Bin ich hier richtig ????

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spider
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Bin ich hier richtig ????

Beitrag von spider » Mo 12.12.05 18:58

Es geht um diese Silberne.
Der Durchmesser ist 20 mm und das Gewicht beträgt 1,81 gr.
Bei wildwinds habe ich mich schon versucht(vergeblich).
Aber wie ich oben schon schrieb,bin ich mir nicht mal sicher ob es
ein Byzantiner ist.
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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Mo 12.12.05 19:08

Jetzt gibts wohl bald wieder ein Donnerwetter gegen die "Sumpfbewohner", oder? 8)

Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Scheleck
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Beitrag von Scheleck » Mo 12.12.05 23:31

Hallo Spider,
bei deiner Münze handelt es sich um einen venezianischen Grosso. Auf der Reversseite erhält der stehende Doge .............?(DUX) vom heiligen Markus (S)anctus(M)arkus Veneti einen Banner. Auf der Aversseite befindet sich der thronende Christus ( IC - XC ). Diese Grosso (Silbermünze) wurde von dem Dogen Enrico Dandolo (1192-1205) als Ducato argento oder auch grossus matapannus um 1202 in Venedig eingeführt. Gewicht und Größe entsprechen dem Nominal.
Ich möchte hier Bernd Kluge zitieren, der über diese Münze folgendes schrieb:
"Der Dukato argento oder Grossus matapannus ist nicht der erste, wohl aber der erste erfolgreiche Versuch, Geld über den Pfennigwert herzustellen. Gesichert wurde dieser Erfolg durch den 4. Kreuzzug. Venedig hatte sich gegen Zahlung hoher Summen verpflichtet, das Heer des Kreuzzuges mit seiner Flotte zu befördern. Bei der Anwerbung der für den Bau der Schiffe benötigten Arbeiter erwies es sich als äußerst praktisch, jeweils den Tageslohn eines Arbeiters in einer Münze zu zahlen. Der Name Matapan ist arabischen Ursprungs und abgeleitet von der Figur des thronenden Christus. Das Bild lehnt sich an byzantinische Goldmünzen an und zeigt damit die Stoßrichtung des neuen Geldes. Erstmals 1194 erwähnt, ab 1202 zum Bau der Flotte des 4. Kreuzzuges in großen Mengen geprägt und mit dem Kreuzfahrerheer dann verbreitet, haben die matapani als Handelsmünze im östlichen Mittelmeer eine beherrschende Rolle gespielt." Zitat Ende.
Es handelt sich dabei um eine veneziansche Münze und ist daher nicht nach Byzanz zu legen. Heutiger Wert ca. 50 - 60 Euro in der Erhaltung.
Mit bestem Gruß Scheleck
Das Auge schläft, bis es der Geist mit einer Frage weckt.

mfr
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Beitrag von mfr » Mo 12.12.05 23:36

Zu dem wellenförmigen Rand empfehle ich diese beiden Threads:
http://www.numismatikforum.de/ftopic12127.html
http://www.numismatikforum.de/ftopic10364.html

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mumde
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Beitrag von mumde » Di 13.12.05 12:34

Zur näheren Datierung: Links am Rand neben dem Dogen steht sein Name: M. MAVROC- , wobei A und V ligiert sind. Die Münze ist also von Marino Morosini, Doge 1249-1253.
Die Welle am Rand sieht mir sehr nach einem Randabbruch aus, nicht nach der glatten, mitgegossenen Welle der Fälschungen. An der Echtheit habe ich deshalb keine Zweifel.
Gruß mumde

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spider
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Beitrag von spider » Di 13.12.05 17:01

Scheleck hat geschrieben:
Das Bild lehnt sich an byzantinische Goldmünzen an und zeigt damit die Stoßrichtung des neuen Geldes.
Dann lag ich ja gar nicht sooo daneben. :lol:
Vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung.

@Muenzenfreund

Ich hatte den thread seinerzeit gelesen aber keine Verbindung zu meiner Münze gesehen.
Nach deinem Beitrag habe ich sie mir noch einmal genauer unter die
Lupe genommen.
Sie sehen,wie mumde dann schrieb,eher wie scharfkantige Ausbrüche aus.
Danke für dein wachsames Auge.

@mumde

M.MAVROC konnte ich sogar entziffern.
Allerdings konnte ich sie dann bei den Byzantinern nicht finden. :lol: :lol:
Danke.

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spider
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Beitrag von spider » Di 13.12.05 17:14

Ich habe mal in der Viquipèdia Marino Morosini gesucht und da wurde er
als "Governadors venecians" in den Jahren 1196 - 1198 genannt.
Oder war das ein anderer?
Oh war falsch,da war er Gouverneur von Dubrovnik. :oops:

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