Medaille von Ville de Rouen, Graveur "Hippolyte Lefebvr

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Moderator: Lutz12

Münzsammler2007
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Medaille von Ville de Rouen, Graveur "Hippolyte Lefebvr

Beitrag von Münzsammler2007 » Sa 20.06.09 10:25

Hallo,

ein Bekannter hat mir eine Medaille zur Begutachtung mitgegeben. Leider komme ich damit nicht weiter...

Das Material scheint Bronze zu sein, die Medaille ist etwa 3mm dick.

Auf der Vorder- und der Rückseite ist jeweils der Name "Hippolyte Lefebvre" vermerkt.

Weiß vielleicht auch jemand, wozu die blanke Fläche unten auf der Rückseite vorhanden ist? Vielleicht für eine Gravur?

Vielen Dank schon mal für die Hilfe und mit vielen Grüßen,
Münzsammler2007
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Medalstrike
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Beitrag von Medalstrike » Sa 20.06.09 16:13

Hallo,

Hippolyte Jules Lefebvre, geboren 1863 in Lille / Nord-Frankreich, war zu Lebzeiten ein geschätzter Bildhauer.
Er hat am Skulpturenschmuck von Sacre Coeur auf Montmartre und am Grand Palais in Paris mitgewirkt.
Ferner hat er am Stadttheater von Lille, der Französischen Botschaft in Wien und am Rathaus von Roubaix gearbeitet.

Auf der blanken Fläche kann zbsp. Name und Datum eingraviert werden.


Gruß, Medaistrike
Die dritte Seite einer Medaille ruht im Auge des Betrachters

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chinamul
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Beitrag von chinamul » Sa 20.06.09 16:24

Solche Medaillen oder Plaketten gibt es von den meisten Städten Frankreichs. Die Thematik dieses Stückes scheint bewußt und mit guten Gründen allgemein gehalten zu sein. Das einzige klar zuzuweisende Merkmal ist der Merkurstab in der Hand der sitzenden Frauenfigur, wohl eine Personifikation der Stadt. Dieses Symbol für den Handel bezieht sich auf die große Bedeutung der Funktion des Hafens als Umschlagplatz für die aus dem Landesinneren kommenden Ladungen der Binnenschiffe, die dann von Hochseeschiffen in alle Welt weitertransportiert werden.
Das blanke Feld ist unbedingt eine Gravurfläche, in die der Name eines zu Ehrenden eingraviert wurde. Gerade wegen der Nichtfestlegung auf eine bestimmte Thematik ist die Plakette für alle möglichen Anlässe geeignet: als Anerkennung für geleistete Dienste, für Jubiläen, als Gabe für Gäste der Stadt, als Auszeichnung für besonders erfolgreiche Bürger auf allen möglichen Gebieten.
Zu den Bildern: Unter dem Merkurstab erkennt man das Stadtwappen Rouens (aus röm. Rotomagus) mit den drei bourbonischen Lilien oben und dem Agnus Dei (Lamm Gottes) darunter. Die andere Seite zeigt einen Durchblick auf eines der Wahrzeichen Rouens, die Kathedrale, die als Grablege der normannischen Herzöge diente. Ihr über 150 m hoher, spitzer Vierungsturm ist in der Bildmitte deutlich zu erkennen.
Hippolyte-Jules Lefèbvre (1863 — 1935) war Bildhauer und Medailleur, von dem viele Skulpturen an markanten Plätzen in Paris stehen.
Das Material dürfte Bronze sein.

Gruß

chinamul
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Beitrag von Münzsammler2007 » Mo 22.06.09 06:15

Vielen Dank für diese reichhaltigen Informationen !!

Gibt es vielleicht weitere Infos über das Prägedatum dieser Medaille?

Vielen Dank nochmals,

Münzsammler2007

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chinamul
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Beitrag von chinamul » Mo 22.06.09 10:37

Falls die Plakette nicht auf dem Rand irgendeinen Hinweis trägt, würde ich sie auf die Zeit 1900 bis spätestens 1920 datieren. Ein schönes und interessantes Stück ist sie aber in jedem Fall!

Gruß

chinamul
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chinamul
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Beitrag von chinamul » Mo 22.06.09 10:37

Falls die Plakette nicht auf dem Rand irgendeinen Hinweis trägt, würde ich sie auf die Zeit 1900 bis spätestens 1920 datieren. Ein schönes und interessantes Stück ist sie aber in jedem Fall!

Gruß

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Beitrag von Münzsammler2007 » Mo 22.06.09 11:40

Das klingt ja nett!!

Auf dem unteren Rand, auf den ich bisher gar nicht so genau geschaut hatte, steht das Wort "Bronze" eingestanzt, links daneben befindet sich ein dreieckiger Stempel mit der Spitze nach oben.

Grüße, Münzsammler2007

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