(ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

1871-1945/48
antisto
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(ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von antisto » Mi 19.04.17 15:22

Zwischen einem größeren Lot Silbermünzen aus dem Kaiserreich fand ich diese Prägung.
5 Mark Wuerttemberg 1876, sogar das Gewicht stimmt (wenn man die Abnutzung berücksichtigt): 27,45 g.
Randschrift o.k., und die Prägung sieht besser aus als auf dem Bildern.
Allein: Das Teil ist mit 41 mm Durchmesser ca. 3 mm zu groß. (Wenn man ein Original mittig darauflegt, kann man den äußeren Perlkreis noch voll erkennen.)
Ich habe auch Zweifel, ob es sich um Silber handelt.
Zeitgenössische oder moderne Fälschung?
Aber für eine moderne Fälschung ist wohl auch das Original zu günstig; und welcher Zeitgenosse fälscht ein eine Silbermünze, und das recht aufwändig (vgl. Rand), und macht sie dann zu groß?
Bin für erhellende Hinweise dankbar.
AS
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Purzel
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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von Purzel » Mi 19.04.17 16:16

Leider ist die Oberfläche der Münze kaum zu erkennen.
Ich gehe davon aus, das es sich um ein Schleudergussverfahren handelt.
Soweit ich mich erinnere, sind mehrere Arbeitsschritte zur Herstellung erforderlich. Negativformen und Positive der Münze müssen aus verschiedenen Materialien hergestellt werden, bis man dann eine Gussform aus irgendeiner Keramikmasse mit dem Gussbaum aus Wachs drin hat.
irgendwo bei youtube gab es einen passenden Film zur Schmuckherstellung...
Beim Guss schmilzt das Wachs und um an die Fakes zu kommen muss die Gussform jedesmal zerstört werden.
Durch die physikalischen Eigenschaften der verwendeten Materialien. (z.B.Silikon, das beim trocknen an Volumen verliert, sprich sich zusammenzieht), hat man immer eine Differnz in den Abmessungen zur Originalvorlage.
Oft wird dann wohl eine Kopie der Kopie zum erneuten kopieren genommen wodurch deren Kopien wiederum noch weiter abweichen.
Man muß hierbei auch überlegen, dass diese Kopien einer ernsthaften Echtheitsprüfung sowieso nicht standhalten können, also eher für Flohmärkte etc. gedacht sind, deshalb auch die wenige Mühe die man sich bei der Herstellung gibt.
Allerdings wird die Randschrift recht gut mit kopiert.
Diese 5 Mark-Stücke Neu-Guinea scheinen ebenso hergestellt zu sein

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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von antisto » Mi 19.04.17 18:24

Also doch Schleuderguss und - wie ich herauslese - modern.
Vielleicht ist das Teil wirklich auf einem Flohmarkt aufgetaucht.
Danke allemal für die klärenden Hinweise.
AS
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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von Mynter » Sa 22.04.17 10:15

Die Randschrift sieht verteufelt gut aus. Der Durchmesser liegt völlig neben dem Soll.
Eine zeitgenössische Fälschung kann man ja nicht ausschließen , es muss sich nicht um einen guten Fälscher gehandelt haben.
Zeige das Stück doch mal Franquinet.
Grüsse, Mynter

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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von antisto » Do 01.06.17 13:57

Habe deinen Vorschlag jetzt erst entdeckt und Franquinet, den ich recht gut kenne, direkt angeschrieben, obwohl ich nicht glaube, dass das zu neuen Erkenntnissen führt.
Wenn ich Nachricht habe, lasse ich euch die Antwort wissen.
AS
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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von antisto » Do 01.06.17 14:33

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:
"Ich vermute, dass irgend ein Spassvogel Ihren Fünfer zwischen Leder auf einer Presse gelegt hat. Dann wird alles etwas größer und manchmal etwas unrund, wie bei Ihrem Stück."
Jetzt seid ihr dran! :wink:
antisto

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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von Purzel » Do 01.06.17 16:36

Das sowas tatsächlich funktionieren könnte, hätte ich nicht gedacht. Den Karl einfach plattgemacht. 8O

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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von Mynter » Do 01.06.17 17:23

Ulkig. Karl der Platte.
Grüsse, Mynter

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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von antisto » Do 01.06.17 18:29

Ich werde dennoch, wenn sich die Gelegenheit mal bietet (etwa auf der Money Fair Anfang Februar), eine RFA-Analyse vornehmen lassen.
Rein aus Neugierde...
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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von coin-catcher » Sa 03.06.17 11:00

Wenn das Teil zwischen einer Presse lag, müsste es sich ja sehr schnell klären lassen.
Wie ist denn die Dicke des Stückes?

Führe doch ne einfache Dichtemessung durch.
Klangprobe ist doch auf fix gemacht ;-)

Gruß

cc

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Re: (ZU) großformatige 5 Mark Württemberg

Beitrag von antisto » Sa 03.06.17 17:25

Danke für den Tipp.
Die Dicke spricht in der Tat gegen Franquinets Idee und gegen Silber. Die erhabenen Stellen inkl. Randstab sind zwar alle recht platt, aber die Münze ist sogar geringfügig dicker als echte Reichsfünfer; und sie klingt auch anders.
Also alles wieder "offen"...
antisto

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