Hallo zusammen,
mich beschäftigt immer noch mein wohl sehr seltener Weißpfennig von Ludwig III. aus der Münzstätte Bacharach
viewtopic.php?f=7&t=19391&p=635454#p635454
Leider bin ich da immer noch nicht weiter gekommen.
daher meine Frage...
Hat jemand von euch den fraglichen Versteigerungs-Katalog 255 der Münzhandlung Dr. Busso Peus?
Versteigerung der Sammlung Prof. Dr. Alfred Noss, Münzen der Pfalz. 1. Teil: Die Kurlinie, vom Oktober 1956
ich hab an andere Stelle durch Zufall schon entdeckt, dass die fraglichen Nummern zwischen 80 und 100 im Katalog wohl nicht abgebildet sind, aber es wäre total toll, wenn mir jemand die textlichen Beschreibungen der Weißpfennige von Ludwig III. zukommen lassen könnte.
Hoffnungsvolle Grüße
didius
Münzbestimmung Bacharach -> Versteigerungs-Katalog 255: Sammlung Prof. Dr. Alfred Noss
- didius
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Re: Versteigerungs-Katalog 255: Sammlung Prof. Dr. Alfred Noss
Besagter Weißpfennig aus der Münzstätte Bacharach will mich einfach nicht loslassen...
Hier noch mal das gute Stück.
Pfalz - Kurlinie
Münzstätte Bacharach
AV: LVDWI'. C' P'. R'. DV. B'.
Brustbild des Hl. Petrus, nimbiert, Kreuz und Schlüssel haltend, darunter Schild Pfalz-Bayern
RV: MONE' NOVA BACh'
Gevierteter Wappenschild in der Mitte -> Pfalz-Bayern <- im Dreipass, in den Ecken die Schilde von Mainz, Trier und Jülich
soweit die bisherige Identifikation.
In "MITTELALTERLICHE GOLDMÜNZEN In der Münzensammlung der Deutschen Bundesbank von 1982" fand ich dann ein sehr aufschlussreiches kurzes Kapitel zur Abfolge der Verträge des Rheinischen Münzvereins und der jeweiligen Anpassung der Münzbilder für die Rheinischen Goldgulden.
Ich hab mir dann den Vertragszeitraum vom 7.Vertrag (17.März 1417) bis 10. Vertrag (12.Juni 1425) als fraglichen Zeitraum der Prägung vorgenommen, und dann mit den "personellen" Veränderungen bei den Vertragspartnern übereinander gelegt.
für Trier > Werner von Falkenstein gestorben am 4.Oktober 1418
für Mainz > Johann II. (von Nassau) gestorben am 23.September 1419
für Jülich > Herzog Reinald gestorben am 25. Juni 1423
Dazu kamen dann verschiedene Informationen zu den vorgeschriebenen Münzbildern, sowie der Hinweis, dass man von 1417 bis 1502 die Stempel immer nur von einem gemeinsamen Stempelschneider fertigen ließ. Damit war auch klar, dass es zu jedem Zeitpunkt in dieser Reihe immer nur ein Münzbild gab.
hier mal der Zwischenstand meiner bisherigen Aufzeichnungen
Lange Rede kurzer Sinn, irgendwie wollte es nicht passen...
Der Zugriff auf den Versteigerungskatalog der Sammlung Noss brachte die entscheidende Wende. Auch wenn dort durch die Bildung von Lots und die fehlenden Abbildungen auf den ersten Blick nich viel zu erreichen schien, ist es doch das Fehlen bestimmter Münzen für Ludwig III., das den Blick wieder auf seinen Nachfolger Ludwig den IV. lenkte.
Ludwig III. starb am 30.Dezember 1436 und es galt noch der 10. Rheinische Münzvertrag. Die Pfalzgarfschaft ging damit unmittelbar auf seinen Sohn Ludwig IV. über. Mit dem 11. Rheinischen Münzvertrag vom 17.September 1437 an wurde festgelegt, dass die Gulden (und auch die Weißpfennige) zu datieren sind. Wie in meinem ursprünglichen Post geschrieben, sind es genau diese ab 1437 datierten Stücke, die man im Netz findet.
Jetzt kommt Alfred Noss mit seiner Sammlung ins Spiel. Unter Nummer 136 wird ein solches undatiertes Stück beschrieben. Leider ist dort natürlich das Kölner Wappen unten im Dreipass dargestellt. Aber da hat mir der Schrötlingsriss und vermutlich ein kleiner Stempelausbruch genau an dieser Stelle einen kleinen Streich gespielt.
Wenn man noch einmal genau hinschaut (was ich ja jetzt gemacht habe) dann erkennt man, das rechts in dem kleinen Wappen eine gerade Linie vom Rand in die Mitte führt, dass kann beim Löwen von Geldern/bzw. Jülich nicht sein, sondern bildet die Unterkante des Kölner Kreuzes.
Und damit habe ich jetzt die richtige Zuordnung. Und dahin passt das Stück in Bezug auf die Legenden, die Aufteilung und Abkürzungen auch wesentlich besser, wenn man berücksichtigt, dass ja auch immer nur ein Stempelschneider im Dienst war.
Das Stück ist also:
Pfalz - Kurlinie
Ludwig IV. (1436-1449) unter Vormundschaft seines Onkels Otto I. von Pfalz-Mosbach
geprägt ungefähr in der 1. Hälfte des Jahrs 1437
Münzstätte Bacharach
didius
Hier noch mal das gute Stück.
Pfalz - Kurlinie
Münzstätte Bacharach
AV: LVDWI'. C' P'. R'. DV. B'.
Brustbild des Hl. Petrus, nimbiert, Kreuz und Schlüssel haltend, darunter Schild Pfalz-Bayern
RV: MONE' NOVA BACh'
Gevierteter Wappenschild in der Mitte -> Pfalz-Bayern <- im Dreipass, in den Ecken die Schilde von Mainz, Trier und Jülich
soweit die bisherige Identifikation.
In "MITTELALTERLICHE GOLDMÜNZEN In der Münzensammlung der Deutschen Bundesbank von 1982" fand ich dann ein sehr aufschlussreiches kurzes Kapitel zur Abfolge der Verträge des Rheinischen Münzvereins und der jeweiligen Anpassung der Münzbilder für die Rheinischen Goldgulden.
Ich hab mir dann den Vertragszeitraum vom 7.Vertrag (17.März 1417) bis 10. Vertrag (12.Juni 1425) als fraglichen Zeitraum der Prägung vorgenommen, und dann mit den "personellen" Veränderungen bei den Vertragspartnern übereinander gelegt.
für Trier > Werner von Falkenstein gestorben am 4.Oktober 1418
für Mainz > Johann II. (von Nassau) gestorben am 23.September 1419
für Jülich > Herzog Reinald gestorben am 25. Juni 1423
Dazu kamen dann verschiedene Informationen zu den vorgeschriebenen Münzbildern, sowie der Hinweis, dass man von 1417 bis 1502 die Stempel immer nur von einem gemeinsamen Stempelschneider fertigen ließ. Damit war auch klar, dass es zu jedem Zeitpunkt in dieser Reihe immer nur ein Münzbild gab.
hier mal der Zwischenstand meiner bisherigen Aufzeichnungen
Lange Rede kurzer Sinn, irgendwie wollte es nicht passen...
Der Zugriff auf den Versteigerungskatalog der Sammlung Noss brachte die entscheidende Wende. Auch wenn dort durch die Bildung von Lots und die fehlenden Abbildungen auf den ersten Blick nich viel zu erreichen schien, ist es doch das Fehlen bestimmter Münzen für Ludwig III., das den Blick wieder auf seinen Nachfolger Ludwig den IV. lenkte.
Ludwig III. starb am 30.Dezember 1436 und es galt noch der 10. Rheinische Münzvertrag. Die Pfalzgarfschaft ging damit unmittelbar auf seinen Sohn Ludwig IV. über. Mit dem 11. Rheinischen Münzvertrag vom 17.September 1437 an wurde festgelegt, dass die Gulden (und auch die Weißpfennige) zu datieren sind. Wie in meinem ursprünglichen Post geschrieben, sind es genau diese ab 1437 datierten Stücke, die man im Netz findet.
Jetzt kommt Alfred Noss mit seiner Sammlung ins Spiel. Unter Nummer 136 wird ein solches undatiertes Stück beschrieben. Leider ist dort natürlich das Kölner Wappen unten im Dreipass dargestellt. Aber da hat mir der Schrötlingsriss und vermutlich ein kleiner Stempelausbruch genau an dieser Stelle einen kleinen Streich gespielt.
Wenn man noch einmal genau hinschaut (was ich ja jetzt gemacht habe) dann erkennt man, das rechts in dem kleinen Wappen eine gerade Linie vom Rand in die Mitte führt, dass kann beim Löwen von Geldern/bzw. Jülich nicht sein, sondern bildet die Unterkante des Kölner Kreuzes.
Und damit habe ich jetzt die richtige Zuordnung. Und dahin passt das Stück in Bezug auf die Legenden, die Aufteilung und Abkürzungen auch wesentlich besser, wenn man berücksichtigt, dass ja auch immer nur ein Stempelschneider im Dienst war.
Das Stück ist also:
Pfalz - Kurlinie
Ludwig IV. (1436-1449) unter Vormundschaft seines Onkels Otto I. von Pfalz-Mosbach
geprägt ungefähr in der 1. Hälfte des Jahrs 1437
Münzstätte Bacharach
didius
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- Chippi (Fr 22.05.26 12:31) • Numis-Student (Fr 22.05.26 14:46)
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