Markgrafen Titel

Alles was von Europäern so geprägt wurde
Benutzeravatar
moneta argentea
Beiträge: 415
Registriert: Fr 17.12.04 20:42

Markgrafen Titel

Beitrag von moneta argentea » Fr 29.09.06 13:13

Hallo

Kann mir jemand mit den Markgrafen Titel von Johann von Küstrin helfen ? Es handelt sich um die Buchstaben " STE " , ob die auf die Stadt Stettin hindeuten ?

Gruß
moneta argentea
Dateianhänge
groschen.JPG

Benutzeravatar
Marc
Beiträge: 1209
Registriert: Mi 07.09.05 15:37

Beitrag von Marc » Fr 29.09.06 15:42

Das Kurfürstentum Brandenburg, war ja eigentlich eine Markgrafschaft. Kurfürst, heißt ja nur das er Königswahlrecht hatte, Kürfürstentümer konnten Königreiche, Herzogtümer, Markgrafschaften und und und sein (also irgendein Fürstentum). Brandenburg war ein Grenzgebiet und kein altes Herzogtum, also eine Markgrafschaft (= Grenzgrafschaft mit Rechten eines Fürstentums ).

Johanns Vater bestimmte, das nach seinem Tot ein Teil der Markgrafschaft Brandenburg abgeteilt werden sollte, und als neue Markgrafschaft Brandenburg-Küstrin an seinen jüngeren Sohn Johann gehen sollte. Dieses neue Fürstentum umfasste die Neumark mit Dramburg und Schivelbein, Land Sternberg, Herzogtum Crossen mit Züllichau und Sommerfeld sowie die Herrschaft Cottbus mit Peitz. Da Johann keine ehelichen männlichen Nachkommen hinterließ, würde die neugeschaffene Markgrafschaft nach seinem Tod wieder mit der Markgrafschaft Brandenburg vereint.

Bisher dachte ich immer das Ste steht für Sternberg, habe mir aber bisher nie Gedanken darum gemacht. Auch wenn Johann hoffte das Herzogtums Pommern zu erwerben, ist mir nichts bekannt von einer pommerischen Prägung Johanns. Zumal in Stettin zu dieser Zeit Barnim XI. 1523-69 Herzog von Pommern-Stettin residierte.

Benutzeravatar
KarlAntonMartini
Moderator
Beiträge: 6696
Registriert: Fr 26.04.02 15:13
Wohnort: Dresden
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal

Beitrag von KarlAntonMartini » Fr 29.09.06 15:58

Das könnte sein, denn seit 1529 waren die Brandenburger als potentielle Erben der Greifen vertraglich abgesichert. 1541 hatte sich Pommern ua in Stettin geteilt. Vorstellbar wäre also, daß nach der pommerschen Teilung sich die Brandenburger Brüder auch das in Aussicht stehende pommersche ERbe geteilt hätten. - Es gibt aber noch eine Möglichkeit: Zum Besitz des Hans von Küstrin gehörte neben der Neumark auch das Land Sternberg. Grüße, KAM
Tokens forever!

Benutzeravatar
Zwerg
Beiträge: 4099
Registriert: Fr 28.11.03 23:49
Wohnort: Wuppertal
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 40 Mal

Beitrag von Zwerg » Fr 29.09.06 16:00

Laut Schlickeysen-Pallmann:

Johannes, Marchio Brandenburgensis Et Stetini (sc. Dux)

Muß also Herzog von Stettin gewesen sein (oder den Anspruch darauf gehabt haben)

Grüße
Zwerg
ΒIOΣ ΑΝЄΟΡΤAΣΤΟΣ ΜΑΚΡΗ ΟΔΟΣ ΑΠΑNΔΟKEYTOΣ
Ein Leben ohne Feste ist ein langer Weg ohne Gasthäuser (Demokrit)

Benutzeravatar
Marc
Beiträge: 1209
Registriert: Mi 07.09.05 15:37

Beitrag von Marc » Fr 29.09.06 17:03

Ja die Brandenburger hatten ja von je her Anspruch auf Pommern erhoben. Nachdem sie Pommerns Reichsunmittelbarkeit anerkannten, schlossen sie einen Erbvertrag, dass beim aussterben der Greifen Pommern an sie fällt. Was mich nur wundert, müsste das nicht dann MAR BRANDEN ET DVX STE heißen ?

Benutzeravatar
KarlAntonMartini
Moderator
Beiträge: 6696
Registriert: Fr 26.04.02 15:13
Wohnort: Dresden
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal

Beitrag von KarlAntonMartini » Fr 29.09.06 17:47

Schon. Ich halte Sternberg für plausibler: http://www.numismatik.realedition.de/br ... .6.42.html
Man bräuchte halt zum Vergleich eine Urkunde des Hans von Küstrin mit der Titulatur. Oder eine größere Münze mit vollständigem Titel, aber ich glaube, es gibt nur Groschen von ihm. Grüße, KarlAntonMartini
Tokens forever!

Benutzeravatar
moneta argentea
Beiträge: 415
Registriert: Fr 17.12.04 20:42

Beitrag von moneta argentea » Fr 29.09.06 21:23

Danke für Eure Äusserungen, zuerst dachte ich auch, dass die Buchstaben STE für Sternberg gehören. Ich besitze andere Groschen, da steht sogar STET. Möglicherweise kann es sich tatsächlich um die Stadt Stetin handeln. Aber so wie Marc schrieb, in diesen Fall müsste schon MAR.BRANDEN.ET.DUX.STET stehen. Der Markgraf Johann lies in Krossener Münzstätte Groschen, 3 Groschen und Taler schlagen, auf denen standen keine STE Buchstaben. Man kann schon vermuten, dass er den pommerschen Thron übernehmen sollte.

Grüße
ma
Dateianhänge
STET.JPG
t1.JPG
t2.JPG

Benutzeravatar
moneta argentea
Beiträge: 415
Registriert: Fr 17.12.04 20:42

Beitrag von moneta argentea » Fr 29.09.06 21:25

moneta argentea hat geschrieben:Danke für Eure Äusserungen, zuerst dachte ich auch, dass die Buchstaben STE für Sternberg gehören. Ich besitze andere Groschen, da steht sogar STET. Möglicherweise kann es sich tatsächlich um die Stadt Stettin handeln. Aber so wie Marc schrieb, in diesen Fall müsste schon MAR.BRANDEN.ET.DUX.STET stehen. Der Markgraf Johann lies in Krossener Münzstätte Groschen, 3 Groschen und Taler schlagen, auf denen standen keine STE Buchstaben. Man kann schon vermuten, dass er den pommerschen Thron übernehmen sollte.

Grüße
ma

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast