Bulgarien?

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Pscipio
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Bulgarien?

Beitrag von Pscipio » Mi 17.11.04 23:19

Hallo zusammen

Hier eine Silbermünze, die ich kürzlich so nebenbei erworben habe. Kann mir jemand eine genaue Bestimmung geben? Ich hätte spontan auf Bulgarien, 13. oder 14. Jh. getippt, aber ich kenne mich mit dieser Materie kaum aus...

Ø 13 mm, 0.83 g

Die Gelbtönung ist auf das Fotografieren zurück zu führen.

Viele Grüsse
Pscipio
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mumde
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Beitrag von mumde » Do 18.11.04 00:09

Hallo Pscipio, die Münze ist ein stark beschnittener Grosso von Venedig. Das DVX an der Fahnenstange kommt bei den bulgarischen Stücken nicht vor. Die unbeschnittenen Grossi haben eine Umschrift, die den Namen des Dogen nennt. Venezianische Grossi haben ein Gewicht von etwa 2 Gramm.
Gruß mumde

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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Do 18.11.04 00:14

Danke Mumde! Von wem und zu welchem Zweck ist denn die Münze beschnitten worden?

Ist denn eine genaue bestimmung durch die Beschneidung unmöglich geworden?

Viele Grüsse
Pscipio
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Beitrag von mumde » Do 18.11.04 20:25

Dieser Grosso muß ungefähr zwischen 1250 und 1350 geprägt worden sein. Bei den späteren Grossi sieht der Doge nicht mehr den Betrachter, sondern den hl. Markus an. Eine nähere Bestimmung ist nicht möglich, da der Name des Dogen fehlt.
Silbermünzen und Goldmünzen wurden von Betrügern beschnitten, die die Edelmetallschnipsel dann einschmolzen. Die hier gezeigte Münze ist recht brutal beschnitten, denn den Personen fehlt ja jeweils der halbe Kopf. Auch das Gewicht zeigt das schon. In manchen Territorien gab es Bestimmungen, welche Teile des Münzbildes vorhanden sein mußten, damit eine runde Münze noch zum Nominalwert angenommen werden konnte, z. B. drei von vier Kreuz-Enden (bei der Hammerprägung verrutschte der Stempel manchmal, so daß dann auch ein vollgewichtiges, aber leicht dezentriertes Stück gültige Münze war). Viel später, als die maschinelle Prägung aufkam, das Beschneiden der Münzen aber immer noch profitabel war, fand man mit der Rändelung einen Schutz gegen das Beschneiden. Auf englischen Silbermünzen des 17. Jh. findet man als Randschrift DECUS ET TUTAMEN = Zur Zierde und zum Schutz, d. h. Schutz gegen Beschneidung.
Gruß mumde

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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Do 18.11.04 20:26

Vielen Dank für die Infos, Mumde...

Gruss, Pscipio
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