Pferde auf Makedoniern
Moderator: Numis-Student
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Pferde auf Makedoniern
Hallo,
ich bin noch neu im gebiet der Griechen aber mir kommen immerwieder Griechen aus Makedonien vor die Augen und sehr viele davon haben auf
der Rückseite das Motiv eines Pferdes mit oder ohne Reiter drauf. Warum ist dieses Motiv so häufig gewählt worden ?
ich bin noch neu im gebiet der Griechen aber mir kommen immerwieder Griechen aus Makedonien vor die Augen und sehr viele davon haben auf
der Rückseite das Motiv eines Pferdes mit oder ohne Reiter drauf. Warum ist dieses Motiv so häufig gewählt worden ?
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Re: Pferde auf Makedoniern
Anders als im gebirgigen und kargen Griechenland, das bis auf Thessalien kaum Weideland für Pferde besitzt und wo die Reiterei deshalb militärisch auch keine grosse Rolle spielte (Hoplitenarmeen), verfügte die makedonische Tiefebene über ideale Voraussetzungen zur Pferdezucht. Daraus entwickelte sich eine Adelskultur, in welcher dem Pferd als Symbol von Reichtum und militärischer Macht grosse Bedeutung zukam - was sich auch in der Münzprägung widerspiegelt.
Gruss, Lars
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Re: Pferde auf Makedoniern
Ich dachte ja immer, dass die Makedonen auf den Pferden saßen und nicht umgekehrt, aber so kann man sich täuschen
.
Die Darstellung von Pferden auf Münzen ist nun aber nicht spezifisch makedonisch, das gab es anderwo auch, mit und ohne Reiter. Hier ein paar Beispiele, die mir spontan einfallen:
Thessalien (hatte Pscipio erwähnt) http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Alexandreia Troas: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Magnesia am Mäander: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Termessos: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Zeugitana (Karthago): http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Gargara: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Aspendos: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Maroneia (liegt aber in der Nähe von Makedonien): http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
und da lassen sich bestimmt noch viel mehr finden.
Gruß
Altamura

Die Darstellung von Pferden auf Münzen ist nun aber nicht spezifisch makedonisch, das gab es anderwo auch, mit und ohne Reiter. Hier ein paar Beispiele, die mir spontan einfallen:
Thessalien (hatte Pscipio erwähnt) http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Alexandreia Troas: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Magnesia am Mäander: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Termessos: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Zeugitana (Karthago): http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Gargara: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Aspendos: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
Maroneia (liegt aber in der Nähe von Makedonien): http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=
und da lassen sich bestimmt noch viel mehr finden.
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Re: Pferde auf Makedoniern
Klar, das Pferd spielte in vielen Kulturen eine wichtige Rolle - aber der Kontrast von Makedonien zum Griechenland der klassischen und hellenistischen Zeit ist natürlich auffällig und lässt sich kulturhistorisch gut nachvollziehen. Die Münzen aus Kleinasien mit Pferden sind dann oft schon makedonisch-hellenistisch geprägt, da häufig (aber beileibe nicht immer) nach den Eroberungen Alexanders ausgegeben, ähnliches gilt natürlich für die Seleukiden.
Aspendos ist ein gutes Beispiel für vor-makedonische Pferdeprägungen. Wenn man schon mal in der pamphylischen Tiefebene war, so versteht man auch sofort wieso - und weshalb die Stadt Alexander (wie vorher den Persern) einen Tribut in Pferden zu stellen hatte.
Lars
Aspendos ist ein gutes Beispiel für vor-makedonische Pferdeprägungen. Wenn man schon mal in der pamphylischen Tiefebene war, so versteht man auch sofort wieso - und weshalb die Stadt Alexander (wie vorher den Persern) einen Tribut in Pferden zu stellen hatte.
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Re: Pferde auf Makedoniern
Danke für die erklärungen und Links
hatte auch schon die Vermutung, dass das was mit der geographischen Lage Makedoniens zutun haben könnte und Pferde sind ja schon immer ein Symbol der höheren Schicht gewesen.
Hatte überlegt, mein Sammelgebiet der Griechen auf das Makedonisches Königreich zu legen bin mir aber noch nicht sicher.

Hatte überlegt, mein Sammelgebiet der Griechen auf das Makedonisches Königreich zu legen bin mir aber noch nicht sicher.
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Re: Pferde auf Makedoniern
Altamura2 hat geschrieben:Ich dachte ja immer, dass die Makedonen auf den Pferden saßen und nicht umgekehrt, aber so kann man sich täuschen
haha ja die Makedonier waren stark und trugen ihre Pferde

War wohl eine Personifikation der Münzen in meiner Überschrift
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Re: Pferde auf Makedoniern
In dieser Allgemeinheit würde ich das jetzt nicht stehen lassen. Pferdeköpfe gab es bereits auf den ganz frühen Elektronmünzen, zu Zeiten, zu denen man in Makedonien vielleicht noch gar nicht gewusst hat, was Münzen sind (was ein Pferd ist, aber vermutlich schonPscipio hat geschrieben:... Die Münzen aus Kleinasien mit Pferden sind dann oft schon makedonisch-hellenistisch geprägt, da häufig (aber beileibe nicht immer) nach den Eroberungen Alexanders ausgegeben, ...

http://www.cngcoins.com/Coin.aspx?CoinID=246550
http://www.cngcoins.com/Coin.aspx?CoinID=121382
Es gibt auch genügend Beispiele von nicht-makedonischen Pferden, die zeitlich vor dem makedonischen "Aufstieg" liegen (wenn man das so nennen will):
http://www.asiaminorcoins.com/gallery/d ... play_media
http://www.asiaminorcoins.com/gallery/d ... play_media
http://www.asiaminorcoins.com/gallery/d ... play_media
http://www.asiaminorcoins.com/gallery/d ... play_media
http://www.asiaminorcoins.com/gallery/d ... play_media
http://www.asiaminorcoins.com/gallery/d ... play_media
Die Liste ließe sich fortsetzen (ich hab' da einfach bei Asia Minor Coins in der Suchfunktion "horse" eingegeben, dann purzeln die alle raus

Dass das Pferd auf den makedonischen Münzen eine besondere Stellung hat, ist schon richtig (wie aber z.B. auf den thessalischen auch), aber ein makedonisches Alleinstellungsmerkmal vermag ich darin noch nicht zu sehen

Bei denen finde ich aber, dass der Pferdeanteil beim gesamten Münzausstoß eher bescheiden ist. Und auffallend ist auch, dass auf den "typischen" Münzen von Alexander III (wenn man von einer Serie von Bronzemünzen und Beizeichen mal absieht) gar keine Pferde auftauchenPscipio hat geschrieben:... ähnliches gilt natürlich für die Seleukiden. ...

Gruß
Altamura
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Re: Pferde auf Makedoniern
Von einem makedonischen Alleinstellungsmerkmal hat ja auch niemand gesprochen, sondern vom Kontrast zwischen den makedonischen Prägungen und jenen des klassischen und hellenistischen Griechenlandes (mit Ausnahme Thessaliens, was ich schon erwähnt hatte). In Kleinasien hingegen gibt es eben durchaus zur Pferdezucht geeignete Gebiete, nicht nur in Pamphylien sondern in vielen der westkleinasiatischen Küstenebenen. Dies hatte früh Auswirkungen auf die Bildung einer eigenen Art der Aristokratie, ein Prozess, der in hellenistischer Zeit durch das Vorbild der makedonischen Hetairoi sicherlich zusätzlich gefördert wurde.
Was die Prägungen Alexanders und seiner Nachfolger betrifft, so hat die Wahl der Motive Herakles und Zeus zweifellos mit der Persönlichkeit Alexanders und seiner Nähe zu diesen Göttern/Halbgöttern zu tun. Nicht zu vergessen sind übrigens die vielen postumen Philipp II. Tetradrachmen mit der Pferderückseite, die nach Alexanders Tod noch geprägt wurden.
Pscipio
Was die Prägungen Alexanders und seiner Nachfolger betrifft, so hat die Wahl der Motive Herakles und Zeus zweifellos mit der Persönlichkeit Alexanders und seiner Nähe zu diesen Göttern/Halbgöttern zu tun. Nicht zu vergessen sind übrigens die vielen postumen Philipp II. Tetradrachmen mit der Pferderückseite, die nach Alexanders Tod noch geprägt wurden.
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Re: Pferde auf Makedoniern
Ein zusätzlicher Gedanke: die seleukidischen Elefantenprägungen darf man wohl in der gleichen Entwicklungslinie sehen - der Elefant als Symbol adliger (hier: königlicher) militärischer Macht und als Statussymbol. Das ist nicht ganz überraschend, wenn man bedenkt, dass Seleukos die indischen Provinzen für eine Lieferung von 500 Kriegselefanten an Chandragupta abtrat, und diese Elefanten sich kurz darauf bei Ipsos als kriegsentscheidend herausstellen sollten.
Lars
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