hallo und bitte um bestimmung

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

moloch
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hallo und bitte um bestimmung

Beitrag von moloch » Di 15.03.05 22:45

hallo

mich hat seit ein paar wochen auch das sammelfiber von römischen münzen gepackt.habe auch meine ersten ungereinigten seit 2 wochen in olivenöl liegen,und heute das erste mal mit küchenpapier gesäubert und wieder "eingelegt".um welche münze handelt es sich hier.habe schon viel im netz gesucht,aber noch nichts passendes gefunden.deutlich zu lesen ist links "Constanti".aber um wem handelt es sich.constans.constantinus 1,2,3 oder noch einen anderen?


gruss,moloch
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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Di 15.03.05 22:57

Hallo moloch

Bei deiner Münze handelt es sich wohl um eine Bronze von Constantinus I., geprägt 335-336 n. Chr.:

Av: CONSTANTINVS MAX AVG, drapierte und kürassierte Büste mit Perlendiadem nach rechts.
Rev: GLORIA EXERCITVS, zwei Soldaten, stützen sich auf Speer und Schild, dazwischen zwei Standarten
Ex: SMTSA = Prägestätte Thessalonica, 1. Offizine
Ref: Thessalonica RIC VII 198

Dies anhand von www.wildwinds.com - nützlich zur Identifizierung von römischen Münzen (wenn auch nicht komplett). Da ich den RIC nicht selbst besitze, wird mich jemand vielleicht noch korrigieren, sollte ich einen Fehler begangen haben. Schau doch mal, ob du das MAX in der Legende erkennen kannst, denn theoretisch könnte es sonst auch ein Constantinus II. sein, wenngleich ich das nicht glaube.

Gruss, Pscipio

PS: Ich heisse dich übrigens herzlich willkommen im Forum!
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von Peter43 » Di 15.03.05 23:31

Pscipio hat recht, es kann nur CONSTANTI - NVS MAX AVG sein. Dafür spricht die Unterbrechung des Namens. Alle anderen Legenden sind nicht unterbrochen.
Die Münze kann allerdings auch RIC VII, Thessalonica 183 sein. Dieser Typ ist praktisch identisch mit RIC VII, 198. #183 wurde geprägt 330-333 und ist leider sehr häufig: C3! #198 wurde geprägt 335-336 und ist sehr selten: R2!
RIC erwähnt folgende Unterschiede:
#183 hat die Reverslegende GLOR - IA EXERC - ITVS, während #198 GLORI - A EXER - CITVS hat. Ich sehe jetzt allerdings, daß es doch eher GLORI - A EXER - CITVS ist!
Auf #183 haben die Standarten oben eine Draperie, die ein rundes Design zeigt. Die Stange der Standarten zeigt 3-4 Plaketten.
Für #198 werden keine Angaben zur Standartendraperie gemacht. Aber die Stange der Standarten soll 3-7 Plaketten tragen.

Hoffe, damit etwas geholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

moloch
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Beitrag von moloch » Mi 16.03.05 09:06

vielen dank euch beiden.hat ja auch erst die 2 wöchige grobreinigung" hinter sich.ich hoffe,dort mit der zeit noch mehr deteils hervor holen zu können. wie gesagt,bin neu auf dem gebiet und die meisten ausdrücke und abkürzungen sind für mich noch "böhmische dörfer".
gibts da ne seite oder buch,wo man sich darüber informieren kann?

@peter

du schreibst,das es doch eher "198 GLORI - A EXER - CITVS" ist,wo du sagst,das diese sehr selten ist,oder habe ich das jetzt missverstanden?

gruss,moloch

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Beitrag von Pscipio » Mi 16.03.05 09:26

Für Einsteiger geeignet: Die Münzen der Römischen Kaiserzeit, Ursula Kampmann, Battenberg / Gietl Verlag, Regenstauf 2004 (auch ich benutze dieses Buch, trotz seiner nicht ganz seltenen Fehler), hier findest du auch ungefähre Wertangaben zu den einzelnen Münzen in den verschiedenen Erhaltungen. Diese solltest du aber höchst vorsichtig behandeln, siehe dazu auch die häufigen Diskussionen hier im Forum über den "Wert" einer Münze. Allerdings ist das Buch für Spätrömer, wie man sie in den Ungereinigten vor allem findet, eher weniger geeignet. Dazu benutze besser www.wildwinds.com
Ansonsten heisst es für dich das gleiche wie für jeden Neueinsteiger: lesen, informieren, sich Umschauen, usw. Die antike Numismatik ist etwas, das man nicht mit einem Buch in sich aufnehmen kann, sondern vor allem auf Erfahrung aufbaut. Und Erfahrung gewinnt man eben erst mit der Zeit, ich selbst bin auch noch nicht so lange dabei. Es gilt der Merksatz: man lernt nie aus. Einige der Forumsmitglieder beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der antiken Numismatik und lernen hier doch immer wieder dazu.

Lass mich dir noch drei Tipps geben:
a. Geschichtskenntnisse (Antike) sind vielleicht nicht unbedingt erforderlich, doch von grossem Vorteil! Sollte es da noch happern, kauf dir eine Zusammenfassung der Römischen Geschichte, z.b. beim Reclam Verlag, so dass du dir wenigstens einen Überblick verschaffen kannst.
b. Lies jeden Beitrag hier im Forum, auch wenn du selber nichts dazu beitragen möchtest/kannst. Durch das mitlesen wirst du sehr viel lernen, so dass du dich bald auch antwortend äussern kannst. Scheue dich nicht, selbst herausgefundenen Antworten zu posten, sie können höchstens falsch sein! Und mit jedem Fehler, den du machst, wirst du etwas gelernt haben und sicherer werden. Selbst den erfahrensten Numismatikern unterlaufen Fehler; so lange man sich bemüht und dabei eine gesittete Sprache verwendet, wirst du hier auf freundliche Unterstützung von allen Seiten treffen.
c. die Ungereinigten und/oder Gereinigten Stücke sind als Einstieg geeignet, doch würde ich, sobald du dich ein bisschen auskennst, die Finger davon lassen. Es lohnt sich schlichtweg nicht, da die meisten Münzen darin schlecht erhalten und äusserst häufig sind, seltene Stücke wirst du dabei nicht finden. Konzentrier dich später besser auf Einzelstücke, es zahlt sich viel viel mehr aus!

Was die Seltenheit deines Stückes anbetrifft:
- der RIC ist in diesen Angaben natürlich sehr veraltet. Vor allem aufgrund der massenweise auf den Markt kommenden Lots an Spätrömern aus Serbien und der Türkei sollte man diesen Seltenheitsangaben keinen zu grossen Wert beimessen.
- Dazu kommt, dass die Seltenheit, die der RIC hier bemisst, in diesem Falle auf der anders gearteten Trennung der Legende (ein einziger Buchstabe!) beruht. Es soll Sammler von Spätrömern geben, die auf diese kleinen, häufig anzutreffenden Unterschiede zwischen ähnlichen Geprägen grossen Wert legen, ich allerdings kann das nicht wirklich nachvollziehen. Wirklich selten ist für mich ein Stück der Zenobia, des Regalianus oder des Iotapianus, dein Stück hingegen wird es wohl zu tausenden geben, auch wenn es im RIC so nicht steht.

Gruss, Pscipio
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Beitrag von Peter43 » Mi 16.03.05 10:52

@moloch:

Mit dieser Legendentrennung wird es wohl RIC VII, Thessalonica 198 sein, und das ist mit R2 angegeben. Das bedeutet, daß zur Zeit, als RIC VII geschrieben wurde, den Autoren 7-10 Exemplare dieses Typs vorlagen. Allerdings haben sie natürlich nur Museen, größere Sammlungen und Auktionskataloge geprüft, nicht aber den kleineren Sammler. Seitdem hat sich zudem viel in der Welt getan. Der Eiserne Vorhang ist gefallen und die Sammlerwelt wird mit einer Flut von Münzen aus dem Ostblock, insbesondere Südosteuropa, überschwemmt. So wird das R2 nicht mehr der Realität entsprechen.

Und dann möchte ich natürlich Pscipio zustimmen: Der Wert einer Münze hängt nicht von der Einstufung in diese Seltenheitskategorien ab (bis auf die erwähnten Ausnahmen natürlich), sondern - wie es auf einem Markt üblich ist - von Angebot und Nachfrage!

So kommen z.B. jetzt immer wieder Münzen auf den Markt, bei Ebay oder anderen Internethändlern, die in RIC nicht gelistet sind, d.h. die den Autoren damals nicht bekannt waren. Trotzdem erzielen diese Münzen ganz normale Preise, die eher von der Erhaltung abhängen.

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von AndreusMacer » Mo 21.03.05 23:49

Auch ich habe diese Münze: sie ist leider nicht so gut erhalten, und ich glaube auch, dass meine ersten Reinigungsversuche ein weinig zu energisch waren und so die Patina auf der Rückseite teilweise ab ist. Oder?
Sie ist noch "frisch" und muss noch weiter gereinigt werden. Aber man kann jetzt schon erkennen, dass die Trennung auch bei dieser GLORI - AEXER - CITVS ist.
Soviel vielleicht auch zum Thema: R2!

Gruß, André
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Gast

Beitrag von Gast » Mi 23.03.05 11:59

Hallo André,

ich glaube nicht, zumindest nach dem Scan zu urteilen, daß die Patina ab ist - eher ist der Dreck weg. Ich gehe mal davon aus, daß die Münze aus einem Fundlot aus dem Donau-Schwemmgebiet im ehemaligen Jugoslawien stammt. Dann wäre die Patina schwarzer saurer verkrusteter Schlamm, der unbedingt entfernt werden sollte. Also: Öl, Zahnbürste und hölzerne Zahnstocher.

Eine derartige "Patina" findet man sehr häufig in preiswerten Powerauktion-Lots.

Gruß - petzlaff

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Beitrag von AndreusMacer » Mi 23.03.05 17:55

Hmm,
ich bin noch sehr unerfahren, und weiß noch nicht so richtig, wann Patina beginnt und Schmutz endet. Im Anhang 4 Münzen, die so aus der ersten Wäsche (Wasser+weiche Bürste+ein wenig Spühlmittel) gekommen sind. Nun dachte ich, dass auch die deutlichen kupferfarbenen Stellen bereits eine Zerstörte Patina darstellen. Ich habe mich schon ein wenig darüber geärgert... Über eine Klarstellung wäre ich sehr dankbar!
Irgendeine Ahnung?

Gruß, André
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Beitrag von AndreusMacer » Mi 23.03.05 18:02

-Hier das Bild
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spider
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Beitrag von spider » Do 24.03.05 17:54

Meiner Meinung nach ist die Patina schon beschädigt.
Allerdings glaube ich nicht das es an dir oder deiner Reinigungsmethode lag.
Bei der 2.v.l. sieht es mir nach "Bronzepest" aus.
Wenn die roten Stellen unter der Lupe wie blankes Metall aussehen, wird es wohl so sein.
Kann man anhand des Scannes aber schlecht beurteilen.

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