Original oder Nachprägung???

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tefun
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Original oder Nachprägung???

Beitrag von tefun » Fr 23.10.09 14:02

Guten Tag liebe Numsimatiker,

ich habe eine Medaille, bei der ich mir nicht sicher bin ob es sich um Original oder Nachprägung handelt.
Stutzig macht mich der teilweise vorhandene kupferfarbene Bereich rund um den Reiter, der noch nicht korrodiert erscheint, sondern noch in der ursprünlichen Metallfarbe glänzt. Allerdings bin ich mir auch sicher, das diese Medaille mit Sicherheit schon mehr als 20 Jahre unberührt in einer Geldkassette gelegen hat.

Wieder einmal vielen Dank für eure Hilfe im voraus!

tefun
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Beitrag von Numis-Student » Fr 23.10.09 14:17

Hallo,
ich sage mal ganz einfach: echt :-)
Du musst bedenken, Medaillen waren nicht für den Geldumlauf. Und wenn eine Medaille sachgerecht gelagert wird, sind solche Erhaltungen durchaus möglich.
Schöne Grüße,
MR

tefun
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Beitrag von tefun » Fr 23.10.09 14:40

Hat jemand eine Idee, wer das sein kann und weshalb er die Medaille herausgebracht hat?
Carole könnte vielleicht irgend was wie Karl bedeuten, aber ich bin nicht so der Latein-Kenner.
Rex heisst doch glaube ich König, es könnte also "König Karl" der ??? sein.

Danke!

tefun

tefun
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Beitrag von tefun » Fr 23.10.09 18:10

Ich habe etwas gefunden unter

http://mek.niif.hu/00800/00893/html/doc/c400455.htm

allerdings kann ich genauso wenig ungarisch :-(

Keine Ahnung um was es dort geht - kann denn jemand ungarisch :-)

Viele Grüße
tefun

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Beitrag von *EPI* » Fr 23.10.09 18:31

Krönung Karl VI 1712 in Preßburg zum König von Ungarn (nette Chronogramme).

"On his coronation at. Pressbuig as King of Hungary, alluding to
the ceremony of flourishing the sword towards the four winds — jJc

ferrVMqVe tenebat hoC Ipse -«aCIDes. ovid. met. = 171 2

i.e. The son of ^acus himself had this sword.

Another medal on his coronation represents the letter C in radi-
ance surrounded by crowns, with this chronogram, giving the same
date twice — ^

NON oCCIDIt VsqVaM ,. CIrCVMfVso penDebat In aere.= j 1712

OVID. MET. = I 1712 "

http://www.archive.org/stream/chronogra ... g_djvu.txt


Allgemein: Medaillen wurden offiziell teilweise auch ohne Kennzeichnung nachgeprägt. Ob es sich bei diesem Stück um ein Orginal handelt, weiß ich nicht. Siehst Du am Rand irgendwelche Punzen?

tefun
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Beitrag von tefun » Fr 23.10.09 19:52

der Rand ist komplett glatt ohne irgend welche mechanischen Marken.

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Beitrag von Lutz12 » Fr 23.10.09 21:54

Ich kenne das Stück bisher nur in Zinn (als Original), danach könnte auch Dein Exemplar durchaus ein Original sein, eine Garantie dafür kann ich aber nicht übernehmen. Es ist in jedem Fall ein hübsches Stück, bei dem lediglich die grünen Korrosionsflecke stören.
Vielleicht helfen Dir einige Literaturstellen weiter:
Wurzbach 4250, Slg.Julius 912, Slg.Montenouvo 1387, Horsky 2548
Gruß Lutz
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Beitrag von tefun » Sa 24.10.09 10:58

Vielen Dank Lutz12 für deine Info.

Wenn aber das Original aus Zinn ist, sollte die Medaille doch eher silbern erscheinen und nicht wie in diesem Fall kupfern?!
Oder wurden Medaillen auf verschiedenen Materialien herausgegeben?

Die Literaturhinweise sind nett gemeint, doch leider bin ich nicht im Besitz eines dieser Kataloge. Bleibt mir nur die Bitte, ob mir jemand netterweise ein scan zukommen lässt (wenn es rechtens ist!).

Sollte ich etwas gegen die Korrosionsspuren unternehmen und wenn, was???

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für eure selbstlose Hilfe bedanken!!!

Gruß tefun

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Beitrag von Numis-Student » Sa 24.10.09 11:12

Hallo,
Zinn ist natürlich silberfarben, aber es ist üblich, dass solche Medaillen in diversen Metallen herausgegeben wurden.
Wegen der Korrosionsspuren solltest du nichts unternehmen, denn das Risiko ist groß, dass diese Medaille durch eine unsachgemäße Reinigung stärker beeinträchtigt wird als durch diese kleinen Flecken.
erfreue dich einfach an diesem schönen Stück ;-)
Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von Lutz12 » Sa 24.10.09 11:52

Numis-Student hat zu den Materialien bereits geantwortet. Früher wurden Medaillen traditionell in Silber und Bronze hergestellt, Zinn war da die einfachste und billigste Variante, Repräsentionsstücke manchmal auch in Gold. Mit Zinn im Original meinte ich lediglich, dass die Zinn-Variante, die ich kenne, keine Nachprägung war.
Die Literaturzitate sind meist nicht wirklich weiterführend. Ich habe nur den Montenuovo, ein alter Verkaufskatalog von 1895, in dem nur knappste Verkaufsinformationen stehen. Du findest dort nichts, was Du - im Besitz des Stückes - nicht davon ablesen könntest. Solche Zitate dienen den Fachleuten als Existenznachweis und (bei Fehlen in solchen Verzeichnissen) als Seltenheitshinweis.
Gruß Lutz
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