Kleine Tricks beim Scannen

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drakenumi1
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Kleine Tricks beim Scannen

Beitrag von drakenumi1 » Di 24.03.09 13:51

Viel zu oft bemerkt man, daß die Möglichkeiten des Scanners nicht völlig ausgenützt werden, daß Darstellungen zu klein oder ungünstig beleuchtet gescannt werden oder daß Farben völlig falsch wiedergegeben werden. Das mündet dann meist in der abschließenden Entschuldigung, daß die Münze in Wirklichkeit viel schöner aussehen würde (was dann vom Betrachter meist bezweifelt wird).
Angestoßen durch chinamuls neulich vorgestellten Scan einer Gordian - Bronze, der diese Fehler offensichtlich alle nicht aufweist, dachte ich mir, es könne nicht schaden, hier für Unerfahrene beim Scannen ein paar Tips oder Tricks zusammenzustellen, deren Befolgung letztlich zu ansehnlichen Abbildungen führen, die auch der Realität weitgehend entsprechen.
Hier z.B. das Thema: Von welcher Seite sollen Vs. oder Rs. beleuchtet werden?
Es ist in praxi keinesfalls ohne Bedeutung, in welcher Richtung eine Münze in den Flachbettscanner eingelegt wird. Wir scannen ja kein völlig planes Blatt Papier, sondern eine Münze mit Relief, mit geringen Höhen- und Tiefenunterschieden. Und die Beleuchtung erfolgt auch nicht rechtwinklig zur Münzfläche, sondern in einem sehr spitzen bzw. kleinen Winkel zu dieser Ebene. Folglich entstehen durch das Münzrelief Schatten, die einen räumlichen Eindruck von "Tiefe" beim Betrachter hinterlassen. Eine ohne Weiteres gewünschte Erscheinung, wenn der Kontrast zwischen hellen, beleuchteten Partien und Schattenbereichen nicht zu groß wird.
Und hier werden häufig gravierende Fehler gemacht, was die Richtung des auf die Münze fallenden Lichtes anbetrifft. Studieren wir mal die Ausstellung eines Portraitfotografen, stellen wir fest, daß das Licht meist schräg von oben auf die Stirn des "Opfers" fällt, so wie auch in der Natur die Sonne uns ja schräg von oben bescheint. Das empfinden wir automatisch als schön und natürlich. Unnatürlich dagegen würde eine Beleuchtung empfunden werden, läßt man das Licht von unten, von den Füßen des "Opfers" her auf sein Gesicht fallen.
Fazit: Man hat es in der Hand, durch leicht zu ermittelnde Probescans und sinnentsprechendes Einlegen der Münze in den Scanner die Art der gewünschten Beleuchtung zu wählen. Dabei ist es fast unerheblich, wo, in der Mitte oder in Nähe der 4 Ecken des Scannerfeldes die Münze positioniert wird. Nur ist es nicht egal, wie herum die Münze auf dem Glas liegt !
Ein anderer häufig praktizierter Fehler betrifft vornehmlich die Rs.-Scannung, wenn die Darstellung über viele lange, linienförmige Objekte verfügt, z.B. lange Pferdebeine, Stuhlbeine, Speere o.ä., wenn diese senkrecht zur Aufstellebene (Boden) der Darstellung verlaufen. Dann fällt das spitze Licht der Scannerlampe in die gleiche Richtung, wie die Beine und sie werfen keinerlei Schatten, werden letztenendes überhaupt nicht abgebildet, eine unangenehme Konsequenz. Abhilfe schafft das Drehen der Münze um 90 Winkelgrade, und schon gibt es wieder Schatten. Zurückdrehen kann man den nun erst einmal um 90 oder 180 Grad schiefstehenden Scan ja dann auf elektron. Wege auf der Festplatte, meist auch ohne Qualitätsverlust.
Soweit für's Erste. Anhängender Scan eines Commodus-Denars soll diese Erscheinung der Schattenlage und der Veränderung des Eindrucks beim Betrachter belegen.
Vielleicht schreibt jemend von Euch hier weiter? Es gibt sicherlich noch viel mehr interessante Kniffe, die zu interessanten Ergebnissen führen, denkt

drakenumi1
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Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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