Hallo an Alle

Deutschland vor 1871
Doppelgroschen
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Hallo an Alle

Beitrag von Doppelgroschen » Sa 12.05.12 17:03

Sehr geehrte Damen und Herren ,
ich habe meine liebe zur Numismatik neu entdeckt und möchte mich stärker damit beschäftigen.
Münzen sammle ich zwar schon etliche Jahre aber eher quer Beet und in die Materie habe ich mich noch nicht richtig eingearbeitet.
Ich bin also ein ziemlicher Anfänger.
Ich möchte mich gern auf sächsische Münzen spezialisieren.

Für Tipps zum Einstieg wäre ich echt Dankbar :D
-welche Literatur ist zu empfehlen
-welche Internetseiten interessant und wichtig
-wo Münzen kaufen (Angst vor Fälschungen ) :cry:

Vielen Dank im vor raus.
Mit freundlichen Grüßen

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ischbierra
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Re: Hallo an Alle

Beitrag von ischbierra » Sa 12.05.12 17:41

Hallo Doppelgroschen.
herzlich willkommen hier im Forum und herzlichen Glückwunsch zu der guten Idee sich dem Sammeln, insbesonders sächsischer Münzen, näher hinzugeben. Hier imForum ist man nicht ganz so förmlich und redet sich gewöhnlich mit Du an. Ich weiß nicht, welche Zeiten Du sammeln willst und welche sächsischen Länder (Ernestiner oder Albertiner). Als gute Übersicht bietet sich die nicht mehr ganz so taufrische, dafür aber oft preiswert bei amazon zu findende Sächsische Münzkunde von Walter Haupt (2 Bd). Beim gietl-Verlag findest Du eine Reihe von Katalogen zu verschiedenen Epochen. Für Talerspezialisten gibt es Gernot Schnee, Sächsische Taler 1500-1800; für die Zeit 1763-1806 Lienhard Buck, Die Münzen des Kurfürstentums Sachsen; und für die Brakteatenzeit: Schwinkowski, Die Meissnischen Brakteaten - um nur einige Literatur zu nennen. Willst Du Sachsen ab 1500 sammeln, bietet sich auch das "Telephonbuch" German coins von Douglas Nikol an, 3. Aufl. 2011.
Als "Anfänger" ist es sicherlich nicht verkehrt, beim Händler des Vertrauens zu kaufen und zu ersteigern. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl und einen Blick dafür, ob etwas nicht stimmt. Soviel fürs erste.
Gruß ischbierra

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Marc
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Re: Hallo an Alle

Beitrag von Marc » Sa 12.05.12 19:00

Pfui ischbierra, Taler, Brakteaten, Münzen ab 1500... für alles hast du gute Tips, nur die Groschenzeit vergißt du ! :P

Da muss ich als Groschensammler dem Doppelgroschen noch einen Tip geben: Krug, G.: Die meißnisch-sächsischen Groschen 1338-1500

@Doppelgroschen: Wie du siehst ist der Ton hier etwas lockerer. Den wichtigsten Schritt um nicht übers Ohr gehauen zu werden hast du schon gemacht: Kontakt zu gleichgesinnten zu suchen.
Als ich noch mehr Zeit hatte, und für lokalen Sammlerverein oder Handelskammer Sammlungen sichtete, stieß ich öffters auf 'Sammlungen' wo die Sammler extrem übers Ohr gehauen wurden. Fragte man nach dem warum, kamen meist Antworten wie: Er hatte Angst wenn er jemanden fragt, würde dieser ihm die gute Chance wegkaufen etc...
Dabei sind es grad die Einzelsammler die durch den kostenlosen Wissenstransfer im Verein oder Forum profitieren, nicht die 'alten Hasen'.
Bei den Römern gibt es hier in dem Forum z. B. eine Fälschungsgalerie, da in diesem Bereich sehr viele Fälschungen umlaufen da dieses Sammlegebiet in der ganzen westlichen Welt abnehmer findet. Wenn du bei deinen Münzen nicht sicher bist kannst du gern sie hier posten, wobei häufig kann man Fälschungen erst dann sicher erkennen wenn man die Münze in der Hand hält, da hilft dir bestimmt dein örtlicher Sammlerverein.
Generell gilt nahmhafte Auktionshäuser achten darauf keine Fälschungen zu verkaufen, damit ihr Ruf gut bleibt. Sie nehmen Münzen auch zurück wenn sie sich nachträglich als Fälschungen herausstellen. Ich saß mal in einem Stammhaus bei einer Vorbesichtigung in der Ecke und besichtigte Münzen welche mich interessierten als ein Mann hereinkam. Er zeigte eine fast 30 Jahre alte Auktionsrechnung und die ersteigerte Münze, sowie einen Artikel in einem Fachmagazin, daß man diese Münzen nun als Fälschungen identifieziert hat. Er bekam sofort ohne weitere Umstände das bezahlte Geld samt einen Zinsbetrag zurück. Nach 30 Jahren, obwohl der Händler ja genauso Opfer war, denn der Einlieferer wird kaum nach 30 Jahren das Geld zurückzahlen!
Allerdings sind Auktionen auch immer ein wenig teurer als Ebay, und Münzen unter 100 Euro landen häufig im Loot (mehere Münzen die zusammen meist ohne Abbildung verkauft werden).
Grüße Marc

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Re: Hallo an Alle

Beitrag von ischbierra » Sa 12.05.12 19:43

Oh Marc, wie konnte ich den Krug nur vergesen :oops:
Aber da wir gerade bei Krug sind, dann müssen wir auch noch Rahnenführer und Krug nennen, die beiden Kataloge sächsischer Kippermünzen, oder sammelst Du etwa keine Kippergroschen? :mrgreen:
Gruß ischbierra

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Re: Hallo an Alle

Beitrag von Marc » Sa 12.05.12 20:15

ischbierra hat geschrieben:... oder sammelst Du etwa keine Kippergroschen? :mrgreen:
Groschen vom Beginn ihrer Prägung bis zur Kipper und Wipperzeit. 1618 ist Schluß 8)
Wie der gute alte Saurma-Jeltsch, nur nicht die Begrenzung auf Deutschland. Ist schon so groß genug das Sammelgebiet :roll: da bin ich in Bezug auf 1618 konsequent. Kaufe ich ein Lot mit Münzen von 1615-1619, dann wird das Stück von 1619 nicht aufgenommen zu seinen Freunden sondern muss in die Vertauschkiste :twisted:

Doppelgroschen
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Re: Hallo an Alle

Beitrag von Doppelgroschen » So 13.05.12 15:48

Vielen Dank für die freundlichen Antworten.
Also ich möchte mich gern auf Sachsen ab 1500 spezialisieren.
Ein sehr reizvolles Thema Geld in der Hand zu halten mit dem eventuell schon Friedrich III hantiert hat.
Brakteaten und Groschen sind allerdings auch sehr interessant.
Gibt es in der Bucht eigentlich Fachhändler die empfehlenswert sind ?
Sind wichtige Internetseiten zu erwähnen ?

Besten Dank im Vor raus

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Marc
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Re: Hallo an Alle

Beitrag von Marc » Mo 14.05.12 15:29

Es gibt viele Fachhändler in E-Bay. Gennerell diese bewerten ist immer schwer. In Ebay herrscht ein starker Preisdruck aufgund starker Konkurenz. Ein Händler muss da einen Mittelweg finden. Ich möchte dieses mal an einem Beispiel zeigen. Lanz ist ein alteingesessener Händler welcher mittlerweile sehr aktiv bei E-Bay ist. Da die Gewinnspanne bei E-Bay gering ist müssen seine Mitarbeiter die Stücke zügig bestimmen, bewerten und einstellen. Dabei passieren Fehler wie Falschbestimmungen oder übersehene schwere Mängel (Nachbearbeitungen). Er ist aber seriös, wenn er dir in dieser schnellbearbeitung eine Fälschung verkaufen würde, würde er sie (nach meinen Erfahrungen) anstandslos zurücknehmen. Ein Händler der präziser arbeitet muss die Stücke teurer machen, denn die Arbeitszeit fachkundiger Mitarbeiter muss ja finanziert werden. Du musst für dich selbst bestimmen: Ich kaufe lieber bei einem Händler der viel Zeit investiert und deshalb teurer ist, oder bei einem der auch schon mal in Zeitmangel falsch bestimmt dafür günstiger ist. Das hängt auch davon ab, ob du dich sicher genug auf deinem Sammelgebiet hälst Fehler des Verkäufers selbst zu erkennen. Seriös sind beide. Seriöse Händler sind meist in einem der beiden großen Dachverbände organiesiert. Das kann ein Anhaltspunkt für dich sein, aber überall im Leben gibt es natürlich auch schwarze Schafe. Und das I-Net lockt viele schwarze Schafe dazu schnell Gewinn machen zu wollen.

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Re: Hallo an Alle

Beitrag von Doppelgroschen » Do 17.05.12 11:58

Danke für die Erläuterung Marc,aus dieser Sichtweise hatte ich dies noch nicht betrachtet.

Ich habe mir die Bände von Walther Haupt erworben,sehr informativ.
Mit den sächsischen Groschen hast du dir ein interessantes aber scheinbar ziemlich schwieriges Gebiet ausgesucht.
Die sehen ziemlich ähnlich aus. :?

MfG

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Re: Hallo an Alle

Beitrag von Marc » Do 17.05.12 13:00

Doppelgroschen hat geschrieben: Mit den sächsischen Groschen hast du dir ein interessantes aber scheinbar ziemlich schwieriges Gebiet ausgesucht.
Die sehen ziemlich ähnlich aus. :?
Ich sammle ja nicht nur Sachsen, sondern Groschen des gesammten Abendlandes samt Kolonien (Kreuzfahrer, neue Welt etc.) 8) Meißner Groschen waren zusammen mit Prager Groschen und Tournosen insbesondere in den ersten Jahren mein Schwerpunkt. Da sie ähnlich aussehen und in großen Mengen geprägt wurden sind sie heute noch billig zu haben, und währungshistorisch interessanter als eine heute teure und seltene Provinzmünze eines kleinen Herrschers. Der Meißner Groschen ist dabei der Anfängerfreundlichste, denn über ihn gibt es gute Literatur (Ein Anfänger kommt lange mit Krug aus, bei Prager Groschen und Turnose braucht man schnell 10-50 Einzelwerke).

Die Ähnlichkeit ist gewollt. Es war ein Erfolgsmodell, weit über die Grenzen Sachsens hinaus (siehe z. B. hessische, braunschweiger oder süddeutsche Gegenstempel auf Meißner Groschen). Man änderete bewußt nur Kleinigkeiten, damit die Bevölkerung in den weit entfernten Gebieten weiterhin seine Münzen als die guten alten Groschen anerkennt. Genauso war es bei den Vorbildern, dem Tournose und dem Prager Groschen.

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