Wer kann Angaben zu diesen Brakteaten machen ?

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Bertolt
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Wer kann Angaben zu diesen Brakteaten machen ?

Beitrag von Bertolt » Mi 17.11.04 23:30

Brakteat, sitzender Heiliger ( am Nimbus erkennbar ) hält in jeder Hand ein Buch ( Evangeliar ? )
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Brakteaten-unbestimmt.jpg

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Bertolt
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Beitrag von Bertolt » Fr 19.11.04 00:26

Hallo woran liegt`s, traut sich keiner an diese Aufgabe heran ?

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leodux
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Beitrag von leodux » Fr 19.11.04 02:10

Hallo Bertolt,

bitte etwas Geduld.
Ich habe schon ein paar Kataloge durch, aber Dein Stück bisher noch nicht gefunden. Ich glaube, ich habe solch einen Brakteaten schon mal gesehen, weiß aber nicht mehr wo. Ich werde weiter suchen. Vielleicht finde ich ihn noch.
Bist Du sicher, daß es ein Bischof ist? Da ist der Heiligenschein doch eher ungewöhnlich. Vielleicht ein heilig gesprochener Bischof?
Wenn ich etwas finde, melde ich mich wieder. Vielleicht findet in der Zwischenzeit ja auch jemand anderes des Rätsels Lösung.

Grüße

leodux

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Bertolt
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Beitrag von Bertolt » Fr 19.11.04 06:48

Hallo Leodux, entschuldige meine Ungeduld. Ich weis es ist ein schwieriges Problem. Deine Frage mit dem Bischof hab ich doch schon korrigiert, es muß ein Heiliger ( Nimbus ) sein und ich vermute, das es sich um den Heiligen Stephanus handelt.

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KarlAntonMartini
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Beitrag von KarlAntonMartini » Fr 19.11.04 11:04

als Nichtfachmann für MA wage ich den Einwurf, daß das Heiligenattribut mir eher wie win Rost auszusehen scheint. Dargestellt wäre dann der Hl. Laurentius (Lorenz).
Grüße, KAM
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Bertolt
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Beitrag von Bertolt » Fr 19.11.04 13:56

Hallo an alle, die sich freundlicher Weise mit bemühen, das Rätsel dieser Brakteaten zu Lösen. Inzwischen hab ich noch erfahren können, das an der Stelle des untergegangenen Benedektiner – Klosters Haseldorf am ehemaligen Gatersleber See, vier Meilen östlich von Halberstadt und eine Meile nordwestlich von Aschersleben, Feldarbeiter aus Schadeleben im Anfange Dezember 1843 einen irdenen Topf mit Brakteaten fanden. Der ganze Schatz bestand aus etwa 800 Stück ganzen und etwa 400 halben Brakteaten der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts. Dieser Fund gilt als „ Der Münzfund bei Schadeleben „ und wurde von Dr. Carl Phil. Chr. Schönemann, 1852 Pupliziert. Unter der Rubrik „V. Brakteaten geistlicher Herren“, beschreibt er unter Nr. 110 : „ Ein Heiliger ( vielleicht Stephan ? ), auf einem durchlöcherten Balken sitzend, in jeder Hand ein Buch, dessen Decke mit drei über einander stehenden großen Perlen geziert ist. Gr. 16 – 17. Nun ist ja schon vieles geklärt, nur die konkrete Zuordnung ist nach wie vor offen ?

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Beitrag von leodux » Sa 20.11.04 21:20

Hallo,
den Brakteaten habe ich leider nicht gefunden, allerdings im Archiv für Brakteatenkunde gibt es einen Artikel zum "Gröninger Brakteatenfund" von P.J.Meier. Dort wird folgender Brakteat erwähnt

Nr.90 (Menadier 183, Taf. VIII, 24)
Abtei Quedlinburg, "Salvatorpfennige"
Der heilige Servatius in bischöflicher Tracht, auf Bank, hält beiderseits ein geschlossenes Buch.

Die Beschreibung passt ganz gut. Das würde auch den Nimbus des Bischofs erklären.
Ich habe aber leider kein Foto dieser Münze. Möglicherweise sieht sie ganz anders aus. Außerdem gibt es viele Heilige mit Büchern auf Brakteaten.
Aber vielleicht ist das ja wenigstens ein Anhaltspunkt zur genaueren Bestimmung des Stückes.

Grüße

leodux

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Beitrag von Bertolt » So 21.11.04 07:12

Hallo leodux, danke für deinen sehr guten Hinweis. Inzwischen hab ich mir die Fundbeschreibung des Schadeleber Fundes beschafft und in der Tat, bei der von mir bereits erwähnten Nr. 110, könnte es sich um diesen Brakteaten handeln. Der Hinweis auf den Gröninger Fund ( ich glaub er ist von 1715 ) ist sehr gut, dem gehe ich gleich mal nach.
Grüße Bertolt
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Schadenleben 110.jpg

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Beitrag von Bertolt » So 21.11.04 11:34

Hallo Freunde, die Technik macht es möglich, den Text des Fundes „ Die Brakteatenfunde von Ausleben und Gröningen „, hab ich vorliegen. Dazu schreibt Menadier : Gleich günstig sind wir, wenigstens für die Münzstätte, bei der zweiten Gattung der Münzen geistlichen Ursprungs, den Münzen mit der Darstellung eines Heiligen gestellt. Denn die einzige vollbezeichnete Münze derart trägt den Namen des quedlinburger Stiftsheiligen Servatius, der uns als solcher auch auf den ältesten Denaren der Abteil entgegentritt, und durch den Anschluss aller übrigen Müzen mit einem Heiligen ( in diesem Fund ) von der selben Bildung gewinnen wir eine ansehnliche Reihe von Servatiuspfennigen, die hiermit zuerst in die quedlinburger Münzkunde eingeführt wird.
Das von mir im Original eingestellte, und von leodux gefundene:
Nr. 183 Der auf einer durchbrochenen Schranke sitzende Heilige hält in beiden Händen ein Buch mit drei Perlen übereinander. ( Schadeleber Fund 110.) Taf. 8. 24, Grön. F. 1 Expl.
Dazu das von Menadier benannte Stück, welches er an den Anfang setzt. :
Nr. 178 Der behelmte Heilige sitzt mit gefalteten Händen. Umschrift : SER VAS ( bereits abgebildet : Leitzmann, num. Ztg. 1836. sp 201, Taf. 3. 12 ) Taf. 8. 19, Ausl. F. 1 Expl.

Ja, nun wäre alles geklärt, leider nicht in meinem Sinne, ich hätte vielmehr eine Lösung in Richtung Halberstadt favorisiert, da Quedlinburg nicht so mein Ding ist. Ich stelle also anheim, wer Interesse an den beiden Brakteaten hat und mir etwas gleichwertiges für Halberstadt anbieten kann, bitte ich um Kontakt.
Gruß Bertolt
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Menadier 19.jpg
Menadier 24-2.jpg

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