Altdeutsche Münzen? oder etwas ganz anderes?

Deutschland vor 1871
Lordhelmlein
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Altdeutsche Münzen? oder etwas ganz anderes?

Beitrag von Lordhelmlein » Fr 17.04.09 20:03

Gruß zum Abend...

Habe hier wieder etwas entdeckt und brauch hierfür Euren fachmännischen Rat, da ich diese Münzen nirgends im Katalog finden kann :) (vielleicht bin ich ja blind)

Vielleicht kann mir jemand einen Tip geben, woher diese Münzen stammen und was diese wert sind...

Das würde meiner Sammlung weiterhelfen...

Grüße und vielen Dank im Voraus Lord
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Münze 1
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Münze 1

Lordhelmlein
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Münze 2 und 3

Beitrag von Lordhelmlein » Fr 17.04.09 20:05

Münze 2 und 3
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Dietemann
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Beitrag von Dietemann » Fr 17.04.09 21:58

Das sind alte Taler.

Besser ist allerdings, Du stellst alle einzeln ein und schreibst Gewicht, Durchmesser und was Du von der Umschrift lesen kannst dazu. Meist lohnt es sich auch, das Wappen kurz zu beschreiben, und wenn es nur das Sehen trainiert.
In welchen Katalogen hast Du geschaut? Ich wüsste gerade nicht, wo ich suchen sollte, hessische (kasselische) Münzen sind es jedenfalls nicht.

Freundlichst Dietemann
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KarlAntonMartini
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Beitrag von KarlAntonMartini » Fr 17.04.09 22:01

Nürnberg, Hannover und Habsburg, Näheres folgt sicher gleich von den Spezialisten. Nur ein ganz wichtiger Hinweis: Alle Münzen, die du hier zeigst, haben offenbar eine alte Patina, bitte auf keinen Fall reinigen oder irgendwie mechanisch bearbeiten. Grüße, KarlAntonMartini
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Lordhelmlein
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Beitrag von Lordhelmlein » Fr 17.04.09 22:05

Guten Abend,

danke für die Hinweise...Meine bestellte Münzwaage kommt demnächst. Bin ja wie gesagt neu hier :) Habe ne Menge geerbt und möchte nun zusätzlich zu meiner Briefmarkensammelleidenschaft noch die Münzen entdecken. Vielleicht kommt ja jemand nettes der sich auskennt auch aus der Nähe Tübingen und könnte mal drüberschauen-.---

saigerteufe
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Beitrag von saigerteufe » Fr 17.04.09 22:06

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Dietemann
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Beitrag von Dietemann » Fr 17.04.09 22:25

Lordhelmlein hat geschrieben:zusätzlich zu meiner Briefmarkensammelleidenschaft
Klasse, was sammelst Du denn? Und hast Du schon eine Idee, wie und ob Du Briefmarken und Münzen verbindest, oder läuft das nebeneinander her?
Bei mir hat es mit einer Sammlung begonnen, bei der ich anhand des Portos für einen Normalbrief die Inflation darstellen wollte. Also immer 1 Mark Stück (oder 1/3 Talerstück) und die entsprechende Briefmarke für einen Normalbrief und das im Zeitablauf.

Besuchen ist übrigens kein Problem, aber im Forum wirst Du sehr viel kompetentere Antworten erhalten :)

Freundlichst Dietemann
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Beitrag von Lordhelmlein » Fr 17.04.09 23:00

Naja so einen richtigen Plan habe ich da noch nicht :) Habe ne Menge Münzen bekommen, aber auch zusätzlich eine menge an Briefmarken auf Brief von vor ´1900 aus allen Ecken der Welt. Diese Post wurde aber fast immer nach Deutschland verschickt...Also auch interessante Stempel. mein Hauptgebiet bei Briefmarken ist allerdings Die Bestazungszonen 1945-1949, sowie etwas Deutsches Reich und DDR...Wenn möchtest kannst Du mich per PN weiter befragen :)

Bei den Münzen bin ich nun parallel am sammeln, da anscheinend gute Werte darunter sind. Allerdings kann ich diese nicht immer zuordnen, deshalb bin ich hier unterwegs. Die Münze mit dem Pferd kann ich aber weder unter Braunschweig noch unter Hannover in dieser Form finden. Zwar passt bei Hannover das Wappen, die Prägung mit dem Pferd ist allerdings eine andere...

Gruß Lord

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Beitrag von Dietemann » Fr 17.04.09 23:24

Lordhelmlein hat geschrieben:Die Münze mit dem Pferd kann ich aber weder unter Braunschweig noch unter Hannover in dieser Form finden. Zwar passt bei Hannover das Wappen, die Prägung mit dem Pferd ist allerdings eine andere
Ich lese etwas mit Br & Lun, vielleicht unter Braunschweig Lüneburg?

Freundlichst Dietemann
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Beitrag von KarlAntonMartini » Fr 17.04.09 23:40

Das ist er doch? http://www.coinarchives.com/w/lotviewer ... 5&Lot=2031
Grüße, KarlAntonMartini
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Beitrag von KarlAntonMartini » Fr 17.04.09 23:52

Der dritte scheint merkwürdig. Offenbar ist Erzherzog Leopold der Münzherr. Aber die Inschrift EOLDVS anstelle Leopoldus???? Zeitgenössische Fälschung oder Beischlag?
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Beitrag von mfr » Sa 18.04.09 02:54

Hallo Lordhelmlein,
bei der 2. Münze handelt es sich um einen Taler 1707 aus Hannover,
Kurfürst Georg Ludwig (1698-1714; bzw. 1727).
Interessantes Detail am Rande: Er nennt sich auf der Münze bereits Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches (S.R.I.ELECTOR), dieser Titel wurde ihm jedoch offiziell erst 1708 verliehen. 1714 siedelte er mit seinem gesamten Hofstaaat nach London über und bestieg als Georg I. den Thron von England. Damit begann die 123jährige Personalunion England/Hannover. Am 11.06.1727 verstarb er in Osnabrück während der sechsten Reise in sein Kurfürstentum Hannover.

Die Münze ist i.a. katalogisiert als Welter 2146, Fiala 3302, Knigge 2869, Davenport 2058. Damit solltest du sie hoffentlich finden. ;)

Lordhelmlein
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Beitrag von Lordhelmlein » Sa 18.04.09 13:35

Gut...vielen Dank ich hab diese gefunden.

Leider habe ich noch keine Infos zur ersten und zur dritten Münze, Kann mir da jemand weiterhelfen?

Vielen Dank im Voraus :)

Gruß
Lord

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onbed
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Beitrag von onbed » Sa 18.04.09 16:41

Hallo Lordhelmlein,


die erste Münze müsste ein Taler aus Nürnberg sein.
Siehe auch hier:

http://www.muenzauktion.com/brom/item.p ... oc90k6u0jg

Gruß
Onbed

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Gerhard Schön
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Beitrag von Gerhard Schön » Sa 18.04.09 18:53

Muenzenfreund hat geschrieben:Taler 1707 aus Hannover, Kurfürst Georg Ludwig ... Interessantes Detail am Rande: Er nennt sich auf der Münze bereits Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches (S.R.I. ELECTOR), dieser Titel wurde ihm jedoch offiziell erst 1708 verliehen.
Kaiser Leopold I. hatte bereits 1692 Ernst August zum Kurfürsten ernannt, dieser Titel (S.R.I. ELECTOR) ging 1698 mit dem Regierungswechsel auf dessen Sohn Georg Ludwig über und findet sich seither auch auf seinen Münzen. Im Jahre 1708 erfolgte die Aufnahme von Hannover in das Kurfürstenkollegium, 1711 dann die Belehnung mit dem Erzamt des Erzschatzmeisters (welches zuvor provisorisch mit der Pfalz verbunden und nun frei geworden war, nachdem Johann Wilhelm von der Pfalz anstelle von Max Emanuel zum Erztruchsess aufgestiegen war). Ab diesem Jahr konnte Georg Ludwig also den Titel eines Erzschatzmeisters führen (S.R.I. ARCHITHESAURARIUS & ELECTOR), später im selben Jahr auch noch die Reichskrone in den (zuvor leeren) Regalienschild aufnehmen. Beides blieb ihm auch nach 1717 erhalten, als Karl Philipp von der Pfalz (der Sohn von Johann Wilhelm) sich wieder mit der Erzschatzmeisterwürde begnügen und den nur kurze Zeit geführten Reichsapfel aus seinem Regalienschild entfernen musste. Von 1717 bis 1777 gab es daher nebeneinander zwei kurfürstliche Erzschatzmeister (Pfalz und Hannover) im Reich, und auf den Münzen (von Hannover, der Pfalz und dem in Personalunion verbundenen Jülich-Berg) lassen sich alle diese Ereignisse sehr schön nachvollziehen.
Deutscher Münzkatalog, Euro Münzkatalog, Weltmünzkatalog.

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