Ein bemerkenswerter Valerianus II

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

emieg1
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Ein bemerkenswerter Valerianus II

Beitrag von emieg1 » Mo 12.01.09 17:15

...kam mir heute ins Haus geflattert.

Verwunderlich in erster Linie finde ich die Rückseitendarstellung: Sie ist scharf geprägt, was bei diesen Ausgaben nicht ganz üblich ist, und zeigt IMHO einen SKELLETIERTEN Kaiser auf dem Adler.

Hat sich der Stempelschneider hier einen Scherz erlaubt oder war's doch reiner Zufall? Jedenfalls würde das Thema "Consacratio" dazu passen.

Interssant bzw. schade auch, dass auf dem Portrait offensichtlich etwas Metall zerlaufen ist; hier stellt sich mir die Frage, wie das passieren konnte...

Freundliche Grüsse
Rainer
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taurisker
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Beitrag von taurisker » Mo 12.01.09 17:27

nummis durensis hat geschrieben:Interssant bzw. schade auch, dass auf dem Portrait offensichtlich etwas Metall zerlaufen ist; hier stellt sich mir die Frage, wie das passieren konnte...
... ich tippe auf Stempelbruch.

emieg1
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Beitrag von emieg1 » Mi 21.01.09 16:52

Heute ist mir ein zweites Exemplar "zugeflattert" (im Bild rechts) und die Ähnlichkeit der beiden Vorderseiten finde ich doch sehr auffällig. Ich dachte erst den selben Vs-Stempel, aber es scheint doch leider nur der gleiche zu sein?!

Witzigerweise findet sich auch auf diesem Portrait ein "Zuviel" an Material (ober- und unterhalb des Ohres).

Trotzdem ein Beweis dafür, wie gewissenhaft die Kölner Stempelschneider damals gearbeitet haben, oder?! :)
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cepasaccus
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Beitrag von cepasaccus » Mi 21.01.09 16:59

Ich halte das Avers fuer Stempelgleich, nur nicht so durchgenudelt. Das Revers ist eindeutig ein anderer Stempel. Beim einen hat der Vogel seinen Schnabel beim T, beim anderen beim O.
kitty mea felis duodeviginti annos nata requiescat in pace. laeta gaudiumque meum erat. desiderio eius angor.

emieg1
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Beitrag von emieg1 » Mi 21.01.09 17:03

"Sorgen" bereitet mir bleistiftsweise das R auf zwölf Uhr, aber vielleicht könnte es nachgeschnitzt worden sein. Ist doch denkbar, das Stempel, wenn beispielsweise nur einzelne Buchstaben verbraucht waren, nachgeschnitzt wurden, oder?!

Ich werde am Wochenende die beiden nochmals nebeneinander ablichten und dann am PC übereinanderrücken...

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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Mi 21.01.09 17:14

eindeutig derselbe av-stempel, glückwunsch!
sehr schön zu sehen, wie bei deiner neuen münze die stempelbrüche schon beginnen, wo sie bei deiner ersten schon stark fortgeschritten sind.
grüsse
frank

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Beitrag von emieg1 » Mi 21.01.09 17:20

Danke *froi*

...ich bin lieber erstmal skeptisch, vor allem, weil ich noch keine riesengrossen Erfahrungen habe.

Witzig auch, dass die erste Münze aus GB kommt (ein Direktkauf Ende letzten Jahres) und die zweite Münze hier aus Deutschland (ersteigert letzten Sonntag)... nun vereinigen sich beide wieder nicht weit entfernt von ihrer ursprünglichen Prägestätte... bis Köln sinds mal gerade gut 40 km

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Beitrag von drakenumi1 » Mi 21.01.09 17:23

nummis durensis hat geschrieben: "Sorgen" bereitet mir bleistiftsweise das R auf zwölf Uhr, aber vielleicht könnte es nachgeschnitzt worden sein. Ist doch denkbar, das Stempel, wenn beispielsweise nur einzelne Buchstaben verbraucht waren, nachgeschnitzt wurden, oder?!
Also, wie schon gesagt, völlig der gleiche Vs.-Stempel. Wir sollten aber berücksichtigen, daß solche Deformierungen der Legendenbuchstaben, wie Du sie z.B. beim "R" siehst, keinesfalls immer nur von einem verschlissenen Werkzeug herrührt. Vielmehr scheint hier die Füllung der Leerräume für die Buchstaben mit dem vorbeischießenden verflüssigten Metall unvollkommen erfolgt zu sein. Das gilt natürlich auch für alle anderen Buchstaben, meint


drakenumi1

An ein Nachschnitzen kann ich hier nicht glauben.
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Mi 21.01.09 17:27

Also, wie schon gesagt, völlig der gleiche Vs.-Stempel. Wir sollten aber berücksichtigen, daß solche Deformierungen der Legendenbuchstaben, wie Du sie z.B. beim "R" siehst, keinesfalls immer nur von einem verschlissenen Werkzeug herrührt. Vielmehr scheint hier die Füllung der Leerräume für die Buchstaben mit dem vorbeischießenden verflüssigten Metall unvollkommen erfolgt zu sein. Das gilt natürlich auch für alle anderen Buchstaben, meint


drakenumi1

An ein Nachschnitzen kann ich hier nicht glauben.
so sehe ich das auch!
grüsse
frank

emieg1
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Beitrag von emieg1 » Mi 21.01.09 17:58

Da hab ich doch mal wieder dazugelernt.. wie jeden Tag hier. Danke euch!

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