Hilfe erbeten: Solidus von Justin II: Echt oder Fälschung

Münzen des alten Byzanz

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RobotMan
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Hilfe erbeten: Solidus von Justin II: Echt oder Fälschung

Beitrag von RobotMan » So 18.10.09 23:54

Liebe Numismatikfreunde,

erst mal hallo, da ich neu hier bin.
Nun, worum geht es: Ich habe einen Solidus von Justin II erworben, nach meiner Zuordnung Sear 349. Da ich dies allerdings von einem privaten Verkäufer auf ebay getan habe, bin ich mir nicht sicher, ob es sich um ein echtes Stück handelt. OK, es werden jetzt einige sagen, kaufe nie bei einem privaten Verkäufer auf ebay, aber dies habe ich getan und möchte jetzt Eure Meinung zu diesem Stück. Ich habe die Vorder- und Rückseite mit meinem Scanner auf 600 DPI gescannt und angehängt.

Vielen Dank für Eure Hilfe.
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Rückseite
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Vorderseite

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Posa
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Beitrag von Posa » Mo 19.10.09 04:19

Hallo RobotMan, herzlich willkommen!

zunächst einmal denke ich, dass deine Bestimmung stimmt und dein Solidus echt wirkt. Allerdings bin ich kein wirklicher Kenner der Materie. Also warte bitte noch auf weitere, berufenere Münder. Hilfreich wären noch Durchmesser- und Gewichtangaben.

Was mich etwas stutzig macht - allerdings nicht in Bezug auf die Echtheit - sind diese Partien mit dieser merkwürdigen Oberfläche. So etwas kann von einem korrodierten Stempel kommen.

Prinzipiell (bitte versteh das nicht als nachträgliche Besserwisserei) würde ich den Verkäufer vor dem Verkauf um aussagekräftige Fotos bitten. Das muss bei einem zu erwartenden dreistelligen Verkaufsergebnis und einem seriösen Verkäufer schon drin sein...

Grüße Posa
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Basil
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Beitrag von Basil » Mo 19.10.09 08:59

Ich halte das Sück für echt. Die Vs zeigt die typischen Fließspuren des Materials und die Legende ist bis auf den Grund scharf ausgeprägt. Die beiden Flecken können, wie Posa schon bemerkt, von einem korrodierten Stempel stammen. Dies ist zwar nicht schön, aber öfters zu beobachten. Die Rs wurde mit einem müden Stempel geprägt, aber auch dies kommt öfters vor, weil Ober-und Unterstempel eine unterschiedliche Standzeit besitzen. Dies ist durch die unterschiedliche mechanische Belastung der Stempel bedingt . Um ganz sicher zu sein, müßte man noch den Rand inspizieren, dto das Gewicht (ca. 4,4 g)

Basil

aestasaetatum
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Beitrag von aestasaetatum » Mo 19.10.09 21:57

Ja, soweit man das von einem Photo sagen kann: Zweifellos echt. Und die Variante mit dem Iota im Feld, sprich Sear 349 ist überdies verhältnismässig selten. Also herzliche Gratulation zu Deinem Kauf, lieber RobotMan!

aestasaestatum

kuddlbutschi
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Beitrag von kuddlbutschi » Mo 19.10.09 22:13

hallo robot,

ich denke mir......wenn ich mir vor einem kauf die zeit nehme,die erwünschte münze mit originalen aus datenbanken vergleiche und erfahrung mitbringe,dann ist es egal ob man von privat oder numismatiker kauft.aber mutig scheinst du beim kaufen zu sein :wink: also,wenn ich an deinem stück die fälscherkelle ansetzen würde,dann an der haartracht des kaisers.mir erscheint sie besonders an den seiten zu breit und im ganzen ungewönlich detailiert ausgeprägt.so als wenn das haar nachgeritzt wurde ( möglich das der tiefe kratzer bei 3 uhr davon stammt)dies heisst nicht ,das deine münze nicht original ist,das nachschneiden von münzen ist in mode gekommen.

RobotMan
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Beitrag von RobotMan » Mo 19.10.09 23:04

Vielen Dank für Eure Kommentare. Ich hatte eigentlich befürchtet, Ihr sagt direkt, der ist falsch. Ich war nämlich ein wenig verunsichert, als in einer aktuellen Ebay-Auktion die Rarität Sear 1822 (bis Dienstag Abend) auftauchte und ich nach nur wenigen Minuten Recherche feststellen musste, dass es sich hier um die klassische Fälschung handelt. (Den Solidus habe ich allerdings von einem anderen Händler). Ich war halt nur überrascht, ein so einfach als Fälschung zu erkennendes Stück zu sehen, das als echt deklariert wird. Ich habe den Verkäufer jetzt zweimal angemailt, aber bisher keine Reaktion erhalten. Seine Email habe ich, da ich früher schon mal ein Stück (allerdings ein Stück um die 10 Euro) von ihm gekauft habe. Seine anderen Auktionen enthalten auch alle die weniger teuren Stücke und die sind nach meinem Dafürhalten auch echt.
Was macht man mit so einem Kollegen, bei Ebay melden? (Das Stück ist leicht zu finden, auch ohne Ebay-Link, zumindest bis morgen Abend)

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Wurzel
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Beitrag von Wurzel » Di 20.10.09 17:47

Hallo.,

Ebay interessiert sich dafür nicht. Die sehen sich nur als Vermittler zwischen Verkäufer und Käufer und nicht als "Aufpasser" für Authentizität.

Neben vielen anderen einer der Gründe warum ich bei Ebay nicht mehr aktiv bin.

Micha
http://www.pflege-am-boden.de/

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Beitrag von Truben » Di 20.10.09 22:18

Ich kenne mich mit byzantinischem Gold nicht aus, aber sagt mal, sind diese kreuzweise gepflasterten Augen tatsächlich üblich?
Truben

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Beitrag von RobotMan » Di 20.10.09 23:20

Hallo Basil,

was genau meinst Du mit dem Rand? Den kann ich leider schlecht einscannen.

RobotMan

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