...und weil alle guten Dinge drei sind, hier noch ein weiterer Zufallskauf mit einem wilden Mann:
Braunschweig-Wolfenbüttel
1/8 Reichstaler 1715, Mzst.: Zellerfeld, Mm.: HH (Heinrich Horst)
August Wilhelm
Literatur: Welter 2397
Es gibt die Jahrgänge 1715, 1720 sowie 1723. 1715 taucht immer mal wieder auf. Alle Jahrgänge sind dennoch selten (mit Abstufungen bishin zu "von allergrößter Seltenheit" (1723)).
Gruß
cc
Schaukasten altdeutsche Münzen
- coin-catcher
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Re: Schaukasten altdeutsche Münzen
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Re: Schaukasten altdeutsche Münzen
Nach den drei Zufallskäufen, hier noch ein gewollter Kauf:
Braunschweig-Lüneburg-Celle
Friedrich (1636 - 1648)
Reichstaler ohne Jahr (1637-1648), Mzst.: Zellerfeld, Mm.: HS (wohl Henning Schlüter)
Literatur: Dav. 6487, Welter 1417 (wobei hier nicht nach Varianten unterschieden wird - in alter Literatur habe ich min. 8-10 Varianten gefunden)
Hier die etwas seltenere Variante mit Baum links.
Daneben gibt es zahlreiche Umschriftenvarianten, mit und ohne Jahreszahl, mit und ohne Münzmeisterzeichen,...
Besonders gut gefällt mir die doppelte Umschrift mit Titeln auf der "Wilder-Mann"-Seite, die wie folgt lautet:
außen: COAD DES STIFT RATZB THUMP DES ERT Z STIFT BREMEN
innen: FRIEDT ERNEHRT VN-FRIEDT VERZEHRT
Friedrich war ab 1602 Domprobst (= THUMP(robst)) des Erzbistums Bremen und ab 1637 Koadjutor des Bistum Ratzeburgs.
Ein Koadjutor müsste eine Art Beistand (Titularbischof) sein.
Dieses Stück hatte ich mit mehreren anderen Wunschstücken auf der Liste. Nachdem ich bei den anderen Stücken leer ausging, bin ich hier quasi aufs Ganze. Habe ich bis heute nicht bereut! Das Stück schaut in der Hand deutlich schöner aus.
Gruß
cc
Braunschweig-Lüneburg-Celle
Friedrich (1636 - 1648)
Reichstaler ohne Jahr (1637-1648), Mzst.: Zellerfeld, Mm.: HS (wohl Henning Schlüter)
Literatur: Dav. 6487, Welter 1417 (wobei hier nicht nach Varianten unterschieden wird - in alter Literatur habe ich min. 8-10 Varianten gefunden)
Hier die etwas seltenere Variante mit Baum links.
Daneben gibt es zahlreiche Umschriftenvarianten, mit und ohne Jahreszahl, mit und ohne Münzmeisterzeichen,...
Besonders gut gefällt mir die doppelte Umschrift mit Titeln auf der "Wilder-Mann"-Seite, die wie folgt lautet:
außen: COAD DES STIFT RATZB THUMP DES ERT Z STIFT BREMEN
innen: FRIEDT ERNEHRT VN-FRIEDT VERZEHRT
Friedrich war ab 1602 Domprobst (= THUMP(robst)) des Erzbistums Bremen und ab 1637 Koadjutor des Bistum Ratzeburgs.
Ein Koadjutor müsste eine Art Beistand (Titularbischof) sein.
Dieses Stück hatte ich mit mehreren anderen Wunschstücken auf der Liste. Nachdem ich bei den anderen Stücken leer ausging, bin ich hier quasi aufs Ganze. Habe ich bis heute nicht bereut! Das Stück schaut in der Hand deutlich schöner aus.
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Re: Schaukasten altdeutsche Münzen
Der sogenannte Leichte Taler von Braunschweig-Wolfenbüttel war in der Tat recht leicht. Statt ca. 22,3 g Gewicht bringt er lediglich 19,75 g auf die Waage.
Das in Barock gehaltene Monogramm auf der Rückseite gehört Karl I., Fürst zu Braunschweig-Wolfenbüttel. Herzöglich • Braunschweig • Lüneburgische • Landes • Münze zeigt an, dass es sich um einen minderwertigen Taler handelt, da er eben nur eine Landesmünze ist.
Geprägt wurde der Taler in Braunschweig nach dem Ende der französischen Besetzung von 1757 bis 1758, Münzmeister war der von 1751 bis 1759 hier tätige Andreas Christoph Blechschmidt.
Braunschweig-Wolfenbüttel war während des Siebenjährigen Krieges einer der wenigen Verbündeten von Preußen. Die Braunschweiger hatten sich den Franzosen entgegenzustellen, der olle Fritz nahm es mit Österreichern und Russen auf. Die Kriegskosten und die zeitweise Besetzung zerrütteten natürlich schlagartig Wirtschaft und Finanzen des norddeutschen kleinen Fürstentums.
Man wird wohl davon ausgehen dürfen, dass der Leichte Taler aus Braunschweig-Wolfenbüttel in etwa dem Graumannschen Münzfuß entsprach (der Münzfuß war bereits 1750 in Preußen eingeführt worden und mit 14 Talern aus der Kölnschen Mark angesetzt, das heißt also 16,7 g Feinsilber bei einem durchschnittlichen [preußischen] Talergewicht von ca. 22,3 g, was wiederum einem Münzfeingehalt von 750/1000 gleichkommt).
Man sieht es dem Taler an, dass er in Kriegszeiten entstand: Die üblichen Schrötlingsfehler beim Schrötling und eine lediglich aus dem Silberblech herausgestanzte Münze ohne Kerbrand ö.ä. Dennoch ein interessantes Stück, zumal es vom Kriegsverbündeten Preussen (fast) keine Silbertaler aus dieser Kriegzeit 1756-1763 gibt.
Das in Barock gehaltene Monogramm auf der Rückseite gehört Karl I., Fürst zu Braunschweig-Wolfenbüttel. Herzöglich • Braunschweig • Lüneburgische • Landes • Münze zeigt an, dass es sich um einen minderwertigen Taler handelt, da er eben nur eine Landesmünze ist.
Geprägt wurde der Taler in Braunschweig nach dem Ende der französischen Besetzung von 1757 bis 1758, Münzmeister war der von 1751 bis 1759 hier tätige Andreas Christoph Blechschmidt.
Braunschweig-Wolfenbüttel war während des Siebenjährigen Krieges einer der wenigen Verbündeten von Preußen. Die Braunschweiger hatten sich den Franzosen entgegenzustellen, der olle Fritz nahm es mit Österreichern und Russen auf. Die Kriegskosten und die zeitweise Besetzung zerrütteten natürlich schlagartig Wirtschaft und Finanzen des norddeutschen kleinen Fürstentums.
Man wird wohl davon ausgehen dürfen, dass der Leichte Taler aus Braunschweig-Wolfenbüttel in etwa dem Graumannschen Münzfuß entsprach (der Münzfuß war bereits 1750 in Preußen eingeführt worden und mit 14 Talern aus der Kölnschen Mark angesetzt, das heißt also 16,7 g Feinsilber bei einem durchschnittlichen [preußischen] Talergewicht von ca. 22,3 g, was wiederum einem Münzfeingehalt von 750/1000 gleichkommt).
Man sieht es dem Taler an, dass er in Kriegszeiten entstand: Die üblichen Schrötlingsfehler beim Schrötling und eine lediglich aus dem Silberblech herausgestanzte Münze ohne Kerbrand ö.ä. Dennoch ein interessantes Stück, zumal es vom Kriegsverbündeten Preussen (fast) keine Silbertaler aus dieser Kriegzeit 1756-1763 gibt.
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- Chippi (Mo 26.01.26 15:29) • Lackland (Mo 26.01.26 15:36) • Arthur Schopenhauer (Mo 26.01.26 16:24)
Gruss
Lucius Aelius
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