Neue Bitte um ein Literaturzitat

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chinamul
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Neue Bitte um ein Literaturzitat

Beitrag von chinamul » So 30.08.09 12:12

Mit fehlt mal wieder ein Literaturzitat, und ich hoffe, daß mir auch diesmal geholfen wird.

GORDIANUS III 238 – 244
Æ 25/26 mm Pentassarion Odessos in Thracia
Av: AYT K M A(?) ANTΩNIOC ΓOPΔIANOC - Die belorbeerte, geharnischte und drapierte Büste des Gordianus rechts und ihm gegenüber die drapierte Büste des Theos Megas von Odessos mit Kalathos; hinter dessen Schulter Füllhorn
Rv.: O - ΔHCC - E - ITΩN - Ceres nach links stehend; in der Rechten Ähren, in der Linken lange brennende Fackel
Links im Feld: E (= Wertzahl)
11,79 g

Übrigens: Bei diesem Stück scheinen die Möglichkeiten eines Scanners tatsächlich mal an ihre Grenzen zu stoßen. In Wirklichkeit sieht die Münze doch erheblich vorteilhafter aus.

Gruß und Vorausdank,

chinamul
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gord theos megas odess.jpg
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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » So 30.08.09 12:24

das sollte Varbanov 4463 sein.

diwidat
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Beitrag von diwidat » So 30.08.09 13:22

Scanner haben die etwas brutale eigenschaft, Licht an Flächen die in einem bestimmten Wikel stehen stark zu reflektieren.
Eine Nachbearbeitung ist hier dringend angeraten.
Zuletzt geändert von diwidat am So 30.08.09 19:20, insgesamt 2-mal geändert.

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » So 30.08.09 13:26

Hallo Nephrurus!

Varbanov 4463 ist bei mir aber Asklepios! Es ist AMNG I/1, 2335 (2 Ex., Paris und Sophia Tacchella revue num. 1893, 76, 40):
Av.: AVT K MA unten, ANTWNINOC GORDIANOC, die beiden Brustbilder des Gordian drapiert und cürassiert, belorbeert n.r. und des Großen Gottes mit Kalathos und Gewand, an der Seite das Füllhorn, n.l., einander zugekehrt
Rv.: O - DHCC - E - ITWN, Demeter mit Schleier und Peplos über dem langen Chiton n.l. stehend, in der vorgereckten Rechten Ähren, die Linke auf die Fackel (oder Szepter) gestützt; im Felde l. E

Zur Legende:
Die Legende auf der Vs. kann beginnen mit AVT KM A, so bei dem Ex. von Sophia Tachella, oder mit AVT KM wie in Paris. Ich vermute, daß es sich bei Dir um ein breites M handelt, wenn man es z.B. mit dem breiten N von ODECCEITWN vergleicht. Aber ganz sicher bin ich mir nicht.

Zur Darstellung:
Auf Deiner Münze ist es eindeutig eine brennende Fackel, deren Flammen man oben sehen kann. So ist Picks 'oder Szepter' beantwortet.
Pick schreibt 'in der vorgereckten Rechten Ähren'. Mir scheint aber in der Mitte ein Mohnkopf zu sehen sein. Den hätte Pick mit Sicherheit erwähnt. Also war die Münze, die Pick gesehen hat, an dieser Stelle abgenutzt, oder es handelt sich tatsächlich um eine Variante. Ich würde sie bezeichnen als AMNG I/1, 2335 var. Dies umso mehr, als Varbanov (engl.) hier Unterschiede macht: Bei Varbanov (engl.) 4481 ist der Mohnkopf ausdrücklich erwähnt, hat aber das E im re. Feld. Varbanov hätte Deiner Münze mit Sicherheit eine eigene Nummer gegeben. So aber ist sie in Varbanov nicht gelistet.

Zu Varbanov muß man leider sagen, daß er oft sehr schludrig gearbeitet hat. So ist AMNG I/1, 2335 überhaupt nicht erwähnt, obwohl Varbanov (engl.) 4476 mit der Beschreibung von Pick 2335 übereinstimmt (also ohne Mohn!); aber da zitiert Varbanov fälschlicherweise AMNG 2332, was tatsächlich Sarapis ist.

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

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chinamul
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Beitrag von chinamul » So 30.08.09 19:05

Mit etwas gutem Willen kann man in der Hand der Demeter außer den Ähren tatsächlich auch eine Mohnkapsel erkennen. Was allerdings das M A bzw. das breite M im Abschnitt des Av. betrifft, so bin ich da zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen.
Auf jeden Fall schulde ich allen, die auf meinen Hilferuf reagiert haben, vor allem aber Peter43, meinen Dank, der hiermit in geziemender Form abgestattet sei!

Gruß

chinamul
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