Unbekannte ohne Pfeil, aber mit Bogen

Griechische Münzen des Altertums

Moderator: Numis-Student

Altamura

Unbekannte ohne Pfeil, aber mit Bogen

Beitrag von Altamura » Sa 05.09.09 21:48

Hallo zusammen,

ich hab' wieder mal eine, die mir nicht sagen will, woher sie kommt.

Nur 9 mm groß und 0,85 g schwer.

Auf dem Avers ein Männerkopf nach rechts, könnte bärtig sein, muss aber nicht.

Auf dem Revers ein Bogen mit zwei Buchstaben darunter. Die sehen aus wie ein Alpha und ein Ny, also AN. Da die Münze nicht mehr ganz taufrisch ist, könnte das Alpha möglicherweise auch ein Delta sein, das Ny ein Chi oder Kappa.

Bei AN ist mir Pantikapaion als Möglichkeit eingefallen. Alle Münzen von dort mit Bogen, die ich gefunden habe, zeigen aber mit dem Bogen immer gleichzeitig auch einen Pfeil. Und so einer ist auf meiner Münze definitiv nicht zu sehen. Außerdem würde das vorne fehlende Pi dann soweit nach links zu stehen kommen, dass die gesamte Komposition aus dem optischen Gleichgewicht kippt, ist also eher unwahrscheinlich.

Dann gibt es noch die Münzen aus Pergamon mit Bogen. Auf denen steht aber PHILETAIROU (oder so ähnlich), das wären zu viele Buchstaben. Außerdem befindet sich auf diesen Münzen auf dem Avers ein Athenakopf, und danach sieht mir der auf meiner Münze nicht aus. Und größer sind diese Münzen überdies auch.

Damit liegt mein Informationsstand also nahe bei Null :(.
Und somit wäre es schön, wenn jemand dies ändern könnte :wink:.


Gruß

Altamura
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Beitrag von Peter43 » Sa 05.09.09 22:42

Hallo Altamura!

Im Prinzip hast Du recht mit Pantikapaion. Aber manchmal ist der Pfeil - direkt über der Legende - kaum zu erkennen, besonders wenn es sich um eine Überprägung einer älteren Münze handelt. Deshalb kann man hier auch nicht erkennen, ob der Pfeil nach li oder re zeigt. Deine Münze sieht aus wie MacDonald 124/1, wenn der Pfeil n.r. zeigt, oder 124/2, wenn er nach li zeigt.
= SNG Stancomb 565
Av. Kopf eines bärtigen Satyr mit Efeukranz n.r.
Rv. Bogen, darunter Pfeil, darunter PANT
Häufig Überprägungen von No.116 oder No.119
Geprägt ca. 250-200 v.Chr.
MacDonald schreibt dazu: Diese Ausgabe scheint über eine lange Periode hinweg geprägt worden zu sein, während der es eine erhebliche Abnahme von Größe und Gewicht gab. Die Qualität der Ausführung, besonders der späteren, kleineren Exemplare, ist oft grob. So sieht der Efeukranz oft eher wie ein Lorbeerkranz aus.

Zum Problem Pan oder Satyr siehe den Artikel 'Einige Anmerkungen zu Pan' http://www.numismatikforum.de/ftopic11926-180.html

Ich glaube, ich habe Deine Frage jetzt umfassend beantwortet und hoffe auf eine Antwort, die neuerdings immer öfter auszubleiben scheint!

Mit freundlichem Gruß
Jochen
Zuletzt geändert von Peter43 am So 06.09.09 00:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Altamura

Beitrag von Altamura » Sa 05.09.09 23:38

Hallo Jochen,

besten Dank für die ausführliche Antwort, das erhellt mein Problem erheblich!
Im Netz hab' ich dazu nichts gefunden, und mit Papier bin ich eher mager ausgestattet.

Interessant finde ich ja, dass man solche Winzlinge auch noch überprägt hat :o.

Gruß

Altamura

(Ich hoffe, dass Du mit meiner Antwort jetzt zufrieden bist, wobei ich mir, ehrlich gesagt, eigentlich keiner Schuld bewusst bin :wink:)

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Beitrag von Peter43 » So 06.09.09 00:05

Ist natürlich nicht persönlich gemeint. Beschreibt nur einen allgemeinen Trend! :(


Mit freundlichem Gruß
Jochen
Omnes vulnerant, ultima necat.

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