Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
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Torstenson
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Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo,
ich bräuchte wieder einmal Eure fachkompetente Hilfe.
Habe hier diese Münze mit Durchmesse 22 mm, Vorderseite Bischof mit Bischofsstab und schlecht lesbarer Inschrift: GRA E (wahrscheinlich der Rest von DI GRA EPI[scopus]; Rückseite: STEPANUS, abgebildet ist der Hl. Stephanus kniend bei der Steinigung mit erhobenen Händen.
Weil Stephanus Patron von Halberstadt ist und auf Denaren dort auch auftaucht, würde ich die Münze dorthin stecken - aber genau habe ich sie noch nicht finden oder datieren können.
Hättet Ihr eine (ungefähre) Idee?
Besten Dank im Voraus!
ich bräuchte wieder einmal Eure fachkompetente Hilfe.
Habe hier diese Münze mit Durchmesse 22 mm, Vorderseite Bischof mit Bischofsstab und schlecht lesbarer Inschrift: GRA E (wahrscheinlich der Rest von DI GRA EPI[scopus]; Rückseite: STEPANUS, abgebildet ist der Hl. Stephanus kniend bei der Steinigung mit erhobenen Händen.
Weil Stephanus Patron von Halberstadt ist und auf Denaren dort auch auftaucht, würde ich die Münze dorthin stecken - aber genau habe ich sie noch nicht finden oder datieren können.
Hättet Ihr eine (ungefähre) Idee?
Besten Dank im Voraus!
- Salier
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Torstenson,
der Experte für Halberstadt ist Bertolt, leider ist er z.Z. weniger im Forum unterwegs.
Vielleicht schickst Du Ihm mal eine PN.
Es gibt keine vergleichbare Münze im Standartwerk zu Halberstädter Münzen von Besser, Brämer, Bürger, aber ausgehend vom Fabrik und Stil würde ich die Münze in die Zeit von Bischof Gero von Schermke 1160-1177. legen. Es besteht aber auch die Möglichkeit das es sich nicht um eine Halberstädter Prägung handelt.
Viele Grüße
Salier
der Experte für Halberstadt ist Bertolt, leider ist er z.Z. weniger im Forum unterwegs.
Vielleicht schickst Du Ihm mal eine PN.
Es gibt keine vergleichbare Münze im Standartwerk zu Halberstädter Münzen von Besser, Brämer, Bürger, aber ausgehend vom Fabrik und Stil würde ich die Münze in die Zeit von Bischof Gero von Schermke 1160-1177. legen. Es besteht aber auch die Möglichkeit das es sich nicht um eine Halberstädter Prägung handelt.
Viele Grüße
Salier
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Torstenson
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Ganz herzlichen Dank, Salier!
- für die Einschätzung auf Mitte 12. Jh. (das ist schon sehr genau datiert, wahnsinn)
- für den Literaturtip
- für den Hinweis auf Bertolt
Auf Halberstadt bin ich gekommen, weil Stephanus Patron des Bistums war;
Bei der Recherche habe ich nun diesen hier gefunden, bei dem man freilich nicht besonders viel erkennen kann und der in der Beschreibung hauptsächlich mit Fragezeichen aufgeführt wird. Mit viel Phantasie vielleicht...
https://www.deutsche-digitale-bibliothe ... EPSUWWMOOE
- für die Einschätzung auf Mitte 12. Jh. (das ist schon sehr genau datiert, wahnsinn)
- für den Literaturtip
- für den Hinweis auf Bertolt
Auf Halberstadt bin ich gekommen, weil Stephanus Patron des Bistums war;
Bei der Recherche habe ich nun diesen hier gefunden, bei dem man freilich nicht besonders viel erkennen kann und der in der Beschreibung hauptsächlich mit Fragezeichen aufgeführt wird. Mit viel Phantasie vielleicht...
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- Salier
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Torstenson,
die Münze in dem Link hält auf der rechten Seite ein Buch, bei deinem Stück ist es ein nach innen gewandter Krummstab.
Aber eine gewisse Ähnlichkeit ist vorhanden, bei beiden Münzen sehe ich keine Infulbänder an der Bischofsmütze herabhängen.
Grüße
Salier
die Münze in dem Link hält auf der rechten Seite ein Buch, bei deinem Stück ist es ein nach innen gewandter Krummstab.
Aber eine gewisse Ähnlichkeit ist vorhanden, bei beiden Münzen sehe ich keine Infulbänder an der Bischofsmütze herabhängen.
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Salier
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Torstenson
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Torstenson, ich habe erst heute diese Meldung lesen können. Leider ist nicht viel zu erkennen, ich schaue es mir genau an und melde mich in den nächsten Tagen wieder. Es tut mir leid, das ich meinem Freund Salier widersprechen muss, aber Gero (von Schermke) der übrigens Gero von Schochwitz heißt, ist auf keinen Fall der Münzherr, da unter Gero in Halberstadt keine Denare mehr geprägt wurden. Gruß Bertolt
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Hans-Dieter,
schön wieder was von Dir zu lesen. Es muss Dir nicht leid tun
Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen.
Liebe Grüße
Enriko
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Enriko, ja ich freue mich auch. Dieser Denar ist mit Sicherheit unter dem Halberstädter Bischof Reinhard von Blankenburg 1106 - 1123 entstanden, ich versuche noch den genauen Typ herauszusuchen. Gruß Hans-Dieter (Bertolt)
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Torstenson, deine Münze gehört tatsächlich, wie ich es schon geäußert habe, in die Zerit des Halberstädter Bischofs Reinhard von Blankenburg, welcher von 1106 - 1123 Halberstädter Bischof war. Deine Münze gehört in die Zeit von 1115 - 1118, der Übergangszeit von den Denaren zu den Dünnpfennigen, , da dein Stück mit 22 mm Durchmesser schon deutliche Züge eines Dünnpfennigs zeigt. Welches von deinen Bildern die Aversseite ist, ist umstritten. Ja, der Bischof gilt als Münzherr und somit steht ihm die Aversseite zu, aber im Mittelalter ist es wegen der besonderen Stellung der Heiligen oft auch umgekehrt. Für den von dir eingestellten Typ gibt es kein auffindbares Beispiel. Für die Seite mit dem Bischof allerdings mehre. Ich denke übrigens, das der Bischof in Draufsicht rechts einen einwärts gekehrten Krummstab und links einen Palmzweig hält. Provenienz: Dbg. Nr. 636
Num. Ztg. 1856 I,4., B. Kluge 1986/25,Burge Nr. 69.19:1. Für den zusammenbrechenden Heiligen habe ich nur andersherum gestaltete Bilder bzw- Skizzen gefunden. Leitzmann 3486, Düning Nr. 1110, Burge Nr. 69.21:1, Halberstädter Domschatz Nr. 80 I und Domschatz T. 204 I (Tornau Nr.) Gruß Bertolt
Num. Ztg. 1856 I,4., B. Kluge 1986/25,Burge Nr. 69.19:1. Für den zusammenbrechenden Heiligen habe ich nur andersherum gestaltete Bilder bzw- Skizzen gefunden. Leitzmann 3486, Düning Nr. 1110, Burge Nr. 69.21:1, Halberstädter Domschatz Nr. 80 I und Domschatz T. 204 I (Tornau Nr.) Gruß Bertolt
Zuletzt geändert von Bertolt am So 17.05.26 18:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Hans-Dieter,
ich habe es ja gesagt, für Halberstadt bist Du der Experte. Danke für die Richtigstellung.
Liebe Grüße
Enriko
ich habe es ja gesagt, für Halberstadt bist Du der Experte. Danke für die Richtigstellung.
Liebe Grüße
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Hans-Dieter,
herzlichen Dank für Deine Erläuterungen! Du hast tatsächlich für den Bereich Halberstadt die international beste Expertise!
Eine kleine Korrektur habe ich allerdings: Bei der hochseltenen Münze von Torstenson ist der Heilige ebenfalls nach links ausgerichtet. Allerdings mit (zum Gebet?) erhobenen Händen.
Viele Grüße
Ulrich
„Nach dem Spiel kommen König und Bauer in dieselbe Schachtel.“
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Ulrich, ich glaube auf dem Torstenson Bild die betende Hände des Heiligen nach rechts gerichtet zu sehen. Die bekannten Typen zeigen den zusammenbrechenden heiligen Stephanus nach links gerichet, wie auf meinen Skizzen. Mann muss allerdings ein Bild etwas drehen. Gruß Hans-Dieter
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hier stelle ich nochmal ein Originalbild ein, das die Situation des fallenden Heiligen deutlich macht. Wenn auch die Qualität der damaligen Aufnahmen nicht gerade berauschend ist. Gruß Bertolt
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Torstenson
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Allerbesten Dank, Bertolt, und allen anderen!
Ich bin zutiefst begeistert von der Präzision der Bestimmung - umso mehr als die Münze als solche ja noch unpubliziert zu sein scheint. Und ich habe wieder eine Menge gelernt.
Auf jeden Fall ist das Anregung genug zu versuchen, bessere Bilder zu machen... Abgesehen von dem Knick ist das Stück (für mein Gefühl) nämlich gar nicht so schlecht erhalten.
Ich ziehe alle Hüte!
Beste Grüße, Torstenson
Ich bin zutiefst begeistert von der Präzision der Bestimmung - umso mehr als die Münze als solche ja noch unpubliziert zu sein scheint. Und ich habe wieder eine Menge gelernt.
Auf jeden Fall ist das Anregung genug zu versuchen, bessere Bilder zu machen... Abgesehen von dem Knick ist das Stück (für mein Gefühl) nämlich gar nicht so schlecht erhalten.
Ich ziehe alle Hüte!
Beste Grüße, Torstenson
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Re: Ein Denar aus Halberstadt? Und welcher...?
Hallo Torstenson, ich freue mich, das ich dir helfende konnte. Vielleicht noch zwei offene Fragen, kannst du das Exemplar mal auf eine Waage legen und das Gewicht mitteilen. Zum zweiten, eine Münze die viele Jahrhunderte überlebt hat, hat bestimmt eine spannende Geschichte, wie ist sie in deine Sammlung gekommen? Gruß Bertolt
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