verkaufen - eine erste Hilfestellung

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mimach
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Münzsammlung verkaufen - eine erste Hilfestellung

Beitrag von mimach » Sa 04.02.23 23:48

Im Verein für Münzkunde Nürnberg gab es am 14. September 2022 einen Vortrag zum Thema Verkauf von Sammlungen.
Die folgende Zusammenfassung des Vortragenden möchte ich informativ allen Sammlern und Erben von Sammlungen zur Verfügung stellen.


14. September 2022: Zum Thema „Der Verkauf von Münzen und Medaillen“ gab ein Vorstandsmitglied des Vereins unter dem Motto: „Taler Taler Du musst wandern – von einem Sammler zum anderen“ wichtige Hinweise zu einer viele Sammler umtreibenden Frage.

Die meisten Münzen und Medaillen im Münzhandel stammen aus der Auflösung von Sammlungen. Entweder der Sammler selbst oder seine Erben trennen sich von ihren Schätzen. Nicht Alles, was gesammelt wurde, wird heute am Sammlermarkt nachgefragt.

- Die meisten Gedenkmünzen der BRD bekommt man nur zum Nennwert los. Aber eine 5 DM 1958 J in polierter Platte kann 10.000 Euro kosten. Um eine seltene und wertvolle Münze zu erkennen und ihren Erhaltungsgrad zu beurteilen sowie eine Bewertung und Verkaufsstrategie zu erstellen, ist oft viel Wissen und Erfahrung nötig. Dies ist am ehesten im numismatischen Fachhandel vorhanden. (Siehe Verband der Deutschen Münzenhändler e.V.)

Die Funktion des Handels ist es, die Nachfrage zu kennen und Angebotenes an Sammler zum bestmöglichen Preis vermitteln. Dies gelingt den großen Namen des Münzhandels – auch mithilfe des Internets – ziemlich gut. Diese Dienstleistung kostet den Handel Arbeitszeit und Aufwand, weshalb er Gebühren nimmt.

- Ein Sammler weiß, wo er seine Stücke erworben hat, was er bezahlt hat und er kennt Händler, denen er seine Sammlung anbieten kann. Bei Erben ist diese Kenntnis oft nicht so detailliert vorhanden. Hier kann viel schiefgehen: Münzen werden geputzt oder ungeeignete Ansprechpartner werden ausgewählt.

- Ein Sammler sollte seinen Erben eine Aufstellung davon hinterlassen, was vorhanden ist, dass die Stücke so belassen werden wie sie sind, und er sollte mehrere Ansprechpartner aus dem Handel benennen, denen er vertraut.

- Gold ist immer wertvoll und in den letzten Jahren immer teurer geworden, deshalb gibt es so viele Goldankaufsstellen. Viele Goldmünzen haben aber über ihren Materialwert hinaus einen erhöhten Sammlerwert aufgrund ihrer Seltenheit oder guten Erhaltung. Deshalb gilt auch hier: Frag zuerst den numismatischen Fachhandel, bevor zum Goldwert verkauft wird.

- Um eine seltene und wertvolle Münze zu verkaufen, ist eine echte Auktion eines seriösen Auktionshauses mit großer Reichweite (Internet) und Kundenbasis das Richtige. Dort fällt der Hammer erst, wenn keiner mehr MEHR bieten will.
- Bei häufigeren Stücken ist auch Ankauf oder Versteigerung als Lot üblich.

Fazit: Man sollte den Fachhandel konsultieren und mehrere Meinungen einholen. Zur Kontaktaufnahme ist es auch möglich, mit dem Smartphone Fotos zu machen und solche dann per E-Mail an seine Ansprechpartner zu versenden.

Steuerliches: Bei Erbschaften kann das zuständige Finanzamt eine Bewertung fordern. Auch hierbei hilft der seriöse Handel. Die Sammlung kann auch an verschiedenen Stellen in Teilen verkauft werden, dies führt noch nicht zu gewerblicher Tätigkeit des Verkäufers.

Rechtliches: Das Geldwäschegesetz verpflichtet Ihre Bank, bei ungewöhnlichen Geldeingängen nachzufragen. Es liegt im Ermessen der Bank, inwieweit dies dann zu Meldungen kommt. Der Münzhandel wie auch andere Edelmetall–Ankaufs- bzw. Verkaufsstellen (z.B. Bank) müssen aufschreiben, was sie von wem bzw. an wen ge- bzw. verkauft haben.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor mimach für den Beitrag (Insgesamt 2):
Pfennig 47,5 (Mo 06.02.23 09:30) • edsc (Mo 06.02.23 12:53)
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Mitglied im Verein für Münzkunde Nürnberg
"Wir laden herzlich zu unseren Stammtischen und Vorträgen im Germanischen Nationalmuseum ein!"
https://www.vfm-nbg.de/
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