Nicht genau zugeordnet!

Griechische Münzen des Altertums

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Lilienpfennigfuchser
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Nicht genau zugeordnet!

Beitrag von Lilienpfennigfuchser » Fr 02.01.09 15:09

Hallo,

Kann jemand diese Münze genau zuordnen, einschließlich Literaturangaben?

Für den Rest des Jahres 2009 wünsche ich allen viel Glück - und Glücklichsein -.

Grüße

Lilienpfennigfuchser
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Grieche P1020048.JPG
Grieche P1020047.JPG

Lilienpfennigfuchser
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Beitrag von Lilienpfennigfuchser » Fr 02.01.09 15:14

Lilienpfennigfuchser,

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areich
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Beitrag von areich » Fr 02.01.09 17:56

Hast Du größere Bilder, ich meine da Gußbläschen erkennen zu können.
Die Tatsache, daß Du nicht weißt, was Du da hast verheißt auch nichts Gutes, solche Münzen werden in der Regel nicht unbestimmt verkauft.
Größe und Gewicht wären hilfreich.

Andreas

Lilienpfennigfuchser
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Beitrag von Lilienpfennigfuchser » Fr 02.01.09 20:37

Hallo,

gewiss, die Bilder könnten besser sein. Die vermuteten Gußbläschen sind sicher "Verletzungen" von außen. Ich traue mir zu, dass ich Gußbläschen auch erkannt hätte. An der Echtheit des Stückes habe ich, auch aus verschiedenen anderen Gründen, keine Zweifel. Den Punkt Fälschung kann man m. E. abhaken; meine Frage ging ja auch nicht ganz in diese Richtung.

Ich hatte es ganz vergessen: Die Münze wiegt 16,77 g und hat einen Durchmesser von 31-32 mm.

Grüße

Lilienpfennigfuchser

Altamura

Beitrag von Altamura » Fr 02.01.09 22:14

Hallo zusammen,

es wird (oder soll, je nachdem, wie die Echtheitsdiskussion ausgeht :wink:) sich um eine posthume Alexander-Tetradrachme aus Mesembria handeln.
Da das Photo etwas mickrig ist, kann ich auch bei Vergrößerung auf dem Revers das Beizeichen unter dem Thron nicht genau erkennen und die Münze damit nicht genauer bestimmen.

Ein paar schnell mal aus CoinArchives gezogene Beispiele siehe hier:

http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 31&Lot=139
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 1&Lot=1328
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 8&Lot=1359
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 143&Lot=91

Gruß

Altamura
Zuletzt geändert von Altamura am Fr 02.01.09 23:25, insgesamt 1-mal geändert.

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areich
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Beitrag von areich » Fr 02.01.09 22:25

Wenn niemand anders da Bedenken hat wird sie echt sein. Bei mir läuten nur
immer alle Alarmglocken, wenn jemand eine derart hochpreisige Münze vorstellt
ohne zu wissen, worum es sich im Groben handelt. Sowas findet man eben nicht unbestimmt in Grabbelkisten, jedenfalls nicht in der Erhaltung.

Andreas

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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Fr 02.01.09 23:05

Grösse und Gewicht passen, die Fotos sind aber zu klein, um sonst was zur Echtheit zu sagen. Gut möglich, dass sie echt ist, aber ich verstehe nicht so ganz, wie man eine Münze für ganz sicher echt erklären kann, wenn man nicht weiss, um was für eine Münze es sich überhaupt handelt.

Gute Gussfälschungen weisen keine Gussbläschen mehr auf, oder doch nur solche, die man nur bei starker Vergrösserung der Oberflächen und deren Vergleich mit zweifellos echten Stücken erkennen kann.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von Lilienpfennigfuchser » Sa 03.01.09 18:04

Hallo,

besten Dank für die Hinweise.

Bei den beigefügten Bildern habe ich mir jetzt soooo Mühe gegeben.....; (dazu habe ich auch lange genug gebraucht). Das Wesentliche müßte zu erkennen sein. Eine Fälschung ist nicht 100%ig ausgeschlossen, doch, wie schon gesagt, sehr unwahrscheinlich.
Ich weiß, um welche Münze es sich "überhaupt" handelt, doch mir geht es um eine genaue Bestimmung (posthume Prägung?, wann?, Darstellungen auf der Rückseite und damit auch Münzstätte). Ein etwa stempelgleiches Stück habe ich bei Coinarchives bisher nicht gefunden. Entsprechende Literatur fehlt mir.

Freundliche Grüße

Lilienpfennigfuchser
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Beitrag von Pscipio » Sa 03.01.09 18:08

Die Darstellung auf der Rückseite ist bei diesen Münzen bis auf die Beizeichen immer gleich: Zeus mit Szepter und Adler nach links sitzend. Die postume Prägung erkennt man zum Einen am Stil und zum Anderen an den gekreuzten Beinen des Zeus.

Das Stück scheint mir (bei allem Vorbehalt bezüglich eines Urteiles nach Fotos) echt zu sein.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

Altamura

Beitrag von Altamura » Sa 03.01.09 23:00

Hallo zusammen,

mit den besseren Bildern erkennt man auf dem Revers unter dem Thron jetzt klar ein Delta und ein Iota.
Damit ist es Price 1000 aus, wie schon gesagt, Mesembria. Prägezeit war laut Price zwischen 250 und 175 v.Ch.
Als weitere Referenzen zu dieser Münze gibt Price "Propontis 19" und "Karayotov 10" an.
Die Abbildung im Price (ich hab' mir den zufällig über die Feiertage gerade ausgeliehen) sieht der Münze von Lilienpfennigfuchser auch sehr ähnlich.

Gruß

Altamura

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Beitrag von Homer J. Simpson » So 04.01.09 00:11

Mit Delta I unter dem Thron ist es Price 1000, das ist korrekt; auf den Bildern devor war das I nicht zu sehen gewesen. Es scheint übrigens der Name des Magistraten gewesen zu sein, da er auf im Katalog benachbarten Stücken auch weniger abgekürzt und sogar vollständig (Dioskuridas) auftaucht. Price setzt diese Serie mit 225-175 v.Chr. an.

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Beitrag von Lilienpfennigfuchser » So 04.01.09 14:44

Hallo,

herzlichen Dank für die Antworten.

Der allergrößte Teil meiner Fragen ist damit geklärt. Doch welche Bedeutung hatten Delta und Jota und der Helm? Und gibt es diese Münze in so großen Mengen, dass es unwarscheinlich ist, ein stempelgleiches Stück zu finden?

Freundliche Grüße

Lilienpfennigfuchser

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Beitrag von Dapsul » So 04.01.09 16:41

Das ΔΙ ist ein Monogramm. Es gibt verschiedene in Mesembria und so genau weiß man nicht, wofür sie stehen - wie fast immer bei Monogrammen auf griechischen Münzen. Der Helm ist wohl ein Symbol für die Stadt Mesembria. Er ist auch auf den Stadtmünzen das Hauptmotiv.

Gruß - Frank

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Beitrag von Homer J. Simpson » Mo 05.01.09 18:24

Dapsul hat geschrieben:Das ΔΙ ist ein Monogramm. Es gibt verschiedene in Mesembria und so genau weiß man nicht, wofür sie stehen - wie fast immer bei Monogrammen auf griechischen Münzen.
Das stimmt, mit den Monogrammen auf griechischen Münzen ist es ein Kreuz. Aber hier ist eigentlich einer der wenigen Fälle, wo man es sich erschließen kann, da auf Price 1000 bis 1002 DI steht (an verschiedenen Stellen der Rs.), auf Nr. 1003 DIOSK und auf 1004 DIOSKOURIDA. Also wird der Münzbeamte Dioskuridas geheißen haben. Das legt nahe, daß viele oder die meisten dieser Buchstabenfolgen und Monogramme Beamtennamen sind.

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Re: Nicht genau zugeordnet!

Beitrag von Lilienpfennigfuchser » Mo 04.01.21 10:09

Hallo,

gibt es nach 12 Jahren Neues zu dieser Münze. Ich möchte sie, möglichst genau bestimmt, einem Enkel schenken.

Bleibt gesund!

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