Keltenmünzen Herkunft?

Keltische Münzen

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holzwirkstatt
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Keltenmünzen Herkunft?

Beitrag von holzwirkstatt » Do 07.05.09 20:56

Hallo Keltenfreunde.

Befasse mich seit kurzem mit Keltischen Münzen. Solche Münzen werden ja auch immer wieder bei Münz-Auktionen oder von Münzenhändlern angeboten ( nicht Ebay) In Deutschland ist es ja verboten Bodenfunde zu suchen, geschweige denn sie zu behalten. Woher stammen diese Münzen dann? Wurden diese vor 1948 gefunden, wo es das Schatzregal noch nicht gab, oder sind es Münzen aus Museumsbeständen? Oder sind es Münzen die durch den damaligen Handel aus „Deutschland“ ins „Ausland“ gelangt sind und dann gefunden und verkauft werden, weil dort andere Gesetze herrschen?

Gruß Holzwirkstatt

Dietemann
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Beitrag von Dietemann » Do 07.05.09 22:17

Deine Aussagen scheinen mir nicht genau der Realität zu entsprechen, meines Wissens gibt es in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedliche Regelungen zu Bodenfunden und zum Schatzregal.
Auf der anderen Seite: Google mal nach Lauffer oder lies im Forum die Artikel, die sich mit antikem Fundgut beschäftigen.

Freundlichst Dietemann
Matth.18,21-35

holzwirkstatt
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Beitrag von holzwirkstatt » Do 07.05.09 22:32

Deine Aussagen scheinen mir nicht genau der Realität zu entsprechen..........
Das meine Aussage unbedingt der Relität entspricht, wollte ich auch gar nicht sagen. Deshalb ja meine obige Frage. Gibt es in Deutschland Bundesländer in denen man seine Funde behalten darf, wenn man sie Meldet und dann über Auktionatoren verkaufen?

Gruß Holzwirkstatt

Dietemann
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Beitrag von Dietemann » Do 07.05.09 22:39

Matth.18,21-35

Schniedelwutz
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Beitrag von Schniedelwutz » Mi 27.05.09 21:31

Ja natürlich kann man z.B in Hessen eine Genehmigung zum Prospektieren mit der Sonde beantragen.Kreisarchäologe,Landesamt für Bodendenkmalspflege.
Man muß archäologisch interessiert sein,damit man erkennt wenn man beim Graben ein plötzlich auftretendes Bodendenkmal stört.
Suchen und finden darf man,vorausgesetzt man legt seine Funde bei Amt vor.
Zum Prospektieren sind nur gestörte Flächen vorgesehen ,Ackerfluren,Baustellen etc. natürlich immer in Absprache mit dem Grundeigner.
Archäologische Bodendenkmäler,Ringwälle,Siedlungsstellen,die als solche bekannt sind,sind streng verboten.
Funde gehen an den Finder nach der Bearbeitung durchs Amt zurück,ausgenommen Stücke von außergewöhnlichem kulturhistorischem Wert.
Wird der Fund nach Vorlage beim Amt freigegeben,ist der Finder auch uneingeschränkter Eigentümer nach BGB und kann das Stück auch verkaufen.
Alles nur in Bundesländern ohne Schatzregeal.

Schniedelwutz
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Beitrag von Schniedelwutz » Mi 27.05.09 22:26

Die neue Regelung mit den Pedigee bei Antiken ist ungefähr so bekloppt wie die Prohibition im Amerika der 20er Jahre.
Vorher konnte man immer z.b. bei Ebay offen sehen,wer was verkauft,der Markt war viel transparenter,kontrollierbarer.
Jetzt sieht man überhaupt nicht mehr,wo was verschoben wird.
Die zehntausende vererbter antiker Münzen sind für die Erben fast wertlos ,denn wer hat schon vor zwanzig Jahren ein Pedigree ausgestellt.Hat ja auch kein Schwein interessiert,hauptsache das Stück war echt.Aber jetzt haben wir eine Wirtschaftskrise und da brauchen wir natürlich Pedigrees, damit alles besser klappt mit dem Verkauf.
Ein Glück das nicht jeder Zweite Münzsammler ist: So wie etwa wie die Fußball-Fans sofort Amok laufen ,würde man für Fußbälle Waffenscheine verlangen,weil auch mal Fensterscheiben zu Bruch gehen.
Was der verbeamtete Wahnsinn hier für einen Schaden im deutschen Münzhandel anrichtet, ist unvorstellbar

holzwirkstatt
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Beitrag von holzwirkstatt » Do 28.05.09 21:35

Hallo Schniedelwutz.

Danke für die Antwort. Aber was ist "Pedigee". Dachte zuerst an Hundefutter :lol:
Aber das kanns ja wohl nicht sein.

Gruß Holzwirkstatt
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areich
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Beitrag von areich » Do 28.05.09 21:55

Abstammung, d.h. ein Nachweis, daß die Münze dann und dann in der und der Auktion verkauft wurde oder aus jener bekannten und alten Sammlung stammt.

holzwirkstatt
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Beitrag von holzwirkstatt » Do 28.05.09 22:31

Hallo areich.
Danke für die Antwort. Habe verstanden.
Ich denke ähnlich wie Schniedelwutz, das durch das Schatzregal und die sogenannte Pedigee keinem geholfen ist. Alte Funde aus "Opas Sammlung" und neue Funde von Sondlern bekommt die öffentlichkeit dadurch nicht mehr zu sehen und die Geschichtsforschung hat dadurch mehr verloren als gewonnen.

Gruß Warnixlos
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indiacoins
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Beitrag von indiacoins » Fr 29.05.09 00:42

Korrektur.
In Deutschland gibt es offiziell dieses Pedigree für Münzen nicht und es wird auch nichts deratig ähnliches gefordert, wenn man antike Münzen verkaufen will, deren Kaufrechnung man vorweisen kann.
Da Pedigree , wie es genannt und verlangt wird, existiert bisher einzig und allein in der Schweiz.
Nur schweizer Staatsbürger können dort ein Pedigree erhalten.

Funde müssen grundsätzlich in allen Bundesländern gemeldet werden!

In einigen werden sie knallhart eingezogen und man bekommt sie nicht oder später vielleicht mal wieder, in einigen Ländern werden sie einfach nur archiviert und gehen dann irgendwie verloren, dann wieder gibt es Fälle, wo man gar nichts abgeben muß.
Und es gibt Fälle, daß man bei Fundmeldung selbst nach 1 Jahr keine Rückmeldung bekommt.
Es gilt aber immer:
"Melden macht frei"( Anrufen, Mail oder Brief), aber,... ohne Aufforderung sollte man dann nichts von den Fundobjekten einschicken.
Die melden sich schon ganz von alleine, wenn es einen Verdacht auf und Intersesse an kulturhistorisch wichtigen Funde gibt.

Und Funde an manchen bestimmten Fällen sind gar nicht erwünscht, weil dort z.b ein Baumarkt, ein industriegebiet, eine Wohnsiedlung oder anderes geplant oder gebaut wird. Diese Funde gibt es dann offiziell nicht, auch wenn man es gemeldet hat.

"Manchmal kommen sie wieder".

Wie bei uns nach 50 Jahren, wenn die Kaserne schon längst vollständig steht und keiner sie mehr abreissen kann.
Da erinnert man sich plötzlich an ein im Mittelalter durch Truppen niedergebranntes Dorf an dieser Stelle....


Man kann nicht jeden Sammler kriminalisieren, wenn es gleichzeitig keiner für nötig hält, mal zu neuen Fundstellen rauszufahren.

Mann kann doch auf der enen Seite nicht einfach dem armen Landwirt seinen Acker für Monate sperren, weil dort etwas gefunden wurde,und man alles irgendwann sicherstellen möchte,

auf der anderen Seite aber einer Kommune erlauben, auf einem durch jahrhunderte alte Fundmeldungen und historischen Informationsmaterial bekannten Gebiet eine Neubausiedlung oder Industriegebiet ohne vorherige Untersuchungen zu errichten.

Und die Leute, welche dann anschließend den übriggebliebenen Erdaushub verbrauchen, wundern sich über das, was alles beim Sieben herauskommt.
Nämlich:
-Kulturschutz nur da, wo wirtschaftliche Interessen des Staates nicht beinträchtigt werden-

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Beitrag von Schniedelwutz » Fr 29.05.09 20:20

Lieber indiacoins,natürlich hatte ich die offizielle Handlerrechnung im Auge.Jede Münze ihre Rechnung.
Der Ausdruck Pedigree kam praktisch beim Gedanken an Ebay.
Aber die europaweite Realität sieht jenseits des Beamtenhimmels doch ganz anders aus.
Mein Großvater hat nach dem 1ten Weltkrieg bei seiner Tätigkeit als Fernmeldetruppführer im Amöneburger Becken von den Bauern in Mardorf Keltische Münzen gekauft Dreiwirbel,Vogelköpfe,Rolltiere.
Etliche Bauern hatte die "gab Gold für Eisen " Aktion des Kaiserreiches nicht ünterstützt,ihre Münzen nicht abgegeben.Mein Opa hat sie des Goldes wegen zum Goldpreis gekauft.Es gibt nur eine Quittung 7g Gold für 21 Mark.
So verhält es sich doch mit vielen antiken Münzen.
Die Geschichte ist natürlich rein fiktiv,da völlig unrealistisch oder doch nicht.
Ich will damit nur sagen,für viele Funde läßt sich die Herkunft nur noch rekonstruieren.Das tifft sich gut, der Ahnenpaß kommt dann bestimmt auch wieder.

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Beitrag von indiacoins » Fr 29.05.09 20:24

Schniedelwutz: Ich kann diese Wort Pedigree einfach nicht mehr hören!

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Beitrag von Schniedelwutz » Fr 29.05.09 20:57

indiacoins hat geschrieben:Schniedelwutz: Ich kann diese Wort Pedigree einfach nicht mehr hören!
Ich auch nicht.Aber warum dürfen die Franzosen noch keltische Münzen verkaufen ohne diesen Nachweis,ohne Herkunftsrechnung.Muß Deutschland immer für jeden Blödsinn Vorreiter sein?
Wir Deutschen greifen jeden Blödsinn auf und setztzen ihn gleich um.
Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte und wir die Möglichkeit des Volksentscheides hätten, würde ich mich sofort gegen das gemeinsame "Europa Brüssels" mit all seinem bürokratischen Wahnsinn entscheiden. :evil:

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Beitrag von indiacoins » Fr 29.05.09 23:09

NICHT QUÄLEN-SONDERN DEMNÄCHST ANDERS WÄHLEN ;-)
Am besten so eine Rückschrittspartei, denn die haben bisher am wenigsten kaputtverändert.
Ich würde ZENTRUM wählen.
mit der Bibel als Pedigree für alles, was aus der Erde kommt.
"Unser Herr hat es mir gegeben"
Das müßte man echt mal bringen und ein Bibelbild/ Seitenkopie, Seite 1 Schöpfungskapitel in die Artikelbeschreibung setzen.

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Beitrag von pottina » Sa 30.05.09 07:22

Hi
Wer stellt denn einen Herkunftsnachweis aus?
Das kann doch wohl nur der Finder selbst, nur er weiß wo die Münze herkommt!
Ich habe vor ein paar Tagen, auf einer Deponie gefundene röm.Münzen dem Museum vorgelegt. Mir wurde dann gesagt: "Von Deponien nehmen wir nur noch 15 Münzen zur Begutachtung, den Rest können Sie wieder mit nach hause nehmen"
Dann folgte ein kurzer Blick über die Münzen und ich mußte ALLE wieder mit nach hause nehmen!
Obwohl ich die Münzen ordnungsgemäß vorgrlegt habe, kann ich die legale Herkunft aber nicht nachweisen.
Aber zum Glück ist in Deutschland KEIN Herkunftsnachweis nötig.

Gruß PoTTINA

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