Unbekannter Hohlpfennig

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builderbob
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Unbekannter Hohlpfennig

Beitrag von builderbob » Mo 21.11.16 09:52

Hallo zusammen, bin neu im Forum. Habe mich hier angemeldet um mein Wissen über mittelalterliche und Antike Münzen aufzubessern und einige meiner Stücke vorzustellen und evt bestimmen zu lassen.

Da hätten wir auch schon mein erstes Anliegen: Seit einiger Zeit habe ich einen Hohlpfennig den ich überhaupt nicht zuordnen kann. Habe erst nach Mecklenburg geschaut. Weil sowas ähnliches wie ein Ochsenkopf im Kirchengebäude zu sehen ist. Leider hatte ich keinen Erfolg.
Vielleicht kann mir ja hier jemand einen Tip geben...

Gruß
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Re: Unbekannter Hohlpfennig

Beitrag von QVINTVS » So 11.12.16 13:48

Grüß Dich,

die gotische Schrift am Rand dürfte die Auflösung bringen. Kannst Du die lesbaren Buchstaben nennen?

Grob denke ich Richtung Mek-Pom. Dort würde ich zu suchen anfangen.
Viele Grüße

QVINTVS


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Re: Unbekannter Hohlpfennig

Beitrag von Hessen62 » Fr 03.05.19 18:17

Hallo Jürgen
Die Gotische Schrift bedeutet SALZA
Salza Herrschaft (heute Langensalza Thüringen)
Prägung um 1345/46
Ich habe lange gesucht in meinen Büchern.
Dieser Pfennig paßte genau in mein Sammelgebiet Hessen/Thüringen konnte aber zu dem Stück nichts finden
Heute durch Zufall fand ich ein Artikel in Deutsche Münzblätter Ausgabe Mai 1935 auf Seite 330
und der Abbildung auf Tafel 150 zu diesem Stück.

Grüsse nach Augsburg
Andreas

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Re: Unbekannter Hohlpfennig

Beitrag von Hessen62 » Fr 03.05.19 18:47

Hier ein Auszug aus den Artikel

Im Datenherger Funde'), dessen Vergrabungszeit vor 1350 liegen muß, ist
der vorgenannte Hohlpfennig mit enthalten gewesen (vgl. dort Taf. I I I , 36),
wenn auch nicht als Gepräge von Salza erkannt. Der Mache nach ist die Münze
etwas früher anzusetzen ais der zweite bei Posern (Nr. 614 = Erbsteins Nr. 4)
angeführte Hohlpfennig mit dem Mainzer Rad in einem Turmgehäude (Abb. 2),
den zuerst der Fund von Saalborn zutage förderte. Nach dem kurzen geschichtlichen
Überblick eben wird dieser Pfennig nach der Veräußerung des einen
Teils der Herrschaft Salza an den Mainzer Erzbischof Heinrich III . von Virneburg
und vor dem Verkauf des anderen Teiles an die Landgrafen, also zwischen
1345 und 1346, entstanden sein.
Dies neue Münzbild mit dem Turmgebäude statt des bisherigen Widderhorns
brachten die Brüder Erbstein mit einer Vereinbarung der Thüringer
Landgrafen und des damaligen Mainzer Erzhischofs Gerlach von Nassau v. J .
1356 in Verbindung: die drei zu Salza vereinigten Städte (Alt-, Jakobs- und
Neustadt) sollen ein gemein Insiegel haben mit 2 Türmen, an deren einem das
Mainzer Rad und an deren anderem der Thüringer Löwe. — Unbekannt war
auch Erbsteins noch das Gegenstück zu dem Pfennig mit Tor und Mainzer Rad,
das in einem genau gleichen Gebäude statt des Rades einen Widderkopf von
vorne aufweist (Abb. 3), eine Abart also des herrschaftlichen Hoheitszeichens,
des Widderhorns: beide Münzen mit der gleichlautenden Inschrift + SALZA.
Es liegt näher, die Änderung des Münzbildes in das Jahr des ersten Teilverkaufs
von Langensalza zu legen, derart, daß sich der Mainzer Erzbischof mit
seinen Geprägen der damaligen Art der Salzaer Münzen anschließt, oder daß
sich beide auf einen gemeinsamen neuen Typ einigen. Wahrscheiniich ist
letzteres der Fall, wofür auch die Seltenheit der Münze spricht; wir können
diesen neu entdeckten Pfennig mit Sicherheit in die Jahre 1345/46 setzen.
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DM NF Band 11 - Jahrgang 54-55 (1934-1935)_479.jpg

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Re: Unbekannter Hohlpfennig

Beitrag von QVINTVS » Sa 04.05.19 09:09

Lieber Andreas,

nicht schlecht! Thüringen habe ich nicht im Blick und kenne mich dort auch zu wenig aus. Dank Dir und des Numismatikforums wird sich das langsam ändern. Danke für Deine ausführliche Recherche.
Viele Grüße

QVINTVS


PS: Sammle Münzen des Augsburger Währungskreises - was abzugeben?

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