Barber check, R H(ovenden) & Sons, London

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Münz-Goofy
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Barber check, R H(ovenden) & Sons, London

Beitrag von Münz-Goofy » Mo 01.10.07 20:02

Hallo Experten,

schon wieder eine Anfrage vom Münz-Goofy. Diesmal betrifft es einen Token zu 6 Pence von London & Sons. Ich habe das Stück in Südafrika gekauft in der vermutlich irrigen Annahme, es stamme von dort. Mittlerweile habe ich diesen Gedanken so gut wie verworfen, da alle Recherchen zu solch einer Firma in Südafrika zu keinem Ergebnis geführt haben. Trotzdem würde ich gern wissen, woher der Token kommt.

Beschreibung: Bronze, Durchmesser 28,4 mm, Gewicht 5,82 Gramm. Eingestanzte "I" nach der vorgeprägten Angabe "No".

Vermutlich ist es ein britischer Token, aber ich habe beim googlen auch folgende Seite gefunden, die ein äquivalentes Stück zu 1 Shilling nach Neuseeland zuordnet:

http://www.webs4u.co.nz/currency/currency3.html

Kann jemand von Euch sagen, in welches Land mein Token gehört? Ich habe leider nur Literatur, die Token aus Afrika betrifft.

Vielen Dank im Voraus
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Beitrag von diwidat » Mo 01.10.07 20:45

Wenn man die Angaben auf Deinem Token so ließt:

R. H. & SONS, LONDON / 6 D. No. I

kommt ein anderer Sinn rein. Aus London habe ich eine ganze Serie von Markttoken, die in der Funktion vermutlich ähnlich sind.
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KarlAntonMartini
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Beitrag von KarlAntonMartini » Mo 01.10.07 23:06

Du könntest mal einige Stunden aufwenden und auf der Seite des weltweit größten Tokenfreaks suchen: http://hometown.aol.co.uk/micobwright/tokenlist.html
Grüße, KarlAntonMartini
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Beitrag von Münz-Goofy » Di 02.10.07 19:11

Hallo diwidat und KAM,

erstmal vielen Dank für Eure Hinweise. Auf der Internetseite des "Tokenfreaks" habe ich bisher nichts Entscheidendes finden können, bin aber nach intensiver Strapazierung des Netzes heute in der Auktionsliste Nr. 57 von "Cunninghamexonumia" fündig geworden:

http://www.cunninghamexonumia.com/auction-57.htm

Dort wurden unter den Nummern 1440 und 1441 am 25. Juli 2003 zwei Token zu 3 und 4 Pence von " R H London & Sons" unter "England" angeboten. Das Land scheint somit festzustehen, nur nicht die Stadt. Vielleicht kommt das ja auch noch ans Tageslicht.

Der Einwand von diwidat scheint plausibel, ich bin mir aber sicher, daß "London & Sons" der Firmenname ist.

Viele Grüße
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Beitrag von Huehnerbla » Mi 03.10.07 07:42

Da gibt es noch mehr Auktionen, die nach allem, nur nicht nach London & Sons aussehen:
Cortrie z.B. http://www.banknote.de/auktion/katalog/ ... 510517.htm
Gruß
Jürgen

"Morgen ist auch noch ein Tag", sagte die Eintagsfliege...

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Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 03.10.07 10:42

Ich habe mal wegen der Marke (im Rechtssinn!) im englischen Register gesucht, offenbar nicht mehr existent. R H & Sons London scheint ein Uhrenhersteller gewesen zu sein. Grüße, KarlAntonMartini
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Beitrag von Huehnerbla » Do 04.10.07 08:09

KarlAntonMartini hat geschrieben:R H & Sons London scheint ein Uhrenhersteller gewesen zu sein.
Der einzige Londoner Uhrenhersteller, der mit RH in Verbindung zu bringen ist, ist R. H. Halford & Sons.
Allerdings konnte ich kein Firmenlogo oder was ähnliches finden, das passen würde.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von diwidat » Do 04.10.07 18:41

Robert Halford, London ist in meinem Buch der englischen Uhrmacher mit der Jahreszahl 1881 verzeichnet. Das würde auch zu dem Stil passen. Ein Firmenzeichen ist aber nicht erwähnt.

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Beitrag von Münz-Goofy » Do 04.10.07 18:56

Herzlichen Dank an alle, Dir zur Aufklärung beigetragen haben und es vielleicht noch tun werden.

Ich war mit meiner Vermutung "London & Sons" ganz offenbar auf dem falschen Dampfer. Es ist beruhigend, daß es Leute gibt, die einen aufs richtige Gleis bringen. Leider steht damit auch definitiv fest, daß der Token nicht aus Afrika ist. Meine ganz, ganz vage Vermutung: Südafrika - wo ich das Ding auch gekauft habe - scheidet jetzt endgültig aus.

Viele Grüße an die Gemeinschaft
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Beitrag von Afrasi » Do 04.10.07 21:09

Tja, aber wie ist der Token nach Südafrika gekommen? Da könnte man doch jetzt bei einem gepflegten Schoppen weiter"philosophieren" ...
Solange man noch in der Lage ist Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden, ist schließlich die Wahrheit nicht immer das Schönere!
Tschüß, Afrasi
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Beitrag von Münz-Goofy » Do 04.10.07 21:24

Hallo Afrasi,

Südafrika ist ja auch nicht aus der Welt. Wenn man mir dort irgendwelche für mich unbekannte Token anbietet, werde ich jedenfalls weiterhin ein Auge drauf werfen, sofern die Dinger nicht auf den ersten Blick als fakes erkennbar sind.

Abgesehen davon tröste ich mich, was das in Rede stehende Stück angeht, auch bei einem Schoppen. Man kann ja nicht immer Glück haben. Aber wie ich der Diskussion zu dem Stück entnehme, können auch nicht alle Experten die Antwort direkt aus dem Ärmel schütteln. Das allein motiviert mich dazu, auch in Zukunft Anfragen dieser Art an die nette Gemeinschaft des Numismatikforums zu stellen. Auch wenn es nicht mein Sammelgebiet betrifft. Man lernt ja gerne dazu.

Einen schönen Abend wünscht
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Beitrag von Münz-Goofy » Fr 05.10.07 20:41

Nochmals hallo an alle,

obwohl sich der in Diskussion stehende Token jetzt nicht mehr in meinem Besitz befindet, noch ein Hinweis darauf, daß RH & Sons die richtige Adresse sein dürfte. Auf der Internetseite von Peter Morris, einem auch auf vielen deutschen Münzbörsen vertretenen Händler aus London, findet sich unter:

http://www.petermorris.co.uk/lists/loose%20tokens.html

eine Eintragung:

RALPH HEATON & SONS, COINERS, etc

Das Stück wurde für 6 britische Pfund angeboten. Ob es noch verfügbar ist, weiß ich nicht. Ich denke aber, daß der Fall damit geklärt und meine Vermutung "London & Sons" ad acta gelegt ist.

Viele Grüße bis zur nächsten obsoleten Anfrage
Euer
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Beitrag von KarlAntonMartini » Fr 05.10.07 23:38

Aber Ralph Heaton & Sons war nicht in London, sondern in Birmingham. Ich glaube, da haben wir noch eine Weile zu knobeln. Grüße, KarlAntonartini
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Beitrag von Münz-Goofy » Di 09.10.07 18:30

Hallo an alle,

ich lasse bei diesem Stück nicht locker. Bei Yahoo habe ich den Hinweis auf folgende ebay-Auktion gefunden, die schon abgelaufen ist und vor der ich jetzt erst im Nachhinein erfahren habe:

http://cgi.ebay.ie/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... otohosting

Angeboten wurde ein 4 Pence Token von "London & Sons" ohne weitere Beschreibung von einem britischen Anbieter aus Peterborough. Bei diesem Stück ist keine nachträgliche Einprägung hinter "No." wie bei meinem ehemaligen Token zu erkennen. Das Ding ist nicht mal für den Startpreis von 0,99 GBP weggegangen.

Außerdem konnte ich ermitteln, daß es vermutlich heute noch eine Firma "H. A. London & Sons" in Pittsborough gibt, die Kunstdünger herstellt:

http://www.rootsweb.com/~ncchatha/newspapr.htm

Vielleicht ist das ein Nachfolger von R H London & Sons???

Tut mir leid, Euch wieder aufscheuchen zu müssen. Der Thread hatte sich schon so schön gesetzt.

Viele Grüße
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Beitrag von KarlAntonMartini » Di 09.10.07 21:25

Das kenne ich, daß einen diese Fragen nicht loslassen. Nachdem ich den Token dankenswerterweise selbst inspizieren durfte, fiel mir auf, daß das Monogramm aus dem großen Buchstaben A mit einem aufsitzenden R zu bestehen scheint. A deshalb, weil es einen zweiten Bogen gibt, der die beiden Längsbalken verbindet. Wenn also R kleiner und A größer ist, würde ich das Monogramm mit R. A. auflösen, die komplette Fa. dann mit R.A. & Sons, London. Es gibt freilich noch die mögliche Deutung daß London der Familienname wäre, dagegen spricht aber, daß London so unprominent kleingeschrieben ist. Der Token entspricht seiner Machart nach derjenigen einer ganzen Reihe sog. Market Checks, die meistens von der Fa. Neal gefertigt wurden und zwar in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. (Eingepunzt war neben den Buchstaben No. die römische Zahl I) Diese Marken waren Pfandmarken, die von Großmarkthändlern zusammen mit größeren Verpackungen, Obstkisten, Steigen etc. ausgegeben wurden. Der einzige mir bekannte Händler, der diese Market Checks gesondert auflistet, ist Cobwright, die akuelle Liste enthält diesen Token nicht, ich warte ab. Das zum derzeitigen Zwischenstand der Forschung :-) Grüße, KarlAntonMartini
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