Maria Theresia überall

Ab 1500 (ohne Euro)
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Morgoroth
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Maria Theresia überall

Beitrag von Morgoroth » So 15.06.03 17:15

Hallöle mein neues Sammelogebiet ist Interessenhalber, Münzen der Maria Theresia, als ich ein wenig recherchierte bin ich auf folgendes gestossen:

Bis einschließlich 1962 war der Maria-Theresientaler im Jemen noch offizielles Zahlungsmittel. In der Provinz Saada waren die Taler aufgrund des hohen Silbergehalts bis in die 80 Jahre offizielle Währung.

Vor Ort werden die Münzen "Rial fransi" genannt, also "französische Rial". Dies ist darauf zurückzuführen, daß die Münzen durch Napoleon, während dessen Ägypten-Feldzugs 1798, in den Nahen Osten gelangten. Die Türken brachten die Münzen in den Jemen, wo sie bis zum Ende der Imamzeit als Zahlungsmittel dienten. Rund um das Rote Meer waren die Münzen gültig und werden auch noch heute zu Schmuckstücken verarbeitet. Da es noch kein Bankensystem gab, wurde der Maria-Theresientaler für alle Geldgeschäfte verwendet. Das Wort "Dollar" leitet sich übrigens davon ab.
Es gibt Unmengen an Geschichten über Imams, die noch in diesem Jahrhundert ganze Eselladungen der schweren Münzen über die Berge schafften, um ihren Tributpflichten nachzukommen. Aber so ganz befriedigte diese Währung nicht, denn der Wert stieg und fiel mit dem Silberpreis.
Die Münzen wurden ursprünglich ab 1780 in Österreich gefertigt. Unabhängig vom Herstellungsjahr haben alle Münzen das Jahr 1780 eingeprägt. Auch die Bank von England hat bis 1960 diese Münzen nachgeprägt.
Natürlich ist solch ein Taler ein nettes Souvenir. Aber inzwischen muß man sich schon auf die Suche machen, um noch das eine oder andere Stück ergattern zu können. 1996 kostete ein Taler noch 45 jemenistische Rial.

Im Suq at Talh nahe Saada liegen die Taler noch säckeweise vor den Händlern. Der Silbergehalt kann natürlich vor Ort nicht festgestellt werden. Für den Laien ist nicht erkennbar, ob es sich um einen echten Taler handelt. Und wie kommt man hin? Am besten mit dem Taxi vom Hotel Rahban (30 Rial) fahren, der Markt liegt etwas außerhalb von Saada. Jeden Samstag ist dort ein sehr bekannter Markt. (Traurige) Berühmtheit erlangte der Markt durch sein reichhaltiges Angebot an Waffen.


Habt ihr das gewusst? Stark 8O :D
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Beitrag von Wuppi » So 15.06.03 18:01

Hi
Berühmtheit erlangte der Markt durch sein reichhaltiges Angebot an Waffen.

Habt ihr das gewusst? Stark
Klar ... irgendwie muß man ja zu Geld kommen *G*


Ne scherz beiseite ;) ... Ist mir nicht ganz unbekannt mit den MT als Zahlungsmittel bis ins 20. Jh. herrein - nur die Details kannte ich bis jetzt noch nicht - Danke ;)

Wie ist den der aktuelle Wert für nen ECHTEN MT? ... würde sich das lohnen hinzufliegen, säckeweise MTs zu kaufen und hoffen das 5-10% echt ist? ;)

Bis denne
Wuppi

PS-Edit: der Mann meiner Mutter fliegt dienstlich manchmal in die Gegend ;)
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Morgoroth
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Beitrag von Morgoroth » So 15.06.03 18:20

Also ich würde sagen ja, hier der Vorrsatz das es die Menge macht, wenn man unter 100 Münzen 2 richtige findet ist es doch auch net schlecht :mrgreen:
Als Souvnir oder Anhänger lohnt es sich bestimmt, aber das Münz-fälschwesen ist dort warscheinlich viel aktiver als hier, tja, hpffen wir das die Münzen dort nicht zerscnippelt werden so wie man es in einigen Ländern mit Scheinen macht um den Wert der drauf steht zu halbieren :D :D :lol:
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Beitrag von mfr » So 15.06.03 18:48

Hallo,
wenn du dich für Maria Theresia Taler interessierst, schau mal auf diese Seite: http://www.roeck-us.net/

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Morgoroth
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Beitrag von Morgoroth » So 15.06.03 19:07

Danke Muenzenfreund :D
Na dann bin ich ja mal gespannt übermorgen bekomm ich meine erste MT Münze die mir meine Schwester aus'm Antikgeschäft mitbringt, ich hoffe es ist nicht solch eine Nachprägung :?
oida ou eidos

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Obelix
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Beitrag von Obelix » So 15.06.03 22:04

Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr groß! :?
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antoninus1
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Beitrag von antoninus1 » So 15.06.03 22:05

Wenn Deine Schwester in einem seriösen Geschäft kauft und mindestens 100 Euro hinlegt, bekommt sie ein Original von 1780, das heißt, einen Taler aus Günzburg (der besagte orginale Taler wurde nicht in Österreich geprägt, sondern in Günzburg)
Das, was in den von Dir genannten Ländern umlief, waren ja alles Nachprägungen für den Handel. Die wurden in Venedig, Mailand, Wien (ab 1860) und London (ab1936) geprägt.
Der Name Dollar leitet sich nicht speziell vom Maria-Theresien-Taler ab, sondern vom Wort Taler allgemein.
S.a. "Vom Taler zum Dollar, 1486 - 1986", Katalog zur Ausstellung in der Staatlichen Münzsammlung München.
Gruß,
antoninus1

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Beitrag von Morgoroth » So 15.06.03 22:17

Gesagt wieviel er gekostet hat hat sie nicht, es ist ja ein Geburtstagsgeschenk, aber da sie mir noch den Wächter des Glücks Hunamun oder so, aus Indien mitbringt wird es schon ein richtiger sein, wenn ich ihn habe stell ich ihn mal hier rein.
oida ou eidos

Gast

Beitrag von Gast » Mo 16.06.03 20:01

Nochmal zur Herkunft des "Dollars":

Die linguistische Ableitung liegt auf der Hand: Dollar = Taler. Und da streiten sich auch keine Gelehrten drüber.

Alles, was damals ein grosses Silberstück war (französische Ecu, spanische 8 Reales, habsburgische Taler usw. usw.) wurden als "Taler, Thaler, Daler usw. usw.) bezeichnet. Das muss, unabhängig von Sprachbarrieren ähnlich wie mit unserem heutigen Euro gewesen sein.

Der amerikanische Dollar ist münzhistorisch (nicht sprachlich) von dem spanischen 8 Reales-Stück abzuleiten, dass zwischen 1732 und 1772 in Mexiko, Bolivien, Chile, Kolumbien, Guatemala und Peru geprägt wurde, und ähnlich wie der Maria Theresien Taler im nahen Osten, zur Hauptwährung in den beiden Amerikas wurde, bevor die britischen Kolonisten in Nordamerika versuchten, die britische Währung (allerdings nur mit Kupfer-Erfolg) einzuführen. Die Prägung von Silbermünzen wurde ihnen aus London übrigens verboten.

Der spanische Taler, auch "Pillar Dollar" oder "Piece of Eight" wurde auch in Größe und Feingewicht der unumstrittene Vorläufer des originären US-Dollars und war bis weit ins 19. Jahrhundert gültiges Zahlungsmittel in den Vereinigten Staaten. Schliesslich wurden Kalifornien, Utah, New Mexiko, Arizona, Texas und grosse Teile Colorados, also fast 40% der heutigen USA (ohne Alaska und Hawaii) erst Mitte des 19. Jh. von Mexiko unabhängig.

Der "Pillar" zeigt übrigens auf der Rückseite die "Säulen des Herkules", die die Meerenge von Gibraltar darstellen und auf der Vorderseite das königlich spanische Wappen - Auf den bis zur Einführung des Euro gültigen Peseta-Stücken sowie zahlreichen Prägungen der faschistischen Franco-Ära Spaniens wurden übrigens beide Darstellungen auf der Wertseite künstlerisch sehr gelungen miteinander kombiniert.

Gruß - petzlaff

sambianer
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Beitrag von sambianer » Di 17.06.03 12:10

Übrigens war der Theresien-Thaler nicht nur im Jemen sondern im gesamten Raum der Sahara (u.a. ganz Nord-Nigeria) bis in die 60er oder Jahre Zahlungsmittel. Natürlich waren das alles Nachprägungen, die im Umlauf waren.

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Beitrag von Morgoroth » Di 17.06.03 14:15

Hallöle so um wieder auf das Thema Nachprägung der MT's zurückzukommen, hier ist die Ausbeute, ich bin zwar ein wenig enttäuscht aber seht selbst:
[ externes Bild ]
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Ich bin enttäuscht deswegen weil die MT' eine sehr schlampig nachgeprägte Münze ist sieht man schon am Rand, aber was auf dem Rand ersteinmal draufsteht sieht so schlampig aus als wäre es gegossen,
im Gegensatz zur 5 Mark Wilhelm Münze, gleicht sie ja einer Medallie,
aber ich habe mich trotzdem über alles gefreut hie hat sie mir gesagt was alles gekostet hat, wäre ich da gewesen hätte ich das vielleicht noch verhindern können:

MT= 12 Eur
5 Mark Willi= 15 (eigentlich guter Preis)
Der Wächter des Glücks= 46 Eur
Provinzialbronze Markus Aurelius= 3 Eur
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Beitrag von Wuppi » Di 17.06.03 18:59

Hi

"Der Wächter des Glücks= 46 Eur " <- hört sich an wie nen Item aus Diablo2 ;) (ein Online "Rollenspiel" für die, die es nicht kennen)

Zum Thema:

Der MT wurde ja über die Jahre immer wieder nachgeprägt ... nicht nur die neuen Nachprägungen der Münze Österreich AG ... auch im 19. Jh. Haben diese auch einen Wert? Immerhin erfüllen die alles was eine Münze ausmacht (sie waren offizielles Zahlunsmittel, bis ins 20. Jhr.) und es waren keine fälschungen - also müssten die doch einen gewissen numismatischen Wert haben?

Ab wann fangen die "wertlosen" Nachprägungen an (also das was es derzeit NEU zu kaufen gibt)?

Bis denne
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Beitrag von Morgoroth » Di 17.06.03 19:05

Der Wächter des Glücks hatte ich bei Diablo noch nicht, naja ich hab ja auch aufgehört zu spielen weil ich bei diesem verfluchtem Scorpionkönig in der WÜste nicht vorbeikam, ausserdem ist mir die CD zu Bruch gegangen, grrmpf. Um zum Thema zurückzukehren:

Was meint ihre denn ist es wirklich eine Nachprägung? Ich glaube solche Nachprägungen gibts doch massig hat aber nicht jede ihren speziellen Wert? Jede ist doch schließlich ein Unikat! Oder irre ich mich da?
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Beitrag von mfr » Di 17.06.03 19:08

Ist ne moderne Nachprägung, bei der Austrian Mint kann man sie ab 7 € erwerben. Deine Medaille sieht mir aber nach PP aus die ist teurer, glaub 15 €.

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Beitrag von Morgoroth » Di 17.06.03 20:11

Aha hab ich mir gedacht ne Medallie schade, kann man nix machen, ist aber ein schönes STück. :wink:
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