Ungarn: Illegaler Denar 1526-1540

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TorWil
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Ungarn: Illegaler Denar 1526-1540

Beitrag von TorWil » Mi 05.08.20 11:32

Hallo,

Ich habe hier einen 'komischen' ungarischen Denar. Den würde ich in die Zeit von 1526-1540 einordnen (Im Huszar gibt es da einen Vermerk bzgl. illegaler Denare in diesem Zeitraum als Ungarn zwei Könige hatte, Johannes und Ferdinand I.)

Leider steht da im Huszar nicht mehr darüber als das in der Zeit viele Privatprägungen mit Verstümmelten Texten geprägt wurden.

Ich würde gerne wissen ob es da irgendwo mehr Informationen über die Privatprägungen dieses Zeitraums gibt, die Infos aus meinem Huszar sind von 1979.

z.B. gibt es einen Hinweis auf die Prägestätte I-N die auf meiner Münze zu finden ist.
Warum hat man sich mit dem Stempelschnitt so viel Mühe gegeben aber die Umschrift dafür komplett verhauen?

Denar, Billon, 15.1mm, 0.57 Gramm
06519.f.jpg
06519.r.jpg
Ich bin für jeden Hinweis und Beitrag dankbar.

Grüße

TorWil

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TorWil
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Re: Ungarn: Illegaler Denar 1526-1540

Beitrag von TorWil » Di 11.08.20 09:10

Hallo,

hat keiner eine Idee oder ein ähnliches Stück in der Sammlung?
Ich würde mich freuen wenn ich da ein wenig mehr Informationen zu dem Stück einsammeln könnte bevor es in der Tiefe des Beba-Kasten verschwindet.

bzw. bin ich überhaupt im richtigen Forum? (für Mittelalter zu spät, für Österreich zu früh?)

Grüße

TorWil

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Re: Ungarn: Illegaler Denar 1526-1540

Beitrag von Rollentöter » Di 11.08.20 10:54

Gute.

Vorab: Nicht mein Sammelgebiet, daher eher "numismatische Allgemeinwissen".

Diese Denare wurden bereits im 15. Jh. genormt bzgl Münzbild, Umschrift etc.Zu dieser Normung gehören auch die beiden Buchstaben (I N) seitlich der Madonna. Der Erste ist die Abkürzung für die Prägestätte, der Zweite für den prägeverantwortlichen Kammergraf (bzw. prägeberechtigten Adligen), .. zumindest theoretisch. Praktisch kommen aber auch Vertauschungen und bei Adligen die Initialen (ohne Prägestätte) vor. N ist als Prägestätte bekannt, I wohl bisher nicht. Generell Scheit die Kombination IN bzw NI bisher offenbar unbelgt zu sein.

Der Unterschied Feinheit vom Münzmotiv und Umschrift ist leicht erklärbar und kommt auch außerhalb dieser Denare des öfteren vor.
Die Eisengäber (insbrsondere auch die bisweilen oin Zeiten der Wirrnis mit der Stempelherstellung beauftragten Steinschneider und Kupferstecher) waren in der Darstellung von Figuren, Wappen etc geübt und schnitten diese freihändig. Die Umschriften würden dagegen meist mit Punzen eingeschlagen (es gab oft auch Punzen für Ligaturen). Nicht alle die die Stempel herstellten waren des Lesen und Schreibens kundig (Insbesondere Steinschneider und Kupferstecher). Ausgelassene, kopfstehende oder vertauschte Punzen sowie "Buchstabendreher" kommen daher vor. Wer weiß wer den Stempel für deine Münze geschnitten hat, evtl. ein handwerklich begabter analphabetischer Steinschneider, der das System dieser komischen Buchstaben nie verstanden hat.

Gruß
Ein Unwissender.
Gruß

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Re: Ungarn: Illegaler Denar 1526-1540

Beitrag von TorWil » Mi 12.08.20 08:35

Hallo Rollentöter,

Danke für Deinen Informativen Beitrag, besonders die Infos bzgl. der Prägezeichen.
Im Huszar ist IN (könnte auch VN oder TN sein) auch nicht verzeichnet, deshalb hatte ich ja hier die Frage gestellt, ob die jemand schon gesehen hatte.

Ja es ist schwierig sich in heutiger Zeit Handwerker ohne Rechtschreib-Kenntnisse vorzustellen. Trotzdem stellt sich mir da die Frage ob die verstümmelte Umschrift so gewollt ist. Eigentlich sollte doch der Stempelschneider Originalmünzen als Vorlage gehabt haben.

Vielleicht hat ja doch noch jemand einen 'Verstümmelten' Denar aus dieser Zeit oder noch eine Quelle in der auf die Zeit und die illegalen Prägungen eingegangen wird.

Grüße

TorWil

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Re: Ungarn: Illegaler Denar 1526-1540

Beitrag von Rollentöter » Mi 12.08.20 10:18

Also N (an erster Stelle) wurde von der Prägestätte in Navybanya (Siebenbürgen/ heut Rumänien) verwendet, aber meist kombiniert mit B (an zweiter Stelle), Vertauschungen (BN) scheint es auch zu geben.

Gruß
Gruß

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