Literatur Mittelalter

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Feuerstein
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Literatur Mittelalter

Beitrag von Feuerstein » Do 03.07.03 17:23

Hallo Leute,
kann mir von euch vielleicht jemand sagen wo oder wie ich an vernünftige
Münzliteratur aus dem Mittelalter komme? Also so vom 8 – 14 Jahrhundert.
Hävernick oder Davenport oder ähnliches ?
Viele Grüsse
Feuerstein

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Obelix
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Beitrag von Obelix » Do 03.07.03 17:44

@Feuerstein

Da bist Du nicht der einzige der sucht.
Du kannst es über ebay versuchen, da kommt ab und an etwas brauchbares an.
Sicherer ist www.zvab.com (Zentralen Verzeichnis Antiquarischer Bücher) oder www.abebooks.de.
Dort kannst Du nach den Büchern suchen.
Das ein oder andere Auktionshaus versteigert auch Literatur bei ihren Auktionen.
Laß Dich aber nicht von den Preisen abschrecken, die Bücher zu den Münzen sind oft sehr teuer, aber notwendig.
Oft wirst Du nur Ablichtungen oder Nachdrucke bekommen, da die originale gar nicht mehr auf dem Markt angeboten werden.
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mumde
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Beitrag von mumde » Do 03.07.03 22:54

Hallo Feuerstein, das Gebiet der deutschen Mittelaltermünzen ist so umfangreich, daß man brauchbare Literatur meist nur zu kleinen Einzelgebieten findet. Der Hävernick, den ich bei dem Kölner Hermann III. zitierte, befaßt sich z. B. nur mit den Kölner Münzen vom Beginn der Prägung bis 1304 und den Beischlägen dieser Kölner Münzen. Wer ganz allgemein Mittelaltermünzen sammelt, braucht also schon eine kleine Bibliothek. Aber es gibt ein paar gute und allgemein brauchbare Bücher. Als Überblick über die mittelalterliche Münzgeschichte kannst Du Dir Arthur Suhle, Deutsche Münz- und Geldgeschichte von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, anschaffen. Das wird immer wieder mal auch bei ebay angeboten und ist preiswert zu haben, da es mehrmals in großen Auflagen gedruckt wurde. Unverzichtbar ist Hermann Dannenberg, Die deutschen Münzen der sächsischen und fränkischen Kaiserzeit. Das ist als Buch teuer, aber das gibt es jetzt auch als cd-rom. Dannenberg ist zwar schon um 1880 erschienen, ist aber immer noch das Standardwerk. Eine neuere Kurzfassung, die die neueren Erkenntnisse berücksichtigt und sehr gut und wichtig ist, ist Bernd Kluge: Deutsche Münzgeschichte von der späten Karolingerzeit bis zum Ende der Salier, Sigmaringen 1991. Das wird auch oft angeboten und ist preiswert zu haben. Für Brakteaten sollte man sich Frank Berger, Die mittelalterlichen Brakteaten im Kestner-Museum Hannover, Hannover 1993, kaufen. Das ist nur noch antiquarisch zu bekommen und kostet dann so um die 80.- bis 100.- Euro. Aber achte darauf, daß es der 1. Band ist mit 357 Seiten, denn der schmale Nachtrag wird als "Band 2" öfter angeboten, aber den braucht man nicht. Der Auktionskatalog der Sammlung Bonhoff, Peus 293/1977, ist gut, ist aber auch sehr gesucht.
Manchmal habe ich den Eindruck, daß Dein Wohnort "Venus" irgendwo in den Niederlanden liegt. Was für Deutschland der Dannenberg ist, ist für die Niederlande der mehrbändige van der Chijs, sehr alt, aber immer noch das Standardwerk. Den gibt es ab und zu als Nachdruck zu kaufen.
Gruß mumde

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Feuerstein
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Beitrag von Feuerstein » Fr 04.07.03 08:00

Hallo,
erstmal kurz zu meinem Wohnort Venus ist nur reiner Quatsch gewesen.
Komme aus der Gegend um Köln. Mein Haupt Sammelgebiet sind die Münzen aus Köln, Berg usw.
Nehme aber eigentlich alles mit was so ankommt. :D

@Mumde & Obelix
Vielen Dank für eure Infos werde jetzt gleich mal schauen ob ich über´s Netz etwas von den Sachen die Ihr mir empfohlen habt bekommen kann. :wink:
Echt ein klasse Forum hier :D :D :D

Gruss
Feuerstein

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Feuerstein
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Beitrag von Feuerstein » Fr 04.07.03 11:12

Hallo Mumde,
konnte das Buch von Bernd Kluge: Deutsche Münzgeschichte eben für 18 € bei Ebay erstehen. Ist doch schon mal ein Anfang.
Vielen Dank noch mal für die Tip´s
Gruss
Feuerstein

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mumde
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Beitrag von mumde » Fr 04.07.03 19:45

Na prima, damit hast Du schon mal eine sehr gute Grundlage.
Gruß mumde

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blade_runner
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Beitrag von blade_runner » Fr 04.07.03 22:32

Könnt Ihr auch gute Literatur zum Thema englische oder spanische Mittelalter Münzen empfehlen?

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mumde
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Beitrag von mumde » Sa 05.07.03 01:06

Hallo blade runner, ganz allgemein für englische Münzen notwendig ist der Spink-Katalog, Coins of England. Das ist der ehemalige Seaby-Katalog, vor ungefähr fünf Jahren von der Firma Spink übernommen und neu überarbeitet. Der enthält die Münzen von den britischen Kelten und den in Britannien umlaufenden Römern bis heute, mit zuverlässigen Preisen und guten Abbildungen. Der wird immer zitiert und ist auf jeden Fall sein Geld wert. Er kommt jedes Jahr neu heraus. Dann gibt es den Coincraft für die Zeit von 1066 bis heute, mit interessanten Informationen zu den einzelnen Typen, und Bewertungen, die manchmal ziemlich hoch liegen. Für das, was er bietet, ist er billig, aber er ist auch auf billigem Papier gedruckt, und deshalb sind die Abbildungen so schlecht, daß man bei kleinen Münzen die Details kaum erkennt. Für Mittelalter wird auch J. J. North, English Hammered Coinage, viel benutzt, 2 Bände, am besten 2. Auflage. Der gibt die Seltenheit an, aber keine Preise. Wer etwas zur Münzgeschichte und den geschichtlichen Hintergründen erfahren will, kauft sich Sutherland, English Coinage 600-1900, oder den Nachdruck des alten Oman, The Coinage of England, oder das alte Buch von Brooks zum selben Thema.
Es gibt dann noch ein paar Spezialwerke, wie z. B. den Sylloge of the Coins of the British Isles, von dem bisher ca. 50 Bände erschienen sind, aber das ist für den Anfang noch nicht notwendig. Mit dem Spink bist Du erstmal komplett versorgt, auch für das Mittelalter.
Gruß mumde

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Beitrag von mumde » Sa 05.07.03 01:11

Zur Literatur über spanische Münzen hatte ich noch nichts gesagt. Wenn ich eine spanische Münze suche, orientiere ich mich normalerweise erst mit einer alten Ausgabe des Castan/Cayon, Las monedas Espanolas desde los reyes visigodos ano 406 a Juan Carlos I. Das ist ein dicker Katalog, der alles Spanische enthält von der Nach-Römer-Zeit bis in die letzten Jahre. Aber es ist eine ganz einfache Liste der bekannten Münzen, mit Abbildungen der Typen, mit Preisen, aber ohne weitere Informationen. Das müßte antiquarisch billig zu haben sein, denn davon gibt es verschiedene Ausgaben verschiedener Jahre. Das wurde immer wieder neu aufgelegt. Wenn ich weitere Informationen brauche, hole ich sie mir aus dem nachgedruckten Heiss, Monedas Hispano-Christianas, einem alten großen dreibändigen Werk, denn der erzählt auch was über die Zusammenhänge. Es gibt noch einige andere Kataloge, die sich mit bestimmten Zeitabschnitten befassen, z. B. für Mittelalter M. Crusafont i Sabater, Acunaciones de la Corona Catalona-Aragonesa y de los Reinos de Aragón y Navarra, Madrid 1992; der enthält viele Abbildungen und Preise in Peseten, aber sonst praktisch keine Informationen zu den Münzen.
Gruß mumde

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blade_runner
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Beitrag von blade_runner » Mo 07.07.03 12:31

Oh la la das sind ja eine ganze Menge von Büchern, aber Seaby bzw. Spink hatte ich auch schon ins Auge gefaßt, das wird wohl jetzt die nächste Literaturanschaffung werden. Tja bei Spanien, wie ich sehe wird das schon etwas schwieriger. Aber es war auf jeden Fall sehr aufschlußreich,vielen Dank mumde.

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NUMI
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paßt ja zeitlich so halbwegs ......

Beitrag von NUMI » Fr 25.07.03 23:22

Noch 'ne ergänzende Frage, die Mumde sicher beantworten kann: gibt es außer dem Kennepohl noch andere Literatur für die Münzen aus Osnabrück/Wiedenbrück?? Würde mich über Antwort freuen.

(Der Krusy ist ja z.B. nur für die Gegenstempel hiilfreich)
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Beitrag von Obelix » So 27.07.03 10:44

@numi

Einiges kann man im Pieper: "Unedierte westfälische Kupfermünzen, Marken und Medaillen" lesen
oder auch im Weingärtner: " Kupfer-Münzen Westfalens"
auch wenn OS zu den niederen Sachsen gehört. :wink: :lol:
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Beitrag von NUMI » So 27.07.03 11:14

Obelix hat geschrieben:@numi

Einiges kann man im Pieper: "Unedierte westfälische Kupfermünzen, Marken und Medaillen" lesen
oder auch im Weingärtner: " Kupfer-Münzen Westfalens"
auch wenn OS zu den niederen Sachsen gehört. :wink: :lol:

Falls Du auf Deiner Ladefläche noch Platz hast und die Bücher auch hast (besitzt :wink: ), dann bitte am Do zur Ansicht mitbringen.

Übrigens: lieber niederer als östl. Sachse :twisted:
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Beitrag von Obelix » So 27.07.03 11:25

@numi

Bringe die beiden Bücher mal mit! :wink:
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Beitrag von clarino » So 27.07.03 11:49

NUMI hat geschrieben:Übrigens: lieber niederer als östl. Sachse :twisted:
diese Aussprüche und Werteischätzungen über seine Mitbürger und Forenmitglieder sollte man doch in dieser Gesprächsrunde, in der es meist um fachliche Dinge geht, unterlassen oder sollte das lustig sein, dann habe ich etwas nicht verstanden.
Ich zähle mich zwar nicht zu diesen beiden Gattungen, an deiner Stelle würde ich diesen Text revidieren oder löschen lassen.
Meinen Beitrag übrigens auch.

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