WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Privat ausgegebene Münzen, Notgeld und Münzersatzmittel

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WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Mi 22.01.14 11:37

Das Thema Marken und Zeichen kann man ausweiten, ich möchte in diesem Thread eine Zusammenstellung von Objekten mit Wertmarkencharakter vornehmen, die nicht aus Metall bestehen und dafür den Begriff WERTZEICHEN AUS PAPIER nehmen.

1) Ein historisches Beispiel aus Hamburg wären die Marken bzw. Zeichen Thorsperre, gefertigt aus Pappe, zu finden u. a. in Auktionskatalogen von Tietjen + Co.

Allerdings handelt es sich bei diesem Beispiel nicht um Wertmarken, sondern um Zeichen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Torsperre_(Hamburg)

2) Fahrkarten

Ich kann mich noch über einen Bericht über eine Fahrkartensammlung erinnern, die wohl ab der Kutschenzeit begann, also wohl ab einer Kutchen- oder Postkutschnefahrt im Wilden Westen.

Diese Woche war ich auch mal wieder im Berliner Tränenpalast in der dortigen Ausstellung. Dort werden Fahrkarten von prominenten Ausreisenden bzw. Ausgebürgerten für eine einmalige Fahrt ohne Rückkehr gezeigt.


Auch eigene Erinnerungen hinsichtlich der Einreise via Bahnhof Friedrichstraße kommen in mir wieder hoch. Ich wurde aus der Schlange der Einreisenden genommen, mußte meine Strümpfe glatt ziehen, die Taschenfutter aus der Hose herausziehen sowie mein Geld zählen. Der Betrag wurde auf dem Tagesvisum, welches in den Reisepaß eingelegt wurde und bei Ausreise wieder entnommen wurde, vermerkt.

Wohl ein DDR-Rentner, vor dem letzen Treppenaufgang zum Westbahnsteig der S-Bahn in Bahnhof Friedrichstaße, versuchte mit seinen Alu-Chips, also DDR-Münzen vergeblich eine Fahrkarte für die Fahrt nach Westberlin zu kaufen. Dieser Automat akzeptierte nur DM-Münzen bzw. Pfennignominale dieser Währung..

Auch an eine der Ausreisen erinnere ich mich wieder. Ich hatte einen oftmals verlängerten Reisepaß mit einem wohl etwas zu alten/vielleicht zu kindlichen Foto im Gebrauch. Da reicht wohl die Betrachtung von meinem Ohr nicht aus. Ich wurde von Offizieren umkreist, legte dann noch einen Personalausweis mit aktuellerem Bild daneben und dann war alles in Ordnung. Ein Offizier sagte wohl, da können wir nichts machen, das scheint er zu sein.

3) Ich denke an die Vielzahl von Eintrittskarten von Filmtheatern, also Kinos.
Auch ein westfälischer Münzhändler, mit dem ich sehr gerne zusammengearbeitet habe, betrieb bzw. betreibt Kinos, Hans Müller in Olsberg. Zeitweilig hatte er wohl auch noch ein zweites Kino in Brilon betrieben???

Ich hätte vor ca. zwanzig Jahren jedenfalls die Möglichkeit gehabt die Lademenge eines VW-Busses an alten Kinoplakaten zu einem Freundschafts-/Bruderpreis zu erwerben, einschließlich von Projektoren vor 1945.

Und das erste Wertzeichen aus Papier, welches ich als Bild hochladen werde, ist die Papiermarke zu 2,00 Euro für ein Internetcafe am Alexanderplatz, Rathauspassagen 2. Oftmals kommt mir unterwegs eine Idee für einen Beitrag im Numismaatikforum, sodass ich dann ein Internetcafe aufsuche.
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Mi 22.01.14 15:28

Die Torsperremarken sind überigens gelistet bei KRAWINKEL / GROSSMANN / SCHULZ

MARKEN UND ZEICHEN DER FREIÈN UND HANSESTADT HAMBURG

http://books.google.de/books?id=DM8ro6K ... en&f=false
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Mi 22.01.14 15:36

Wertmarke aus einem Berliner Internetcafe. Rückseitig die Zählnummer "1061", ähnlich wir wir es von Automatenbriefmarken gewohnt sind.

Am Verkaufsautomaten ist von einem TICKET die Rede.
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Mi 22.01.14 15:49

Berliner S-Bahn, Ergänzungsfahrschein für den Eintritt in den Tarifbereich A oder C. Gültig nicht nur bei der S-Bahn, sondern im VBB - Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, sowie zusammenwirkenden Verkehrsunternehmen wie z. Bsp. die Berliner BVG.

Sicherheitsmerkmal: Oben ein Metallstreifen mit Hologrammen.

Anwendung: Ich besitze eine Monatskarte A/B. Wenn ich wieder einmal nach Potsdam fahren möchte, dieser Ort liegt im Tarifbereich C, müßte ich eine solche Karte, wie abgebildet, entwerten.
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Mi 22.01.14 16:08

FahrCard = Monatskarte im Abo, herausgegeben von der S-Bahn Berlin. Eine solche Karte zu identischen Konditionen erhält man auch bei der BVG.

Diese Karte ist aus Kunsttoff gefertigt, Scheckkartenformat. Außerdem weist diese einen integrierten Chip, der von Außen nicht sichtbar ist, auf.

Bei einer Fahrkartenkontrolle bekam ich auch mit, das bei einem anderen Fahrgast auf dem Prüfgerät des Kontrolleurs das Display das Wort GESPERRT anzeigte.

Die Kartennummer wurde aufgrund der eigenen Datensicherheit im Bildbearbeitungsprogramm grün überstrichen.
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Mi 22.01.14 17:23

Warum sollen sich eigentlich die Sammler von Wertmarken überhaupt nur auf Metall beschränken?

Nehmen wir doch die Erweiterung WERTZEICHEN AUS PAPIER zur Kenntnis.

Nahezu alltäglich dürften sich dann Papierkörbe als die ultimativen, wahren Fundgruben erweisen, vom Busfahrschein bis zur Eintrittskarte eines Museums.

Insbesondere denke ich da an den Heimatsammler.
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Do 23.01.14 11:34

Bei der Wertstufe zu 1,60 Euro habe ich einen Fahrschein vorgestellt, der an einem Automaten der Berliner S-Bahn gekauft worden ist.

Eben, als ich in meinem Döner-Stammlokal einen kurdischen Tee zu mir genommen habe, wollte ein anderer Stammgast, der von einem Zahnarztbesuch zurückgekommen ist, seine beiden Fahrscheine wegwerfen.

Der abgebildete Fahrschein, rückseitig mit Strichcode, der Wertstufe zu EUR 2,60 für den Gültigkeitsbereich AB, wurde im Vorverkauf bei einem Marzahner Zeitschriftenhändler erworben, Herausgeber diesmal nicht die S-Bahn sondern die BVG, bedarf einer Entwertung vor Fahrtantritt.

In dén Straßenbahnen betreibt die BVG auch Fahrkartenautenmaten, deren Fahrkarten keiner Entwertung mehr bedürfen, also nur für den sofortigen Fahrtantritt zu gebrauchen sind.

Der abgebildete Fahrschein wurde um 9:10 Uhr am Donnerstag in der 4. Kalenderwoche am S-Bahnhof Schönhauser Allee entwertet, also am 23.01.2014.

Ich müßte mir auch noch einen Fahrschein, der am Entwerter in einer Straßenbahn gestempelt worden ist, ansehen. Mich interessiert die Frage, ob der Kontrolleur beim Stempel auch die Fahrtrichtung deuten kann.

Warnen kann ich Berlinbesucher vor dem Zweithandel mit Fahrscheinen. Es gibt Leute die sich benutzte Fahrscheine schenken lassen und dann weiterveräußern. Ich durfte erleben, das ein Kontrolleur sehr genau sich die Entwertung ansah. Der Fahrgast zahlte 40 Euro.
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Do 23.01.14 15:16

Und heute habe ich noch einen Papierkorbfund bei der Straßenbahnhaltestelle S-Bahnhof Marzahn gemacht, den ich jetzt vorstelle.

Genauso wie die Wertstufe 2,60 Euro rückseitig ein Strichcode.

Ein Fahrschein der Berliner BVG aus dem Vorverkauf, der bei Fahrtantritt entwertet werden muß.

03. Teil einer 4-Fahrten-Kurzstrecke Regeltarif, 5,60 Euro Gesamtpreis für vier Fahrten.

Erlaubt sind bis zu drei Haltestellen U- oder S-Bahn bzw. sechs Haltestellen Straßenbahn bzw. Bus, wobei ein Umsteigen grundsätzlich untersagt ist.

Der Fahrschein ist am 23.01.2014 um 11:25 Uhr entwertet worden mit einer Entwertung die in dieser Form anders als bei U- oder S-Bahn erst nach Einstieg vorgenommen wird, also entweder Straßenbahn oder Bus.

Welche Linie kann ich nicht sagen. Könnte der Buchstabe B möglicherweise für die Fahrtrichtung stehen?
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Do 23.01.14 21:44

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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Do 23.01.14 22:10

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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Do 23.01.14 22:29

Die Geschichte eines kleinen Stücks Papier – Chronik der Berliner Omnibus-Fahrscheine

http://www.ticketinfo.ch/literatur/0009/0009.html

Literatur zu Fahrkarten

http://www.ticketinfo.ch/literatur/liste.html
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Fr 24.01.14 20:32

Und jetzt bitte ich um die Meinung von anderen Foristen, insbesondere von Moderatoren:

Wertmarken aus Papier und Metall haben hinsichtlich ihrer Funktion, hinsichtlich ihres Gebrauches Gemeinsamkeiten. Ansonsten sind diese nur Namensvetter.

Ich verlasse damit also eindeutig den Bereich der Numismatik.

Wollen wir im Numismatikforum eigentlich soweit abschweifen, oder soll vielmehr wieder eine Rückbesinnung auf die Kategoreibezeichnung Token, Marken & Notgeld erfolgen?

Ich möchte nicht nur als Alleinunterhalter agieren; ich setze mich jederzeit mit Feedbacks auseinander, bin also nicht beratungsresistent.
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von KarlAntonMartini » Fr 24.01.14 22:22

Die Abgrenzung ist schwierig. Was wäre zB mit einem geprägten Stück aus Pappmaché? Als Randthema hier finde ich diesen Thread ganz informativ und durchaus zulässig. Grüße, KarlAntonMartini
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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von ischbierra » Fr 24.01.14 23:04

Halle und Leipzig haben zB Wertmarken für die Straßenbahn gehabt. In Halle gab es 10 und 20 Pf-Stücke. Sie kamen am 15.4.1921 in Gebrauch und waren bis zum 31.1.1022 gültig (Angabe bei Biging, Geldscheine in Halle a.d.Saale). Material war imprägnierte Pappe, von der Herstellerfirma Max Armbruster & Co. in Bergedorf "Raskanit" genannt.
Über das Leipziger Stück habe ich keine Angaben, vermute aber, es stammt aus der gleichen Zeit.
Gruß ischbierra
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Strassenbahn, 10 Pfennig, Pappe, Biging 39,1 (2).JPG
Strassenbahn, 20 Pfennig, Pappe, Biging 39,2 (2).JPG
Strassenbahn, 20 Pfennig, Pappe, Biging 39,2 (1).JPG
Leipzig, Straßenbahn, 20, Pappe (3).JPG
Leipzig, Straßenbahn, 20, Pappe (4).JPG

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Re: WERTZEICHEN AUS PAPIER UND PAPPE

Beitrag von stampsdealer » Sa 25.01.14 07:03

Ich danke Euch für die Rückmeldungen.

Anfang der 80er-Jahre hatte ich mal einen Katalog über Fahrmarken oder Verkehrsmarken besessen (War Herr Hasselmann daran beteiligt?), den ich jetzt im Internet nicht ausfindig machen kann.

Also bleibt uns für die Leipziger Marke vorerst nur das Zitat Menzel 14844.3.
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