Bitte um Bestimmungshilfe für einen Anastasius

Münzen des alten Byzanz

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inferus
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Bitte um Bestimmungshilfe für einen Anastasius

Beitrag von inferus » Do 07.01.10 23:01

Entschuldigung bitte, dass ich zwei Threads mit dem selben Thema in 2 verschiedenen Foren eröffne aber da mir im byzantinischen Forum niemand geantwortet hat, möchte ich gerne mein Glück hier versuchen...

Liebes Forum,

diese Münze hatte ich vor Kurzem auf Ebay erstanden für einen Euro und hatte eigentlich gehofft, dass ich damit ein Belegstück für Anastasius I bekommen würde zumindest nahm ich es aufgrund des Porträts und der Legende an(da ich meinte anhand der Verkaufsbilder IUS PP A zu lesen).Siehe ähnliche Silbentrennung bei dem folgenden Link
http://www.wildwinds.com/coins/sb/sb0014.html
Doch nachdem ich nun die Münze in der Hand halte. Ist ziemlich deutlich folgende Legende zu lesen NUS ~ PP ~ L .
Auf der Rs. ist ein M und rechts davon ein Stern zu erkennen.

Könntet Ihr mir vielleicht bei der Entschlüsselung des Stücks helfen?

Gew.:15,65gr
Dm:31mm
Dateianhänge
SDC10091_640x548.JPG
SDC10090_640x571.JPG

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justus
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Beitrag von justus » Do 07.01.10 23:32

Falsches Forum -----> 40 Nummi Follis aus Byzanz. Zu Byzantinern verschieben!
mit freundlichem Gruß

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justus
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Beitrag von justus » Do 07.01.10 23:45

Ach ja. Könnte sich übrigens um einen Justinian I. handeln ----->

Justinian I.
AE Follis (40 Nummi). Constantinopolis 527 - 565 AD.
Av. D N IVSTINIANVS PP AVG / Drapierte, gepanzerte Büste mit Diadem n. r.
Rv. Großes M zwischen Stern und Kreuz, darüber Kreuz. Im Abschnitt CON
Ref. Sear Byzantine Coins and their Values # sb0158.

http://www.wildwinds.com/coins/sb/sb0158.html
mit freundlichem Gruß

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inferus
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Beitrag von inferus » Fr 08.01.10 00:02

Pardon...aus dem Forum komme ich doch her und wenn da keiner antwortet, hatte ich gehofft vielleicht liest sich hier einer mal die Legende durch oder erkennt das Porträt wieder...

danke @magnus für den hinweis aber ich hatte mir justinian bereits angesehen und im porträt konnte ich wenige Gemeinsamkeiten erkennen.

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Beitrag von inferus » Fr 08.01.10 00:03

Pardon...aus dem Forum komme ich doch her und wenn da keiner antwortet, hatte ich gehofft vielleicht liest sich hier einer mal die Legende durch oder erkennt das Porträt wieder...

danke @magnus für den hinweis aber ich hatte mir justinian bereits angesehen und im porträt konnte ich wenige Gemeinsamkeiten erkennen.

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Scheleck
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Beitrag von Scheleck » Fr 08.01.10 00:30

Hallo Inferus,
bei der von Dir eingestellten Münze handelt es sich um einen Follis von Justin I. (518-527), Münzstätte und Offizin auf dem Revers kann ich auf dem eingestellten Bild nicht erkennen. Erkennbar ist das Zahlzeichen "M" für Follis. Auf dem Avers ist das Ende der Legende mit .....NUS PP AV. erkennbar, daher handelt es sich um einen Follis von Justin I. (518-527).
Da die Lengenden oft verstümmelt auf den Follis erscheinen vielleicht noch der Hinweis das bei Follis von Anastasius die Lengende am Ende immer mit ....SIUS PP AVG endet und bei Justinianus mit ....ANUS PP AVG. Das Portät auf den ist immer nach rechts gerichtet.
Mit besten Grüßen Scheleck
Das Auge schläft, bis es der Geist mit einer Frage weckt.

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Beitrag von inferus » Sa 09.01.10 16:19

Vielen Dank für deine Hilfe. Dann wird es wohl doch Justinianus wobei die Legende dann doch arg zerstümmelt wirkt, weil ja nach dem Porträt das A(NUS) fehlt und der letzte Buchstabe deutlich ein L statt A(VG)wiedergibt. Sind solche Fehler häufiger anzutreffen und liegt das an der Verkümmerung der Stempelschneiderfähigkeiten?

gruß inferus

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Beitrag von Scheleck » Sa 09.01.10 17:20

Ja, es kommt sehr häufig vor, dass die Lengenden oftmals nur teilweise und auch verstümmelt auf den frühen Folles von Anastasius, Justin und Justinianus vorkommen, es liegt zum einen daran, das die Münzschrötlinge im Durchmesser zu klein waren für die verwendeten Stempel, dafür aber etwas dicker um das Mindest Sollgewicht zu halten und zum anderen lag es auch an den Münzarbeitern und Stempelschneidern in den Broncemünzstätten die weniger gut ausgebildet waren, als jene in den Goldmünzwerkstätten. Auf deiner Münze sehe ich nur ...NUS, daher habe ich sie Justin I. zugeordnet. Das Pater Patriae (PP) ist noch erkennbar, das AVG widerum nicht. Was Du als "L" erkennst ist ein verstümmeltes "A". Wenn Du genau hinsiehst, wirst Du feststellen, dass der Längsbalken des "A" an der Querhaste nach unten etwas weiter verläuft. Der rechte abwärts führende Längsbalken des "A" fehlt ganz.
Mit besten Grüßen Scheleck
Das Auge schläft, bis es der Geist mit einer Frage weckt.

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Beitrag von inferus » Di 12.01.10 17:44

herzlichen Dank abermals für deine Erläuterung @schlecki

gruß inferus

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