Hab' ich als Neuling Fälschungen gekauft ?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

hjk
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Hab' ich als Neuling Fälschungen gekauft ?

Beitrag von hjk » Mi 06.08.03 19:48

Hallo zusammen !

Ich beschäftige mich erst seit kurzer Zeit mit römischen Münzen der Kaiserzeit. Nachdem ich im Internet tüchtig gestöbert habe, bin ich u.a. auf dieses Forum gestoßen - und habe als erstes zunächst alle Käufe bei ebay eingestellt (beim "Lockenschneider" hab ich nämlich auch schon einen Hadrian gekauft). Statt dessen habe ich u.a. drei Münzen bei einem wie ich glaubte (und immer noch hoffe!) seriösen Händler in Belgien erworben. Heute habe ich die Teile erhalten - und ernste Zweifel bekommen. Da ich den Eindruck habe, dass in der "Forumgemeinde" profundes Wissen vorhanden ist, bitte ich um HILFE ! Ich habe Abbildungen der Münzen auf meiner Homepage eingestellt (800*280 Pixel, je < 100 Kb, keine Ahnung, wie man die hier als "Bild" präsentiert - oder ob das bei Angabe des Links gar automatisch passiert):

[ externes Bild ]
[ externes Bild ]
[ externes Bild ]

Insbesondere die Schrift auf dem Probus sieht für mich schon recht merkwürdig aus. Und der Philippus sieht aus, als hätte er Rostflecken (auf Silber?). Und das weckt natürlich auch Zweifel am Theodosius. Können diese Münzen echt sein (und ich schwör Euch: die Münzen waren nur ein kleiner Teil des Kaufs) ?

Bitte seht mir nach, wenn ich bei dieser Anfrage 'was verkehrt gemacht habe (es ist halt die erste). Über Hilfe würde ich mich trotzdem ganz arg freuen (auch wenn's Ergebnis vielleicht/wahrscheinlich nicht begeistert). Und seht mir (jetzt schon) nach, wenn ich in den nächsten Wochen noch einen Haufen (vielleicht blöder) Fragen stelle: ich versprech' auch, dass ich die bisherigen Forumsbeiträge - und natürlich andere Quellen - gewissenhaft studiert habe / studieren werde, bevor ich Euch belästige.

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :-)

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Morgoroth
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Re: Hab' ich als Neuling Fälschungen gekauft ?

Beitrag von Morgoroth » Mi 06.08.03 19:57

Nach meiner ANfänger Meinung sind sie alle echt, nur beim Goldtheodesius muss ich irgendwie schmunzeln, ich glaube der ist falsch, hätten die damals bei Goldprägungen so geschlampt??
oida ou eidos

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Beitrag von corrado26 » Mi 06.08.03 21:07

ich bin zwar nur ein sehr mittelmäßiger Römerkenner, aber selbst auf die Gefahr hin, daß ich Dich desillusioniere, halte ich zumindest die beiden oberen Stücke für Gußfälschungen. Die nach außen verlaufenden "Schatten" der Buchstaben der Umschriften bei beiden Münzen und die Bläschen auf der Rückseite der Bronzemünze sprechen für mich eine sehr deutliche und nicht übersehbare Sprache.
Darüber hinaus kommt mir das Porträt auf dem Denar eher dümmlich, auf gar keinen Fall aber römisch vor. Vielleicht liege ich aber auch total daneben. Ich denke, unsere Berenike weiß auch hier wie immer Rat.
Gruß
corrado26
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spider
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Beitrag von spider » Mi 06.08.03 21:08

Hallo hjk,
ich denke ich kann dich beruhigen.
Was die "Rostflecke" anbelangt liegt es daran das die Münze nicht aus Silber sondern eine suberate Münze ist.Sprich außen Silber und innen ein Kupferkern.Edelmetall war halt knapp. :lol:



@Morgoroth

Für den Theodosius würde ich sogar meine Hand ins Feuer legen. :lol:

secundus
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Beitrag von secundus » Do 07.08.03 00:25

Bei dem Probus könnte, muss aber nicht, die braune Tönung künstlichen Ursprungs sein, ansonsten...echt.
Der Philippus ist so echt, echter geht es nicht. Da die Münzen nicht aus reinem Silber bestehen, sondern mit Kupfer legiert sind, kommt es sehr häufig vor, dass durch Umwelteinflüsse der Kupferanteil an der Oberfläche korrodiert, was an diesen rostigen Flecken erkennbar ist. Ein Kupferkern bei Münzen aus der Zeit von Philippus ist unwahrscheinlich.
Die Münze könntest Du versuchen zu reinigen, in dem Du Natriumbikarbonat (unter der Bezeichnung "Kaiser Natron" in der Apotheke erhältlich) vermischt mit ein paar Tropfen Wasser mit deinen Fingern auf der Oberfläche verreibst. Damit sollten zumindest die dunklen Flecken entfernt werden. Bei den "Roststellen" wird es etwas schwieriger, evtl. hilft Vitamin-C oder Salmikgeist, zumindest ist ein mechanisches Entfernen immer möglich.

Viel Freude an den hübschen Stücken !

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Andreas
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Beitrag von Andreas » Do 07.08.03 01:16

Alle drei Stücke sind einwandfrei und echt! Der Solidus des Theodosius ist wegen dem Seitenportrait sehr interessant und nicht sooo häufig.

Gut gekauft!
Gruß
Andreas

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Morgoroth
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Beitrag von Morgoroth » Do 07.08.03 15:39

Hi!
Heisst das, das mein Phillipus nicht aus echtem Silber ist? 8O
oida ou eidos

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Andreas
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Beitrag von Andreas » Do 07.08.03 17:04

Morgoroth hat geschrieben:Hi!
Heisst das, das mein Phillipus nicht aus echtem Silber ist? 8O
Natürlich nicht, selbst die ersten Antoniniane, welche unter Caracalla geprägt wurden, hatten nur einen sehr geringen Silberanteil. Die Silberbeimengungen nahmen im 3. Jahrhundert mehr und mehr ab, bis schliesslich nur noch kupferne Antoniniane geprägt wurden welche mit einer dünnen Silberschicht überzogen wurden (Silbersud). Die Antoniniane des Philippus werden mit Sicherheit einen Silberanteil von ~ 30 % nicht mehr überschreiten.
Gruß
Andreas

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Beitrag von Morgoroth » Do 07.08.03 17:46

Aha! Danke das gilt dann wohl auch für Severus Alexander!
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Beitrag von secundus » Do 07.08.03 19:00

Meine Aussage bezüglich der Häufigkeit gefütterter Antoniniane von Philippus muss nach Lesen dieser Lektüre etwas korrigiert werden:
http://www.math.montana.edu/~umsfwest/n ... hilip.html (Achtung Ladezeit!)

Da das Platinieren ein rel. aufwendiger Arbeitsprozess ist, verwundert es schon, dass das Fälschen von Münzen mit einem Silbergehalt von unter 50% noch lohnenswert erschien.
Allerdings scheint mir der Philippus von hjk, soweit man das vom Bild her erkennen kann, trotz der Flecken keinen Kupferkern zu besitzen. Wenn die Flecken Auflagen sind, können sie entfernt werden, wenn sie Vertiefungen sind, deutet das auf einen Kupferkern hin und man sollte die Münze so belassen.

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Beitrag von Morgoroth » Do 07.08.03 19:09

Also doch o_O
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Andreas
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Beitrag von Andreas » Do 07.08.03 19:46

Die "Flecken" sind Beläge, welche sich bestimmt nicht mit so einfach mit Natronpulver entfernen lassen. Ich empfehle wieder einmal ein vorheriges Ascorbinsäure- oder EDTA-Bad.
Gruß
Andreas

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Beitrag von hjk » Do 07.08.03 23:52

Hallo zusammen,

ich wusste ja schon aus meiner Zeit als Besucher des Forums, dass Ihr besonders bei Neulingen sehr hilfsbereit seid - aber mit sooo vielen Reaktionen in so kurzer Zeit hätte ich denn doch nicht gerechnet. Auf alle Fälle bin ich was die Münzen betrifft jetzt etwas beruhigter. Wär doch schade gewesen, wenn man schon ganz am Anfang einer Sammlung so hart mit der Realität zusammengeknallt wäre. Jetzt ist wohl zunächst wieder etwas Lernen angesagt (wie soll das gehen, wenn man die Dinger nicht in der Hand hat und dann ggf. blöde Fragen stellen kann?). Der Link von secundus ist übrigens genial (und wenn der Philippus danach eine antike Fälschung wäre, wär's mir wohl auch relativ egal ;-) ). Wobei mir gerade einfällt, dass ich meine in den letzten 3 Wochen gesammelten "Römer"-Links mal sortieren und meine Münzen auf vernünftige Art fotografieren sollte. Also gibt's viel zu tun. An alle noch mal vielen lieben Dank und

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :-)

. . . was übrigens nicht heißen soll, dass ich mich über weitere Kommentare nicht mehr freuen würde !

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