Altes Bildnis einer Frau auf einer einseitigen Bleiprägung?

Deutschland vor 1871
Alfred Helmer
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Altes Bildnis einer Frau auf einer einseitigen Bleiprägung?

Beitrag von Alfred Helmer » Fr 10.04.09 20:46

Guten Abend, ich habe noch ein Problemkind zum bestimmen bekommen. Die Münze/Medaille ist nur auf einer Seite geprägt, die Rückseite sieht aus wie wenn sie mit einer Feile bearbeitet worden wäre und ist ohne Bild. Das Damenbildnis auf der Vorderseite ist mit ANNA RAISERIN SEIN HAUSFRAU IR ALTER WAS 30 umschrieben. Die Prägung scheint aus Blei zu sein, Gewicht 22,6 gr. Durchmesser 41 mm.
Vielen Dank im voraus für Eure Mithilfe.
Alfred
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KarlAntonMartini
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Beitrag von KarlAntonMartini » Fr 10.04.09 21:09

Interessantes Stück. In Kaufbeuren gab es Anfang des 16. Jahrhundert einen Renaissance-Medailleur Hans Kels d.Ä. Sein Sohn Hans d.J. arbeitete in Augsburg. Einer von beiden (bin leider ohne Literatur) schuf 1540 eine Medaille, die auf der einen Seite das Porträt des Hufschmieds Mathias Raiser und auf der anderen das seiner Ehefrau Anna zeigte. Du hast offenbar einen Bleiabguß der Rückseite. (Das ist das Wahrscheinlichere, es könnte auch eine Prägung sein, das kann ich vom Bild her nicht beurteilen) - Spannend ist dieses Stück, weil es zeigt, wie im 16. Jahrhundert Handwerker ins Bürgertum aufsteigen konnten, eine Zeit enormer sozialer Mobilität. Grüße, KarlAntonMartini
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Alfred Helmer
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Einseitiger Bleiabguß einer Medaille des 16.Jh.

Beitrag von Alfred Helmer » Fr 10.04.09 21:27

KarlAntonMartini hat geschrieben:Interessantes Stück. In Kaufbeuren gab es Anfang des 16. Jahrhundert einen Renaissance-Medailleur Hans Kels d.Ä. Sein Sohn Hans d.J. arbeitete in Augsburg. Einer von beiden (bin leider ohne Literatur) schuf 1540 eine Medaille, die auf der einen Seite das Porträt des Hufschmieds Mathias Raiser und auf der anderen das seiner Ehefrau Anna zeigte. Du hast offenbar einen Bleiabguß der Rückseite. (Das ist das Wahrscheinlichere, es könnte auch eine Prägung sein, das kann ich vom Bild her nicht beurteilen) - Spannend ist dieses Stück, weil es zeigt, wie im 16. Jahrhundert Handwerker ins Bürgertum aufsteigen konnten, eine Zeit enormer sozialer Mobilität. Grüße, KarlAntonMartini
Nochmals herzlichen Dank KarlAntonMartini, es ist schon beeindruckend, Dein Wissen über alte Münzprägungen und dazu auch noch den geschichtlichen Hintergrund mit den sozialen Aspekten dieser Zeit zu kennen, Hut ab!
Viele Grüße Alfred

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