Preise für Sammlermünzen - damals und heute

Wie zahlten unsere Vorfahren? Was war überhaupt das Geld wert? Vormünzliche Zahlungsmittel

Moderator: Locnar

klaupo
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Preise für Sammlermünzen - damals und heute

Beitrag von klaupo » Mi 24.03.04 00:37

Wie zahlten unsere Vorfahren ... ein Zufallsfund - und ein bißchen blättern! :D ... und was ist / war nun teuer oder billig???

Gruß klaupo
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Wuppi
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Beitrag von Wuppi » Mi 24.03.04 17:27

Hi

aber die beiden Münzen sind doch unterschiedlich - vielleicht liegt hier diese enorme differenz?

Auf der rechten Seite: links/rechts oben => zeichen, unter dem A ebenfalls zeichen - bei der Münze unten.

Bis denne
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quintus
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Beitrag von quintus » Mi 24.03.04 17:50

Es wäre aber auch interessant von wann der Zettel ist.

Wäre er, zum Beispiel, von 1910 würde es bedeuten daß die Münze
enorm an Wert verloren hat. Oder?

mfr
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Beitrag von mfr » Mi 24.03.04 17:57

Wäre der Zettel von 1910 hätte der Besitzer sicher die Frakturschrift gewählt. Er stammt also ziemlich sicher aus der Zeit nach 1941.

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Beitrag von Wuppi » Mi 24.03.04 20:22

Hi

ab 1941 hat man nicht mehr Fraktur geschrieben? Wieso seit da nicht mehr?

Bis denne
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mfr
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Beitrag von mfr » Mi 24.03.04 20:50

Weil die Nazis der Meinung waren die Frakturschrift wäre jüdischen Ursprungs.
Stabsleiter München 33,
z.Z. Obersalzberg den 3.1.1941


Rundschreiben (nicht zur Veröffentlichung)


Zu allgemeiner Beachtung teile ich im Auftrag des Führers mit:
Die sogennante gotische Schrift als eine deutsche Schrift anzusehen und zu bezeichnen ist falsch. In Wirklichkeit besteht die sogenannte gotische Schrift aus Schwabacher-Judenlettern. Genauso wie sie sich später in den Besitz der Zeitungen setzten, setzten sich die in Deutschland ansässigen Juden bei der Einführung des Buchdrucks in den Besitz der Buchdruckereien, und dadurch kam es in Deutschland zu der starken Einführung der Schwabacher-Judenlettern.

Am heutigen Tage hat der Führer in einer Besprechung mit Herrn Reichsleiter Amann und Herrn Buchdruckereibesitzer Adolf Müller entschieden, daß die Antiqua-Schrift künftig als Normalschrift zu bezeichnen sei. Nach und nach sollen sämtliche Druckerzeugnisse auf diese Normalschrift umgestellt werden. Sobald dies schulbuchmäßig möglich ist wird in den Dorfschulen und Volksschulen nur mehr die Normalschrift gelehrt werden.

Die Verwendung der Schwabacher-Judenlettern durch die Behörden wird künftig unterbleiben; Ernennungsurkunden für Beamte, Straßenschilder u. dergl. werden künftig nur mehr in Normalschrift gefertigt werden.

Im Auftrage des Führers wird Herr Reichsleiter Amann zunächst jene Zeitungen und Zeitschriften, die bereits eine Auslandsverbreitung haben, oder deren Auslandsverbreitung erwünscht ist, auf Normalschrift umstellen.



gez. Bormann

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Beitrag von Wuppi » Mi 24.03.04 20:53

Hi

jetzt haste es doch veröffentlicht ;)

Ich glaub da konnte einer die Schrift einfach nicht ... naja ok das nen anderes Thema ... aber interessant zu wissen - thx

Bis denne
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mfr
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Beitrag von mfr » Mi 24.03.04 20:56

Wuppi hat geschrieben:Ich glaub da konnte einer die Schrift einfach nicht ...
Das war bis 1941 die ganz normale Schrift, wurde überall verwendet und natürlich an jeder Schule gelehrt. Wer die nicht konnte war Analphabet ;) oder ging erst nach ´41 zur Schule, womit wir wieder beim Thema wären ;)

berenike
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Beitrag von berenike » Di 20.04.04 17:59

Übrigens nochmal zum "Werteverfall". Es stimmt tatsächlich, daß unterschiedliche Münzen unterschiedliche Wertsteigerungen mitgemacht haben. Während man vor 50 Jahren für den Unterschied zwischen schön + und vorzüglich fast kein Geld zahlte, zahlt man heute im Vergleich mehr als das 10fache.
Deshalb sieht man bei alten Sammlungen, daß manche Stücke in schön kaum mehr bringen als anno dunnemal, während die Stücke, die vorzüglich sind, exorbitante Preise einspielen. Nur so zum Spaß hier der Nachbericht zur Bally-Auktion, bei dem zum Teil die Preise angegeben sind, die im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts für die Dinger bezahlt wurden:

Am 16. Dezember 2003 wurde in Basel der erste Teil der Sammlung Bally zum Verkauf angeboten. Mehr als 100 Sammler und Händler aus aller Welt saßen im Saal, um wenigstens ein Stück dieser bedeutenden Sammlung zu erwerben, die seit knapp 100 Jahren in einem Banktresor geschlummert hatte.
Bereits bei Nummer 33 kam es zur ersten Sensation. Unter dieser Nummer wurde ein vorzüglicher Aureus des Sulla angeboten, der auf der Vorderseite den Kopf der Venus zeigte mit der Aufschrift L SVLLA. Das äußert seltene Stück von hohem historischen Interesse hatte 1909 500 Gold-Mark gekostet, 2003 war es mit 35.000 Franken geschätzt und brachte die runde Summe von 100.000 Franken.
Auch wenn die Ergebnisse, die andere vorzügliche Republikdenare erzielten, natürlich nicht so spektakulär sind, war es doch bemerkenswert, wie viel Sammler bereit waren für die feine Qualität und die wundervolle Sammlungspatina zu bezahlen. Ein Denar des Cornelius Lentulus und des Claudius Marcellus zum Beispiel (Cr. 445/1a) brachte 4.200 Franken statt der geschätzten 1.000 (1908 hatte dasselbe Stück 25 Franken gekostet), der höchst seltene Denar des Numonius Vaala (Cr. 514/2) erzielte gar 12.000 Franken (2.800.-), 1907 hatte er für damalige Verhältnisse unglaubliche 124.- Franken gekostet.
In der Sammlung Bally wurden zahlreiche Stücke angeboten, die seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht mehr im Handel gesehen worden waren, und bei denen man völlig auf Vermutungen angewiesen war, was so ein Stück heute wert sein könnte. So zum Beispiel ein Aureus des Marcus Antonius, der auf der Rückseite einen jungen Mann n. l. sitzend zeigte (Cr. 494/2b). Das Stück war "nur" sehr schön erhalten, deshalb auf 15.000 CHF geschätzt und brachte 38.000 CHF. Ein sehr seltener Denar des Octavianus mit seinem Porträt und dem seines Adoptivvaters auf der Vorderseite und der ersten Nennung des Agrippa auf der Rückseite (Cr. 534/2) erzielte 31.000 Franken (5.500.-), 1909 hatte das Stück bereits 150 Franken, damals 105 Goldmark gekostet.
Man gerät in Verlegenheit, welche Stücke aus dem Bereich der Kaiserzeit man aufführen soll. So viele Ergebnisse verblüfften durch ihre Höhe. Aber Ware mit einer guten Provenienz aus einer alten Sammlung erzielt eben höhere Preise als die, die für scharf gereinigte Fundstücke gezahlt werden. Nehmen wir zum Beispiel den Denar des Caligula mit seinem Vater Germanicus in vorzüglich. Das Stück war mit 4.500 CHF geschätzt und brachte den sagenhaften Preis von 10.500 Franken. Wie stark sich Wertschätzungen über ein Jahrhundert hinweg ändern können, zeigte ein Aureus des gleichen Kaisers mit seiner Mutter Agrippina. Das Stück war "nur" sehr schön, hatte aber im Jahr 1908 517.- Franken gekostet (zum Vergleich, für den Aureus des Sulla zahlte Bally im gleichen Jahr 500 Franken); das damals so hoch eingeschätzte Stück brachte heute "nur" ein Ergebnis von 24.000 Franken, und damit 4.000 Franken weniger als der Sesterz des Titus mit der Darstellung des Kolosseums, der 1907 "nur" 150 Franken gekostet hatte.
Es war eine Freude, zu beobachten, wie praktisch jede Münze auf das Doppelte und mehr der Taxe stieg. Die Bally Auktion war gemacht für Sammler, nicht für Investoren. Nach Stücken im fünf- und sechsstelligen Bereich wurde wieder ein Denar angeboten, der mit 120 oder 150 Franken ausgerufen wurde, dann aber auf ein Vielfaches seiner Schätzung stieg. Um nur ein Beispiel zu nennen: Ein Denar des Kaisers Hadrian, der ihn als Restitutor Galliae feierte, wurde mit 240 Franken ausgerufen, stieg dann aber auf 2.000.
Die Überraschung des Tages war die unscheinbare Halbsiliqua des Johannes, der nur zwei Jahre regiert hatte. Sie war mit 1.500 Franken sicher zu günstig geschätzt, aber als das letzte Gebot mehr als das 11fache, nämlich 17.000 Franken erreichte, applaudierten die Anwesenden im Saal.
Beenden wir diesen kleinen Nachbericht mit dem Ergebnis, das das Titelstück der Auktion erzielte, der eineinhalbfache Solidus der Fausta, der im Jahre 324 von ihrem Mann Constantinus, genannt der Grosse, geprägt wurde. Für ihn hatte Bally im Jahr 1909 die damals unerhörte Summe von 8.110 Franken ausgegeben. Im Vergleich dazu mutet das Ergebnis von heute noch bescheiden an mit seinen 140.000 Franken.
Das Gesamtergebnis der Auktion Bally lautete auf 2.006.185 Franken, also 2.307.113 Franken inklusive Aufgeld. Damit wurde die Schätzung von 1.268.650 Franken fast verdoppelt. Von den insgesamt 311 Münzen, die im ersten Teil der Sammlung Bally angeboten wurden, blieben nur 7 Stück liegen. Sie werden noch einmal angeboten in Stuttgart im April, wenn der zweite Teil der Sammlung Bally zum Verkauf steht.

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Beitrag von berenike » Di 20.04.04 18:01

Hoffentlich versteht Ihr das nicht als Werbung, bekam gerade Bedenken, so war's aber nicht gemeint.
Berenike

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Beitrag von Wuppi » Di 20.04.04 19:10

Hi

ne ist schon interessant ... was jetzt aber auch interessant wäre:

"1909 500 Gold-Mark gekostet, 2003 war es mit 35.000 Franken geschätzt und brachte die runde Summe von 100.000 Franken. "

500 Goldmark hört sich irgendwie wenig an ... aber was für ne Kaufkraft hatte man damit?

Gleiches hier
"Für ihn hatte Bally im Jahr 1909 die damals unerhörte Summe von 8.110 Franken ausgegeben. Im Vergleich dazu mutet das Ergebnis von heute noch bescheiden an mit seinen 140.000 Franken. "

Denke die Kaufkraft des Franken hat sich in fast 100 Jahren doch etwas geändert ... was man damals für 8000 CHF bekam, wird heute wohl ganz anders kosten...

Würde mich jetzt mal interessieren um die Preise Damals-Heute besser zu vergleichen.

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Beitrag von mfr » Di 20.04.04 19:30

Wuppi hat geschrieben:500 Goldmark hört sich irgendwie wenig an ... aber was für ne Kaufkraft hatte man damit?
Für den durchschnittlichen Arbeiter war das ca. ein Jahresgehalt.

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Beitrag von Wuppi » Di 20.04.04 19:59

Hi

wie steht Franken:Euro? Damals doch 1DEM ~ 1CHF ... also jetzt etwa 1 EUR ~ 2 CHF ?

Demnach wären wir bei im Goldmarkbeispiel bei 35.000 CHF = 17.500Euro ... wäre pi*daumen das was so manch einer im Jahr rausbekommt (nach Steuern) ... Demnach wäre hier ja keine teuerung festzustellen ...

Fehler?

Wie schauts beim 1909er Franken aus?

Bis denne
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Beitrag von chinamul » Mo 26.04.04 20:22

@Berenike
Deine Bedenken, daß man deine Ausführungen als Werbung auffassen könnte, sind völlig unbegründet! Wir alle hier im Forum spielen, so glaube ich jedenfalls unterstellen zu können, in einer ganz anderen Liga, ich schätze mal drei bis vier Klassen tiefer. Wir haben von dir einfach nur ein schönes Märchen erzählt bekommen und dürfen davon nun noch eine kleine Weile träumen.
Mehr ist nicht!!!
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Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit

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