Regent mit Frau ???

Asiaten und was sonst noch der Antike zuzuordnen ist

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Tequila
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Regent mit Frau ???

Beitrag von Tequila » Do 14.01.10 13:15

Hallo,

hier bitte ich um Info zu einer Münze mit einem zweifachen
Porträit (s. Fotos).
Da ich nicht glaube, dass es römischen Ursprungs ist
(Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren), habe
ich meine Anfrage in diesem Forum gestartet.
Die Münze hat einen Durchmesser von ca. 12,5 mm,
Gewicht 2,63 gr.

Wer hilft weiter?

Danke und Gruß an alle

Pierre
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MÜNZE 2 - RV 1.jpg
Zuletzt geändert von Tequila am Do 14.01.10 21:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Numis-Student » Do 14.01.10 13:23

Hallo Pierre,
es sind eindeutig griechische Buchstaben erkennbar, also ist das Stück entweder ein hellenistischer Grieche oder etwas provinzialrömisches...
Wegen dem Füllhorn würde ich spontan an die Ptolemäer denken.
Vielleicht hilft es schon etwas ?
Schöne Grüße,
MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Beitrag von Tequila » Do 14.01.10 13:51

Hallo Numis-Student,

vielen Dank für die Info!
Was hältst du von dem doppelten Porträit?
Für einen Doppelschlag ist es m.M. nach zu unterschiedlich, oder?

Nochmals Dank und Gruß
Pierre

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Beitrag von Numis-Student » Do 14.01.10 14:24

gestaffelte Portraits kommen bei den Ptolemäern ebenfalls öfter vor, nur in AE habe ich das bisher noch nicht gesehen, ist aber auch nicht mein Sammelgebiet, hat deswegen wenig zu bedeuten :-)
Hier mal ein Füllhorn: http://www.coinarchives.com/98eb61b8c80 ... e00106.jpg und ein Doppelportrait: http://www.coinarchives.com/dac689e9238 ... e00206.jpg zum Stilvergleich.
Schöne Grüße,
MR
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Beitrag von Tequila » Do 14.01.10 15:13

Hallo Numis-Student,

vielen Dank für die Info!
Ich werde aufgrund deiner Infos noch etwas recherchieren...!

Danke und Gruß
Pierre

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Beitrag von Numis-Student » Do 14.01.10 15:15

Hallo Pierre,
ich freue mich, dass meine Denkansätze schon ein wenig helfen. Ich hoffe nur, dass es nicht irgendwo etwas ähliches vorkommt und ich dich nun auf eine falsche Fährte gesetzt habe.
Bitte stell deine Ergebnisse auch hier ein, es interessiert mich wirklich !
Viel Erfolg,
MR
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Beitrag von Numis-Student » Do 14.01.10 15:28

Auf den Tafeln vom BMC finde ich nichts passendes...
MR
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Beitrag von Tequila » Do 14.01.10 19:03

Hallo Numis-Student,

interessanterweise habe ich aus dem selben Lot noch
eine ähnliche Münze ( der Durchmesser, Stil, die ursprünglich
"bunte, verkrustete" Patina etc...: fast alles identisch bis auf
auf die Prägung).
Vielleicht hilft uns das etwas weiter.
Ich werde die Münze noch etwas reinigen und sie dann Morgen
vorstellen.

Nochmals vielen Dank
Pierre

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Nachtrag - 2. Münze aus dem selben Lot

Beitrag von Tequila » Fr 15.01.10 12:03

Hallo,

wie angekündigt zeige ich hier eine ähnliche Münze aus dem selben Lot,
von der ich vermute, dass sie ein Pendant zur erst gezeigten Münze
(Ptolemäer?) sein könnte.
Sie ist noch nicht "perfekt" gereinigt, aber m.E. trotzdem schon vorzeigbar.
Möglicherweise lässt sich über diese Münze die "erst vorgestellte" ( und
natürlich auch diese Münze) etwas besser einschätzen.
Ich bin - wie auch NUMIS-STUDENT (...nochmals Danke!) - der Meinung,
dass die Münze(n) den Ptolemäern zu zu ordnen ist.
Bis dato habe ich im Internet allerdings noch keine ähnliche Porträits der
Regenten etc. gefunden - die Infos zur Bestimmung sind im WWW
leider etwas dürftig.
Ich habe 4 Bilder zugefügt, allerdings weiss ich nicht, ob die Rückseite
(RS) in der Darstellung korrekt fotografiert wurde.

Wer hilft weiter?

Danke und Gruß
Pierre
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Beitrag von Antonian » Fr 15.01.10 18:53

Hallo
Vielleicht ist die zweite Münze nabatäisch.Die gekreuzten Cornucopias (Füllhörner) erinnern mich daran
siehe Link:
http://www.wildwinds.com/coins/greece/a ... aea/t.html
etwas runter blättern dann siehst Du entsprechende ähnliche Münzen.
Deine Münze ist ja ziemlich verkrustet,das bekommt Du nur noch mit agressiven Mitteln herunter, die Frage ist wie die Münze drunter ausschaut und wie sie eine solche Prozedur übersteht.
Gruss
Antonian
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Beitrag von Tequila » Fr 15.01.10 20:42

Hallo Antonian,

danke für den Hinweis.
Zuerst dachte ich, dass die Münze evtl. auch den
Ptolomäern zugeordnet werden könnte.
Die Münze ist tatsächlich noch ziemlich verkrustet,
ich werde mal vorsichtig mit etwas Zitronensaft
"arbeiten".

Nochmals Danke und Gruß
Pierre

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Beitrag von Numis-Student » Mi 20.01.10 17:58

Hallo Pierre,
ich mal wieder ;-)
Ich habe heute meinen Professor mal angesprochen und deine Fotos gezeigt. Er hält es erstens für möglich, dass es statt Füllhorn eine Keule sein könnte.
Dann meinte er, dass es auch aus dem antiken Orient sein könnte, als Literaturhinweise gibt es J. de Morgan, Manuel de numismatique Orientale 1979 und (Meshorer - über antike Münzen aus Judäa, eigentlich nur deine zweite Münze betreffend).
Geprägt wäre es dann von den Nachbarvölkern der Parther.
Ich werde, wenn ich mehr Zeit finde, noch mal damit auseinandersetzen, vielleicht helfen diese Hinweise aber schon weiter...
Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von Tequila » Fr 22.01.10 14:42

Hallo,

ich habe die Münze mit den Staffelportraits noch etwas gereinigt.
Die aktuellen Bilder habe ich angefügt.

Aus dem amerikanischen Forum FORUM ANCIENT COINS habe ich
von einem - offenbar sehr sachkundigen Mitglied - diesbezüglich
noch einige interessante Infos bekommen.
Hier der Originaltext (Auszugsweise):

"not Ptolemaic.  looks like one of the small 'pseudo-seleukid' coins of Ptolemais.  not issued by a ruling authority so not really seleukid, but from that area and time period issued by a city or local authority.  some folks sell these as 'Antiochos IV' but I'm told they aren't.  I've seen two sizes.  I'll see if I can find a clearer one for you to compare but you can go on wildwinds and check for that city.

as mentioned earlier it's not really a seleukid coin, rather a local city issue from the seleukid time period.  not sure if you'll find it listed as a seleukid coin or not.

oliver hoover's new handbook might cover it.

interesting coin but not sure how to classify it to make it easy for you to find.  they're offered on Ebay fairly often, usually as 'Antiochos IV' because the reverse shows some similarity to Antiochos IV 'municipal' issues.  Those coins don't mention the ruler's name, but afaik they have the ruler's portrait on the obverse and this coin doesn't."


Es handelt sich offenbar also um eine Münze aus der Seleukidischen
Zeitepoche, die von einem Stadtstaat oder einem Provinzfürsten
geprägt wurde.
Möglicherweise besteht doch ein Zusammenhang zwischen der
"Staffelporträit"-Münze und der zweiten, hier vorgestellten Münze
(Nabatäisch, wie Forumskollege Antonian vermutet).
Insbesondere aber auch der Hinweis von Numis-Student auf eventuelle
orientalische Wurzeln im Umfeld der Parther verspricht ( schon rein
geschichtlich betrachtet) einen plausiblen Lösungsweg.
Kurz: Das macht für mich die Suche zwar noch interessanter, aber auch
viel, viel schwieriger...schau`n mer mal.
Ich bin für jeden weiteren Hinweis oder Tip dankbar!

Viele Grüße
Pierre
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