Probeprägung Bayern, 5 Mark von 1913

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Probeprägung Bayern, 5 Mark von 1913

Beitrag von Münzsammler2007 » So 07.03.21 15:47

Hallo,

eine Münze aus meiner Sammlung brachte mich neulich auf ein paar Gedanken. Es geht um die Probeprägung eines 5-Mark-Stückes aus Bayern von 1913. Soweit ich weiß, gab es solche Probeprägungen auch in anderen deutschen Ländern.

Mein Stück hat ein Gewicht von 25,30 Gramm und ist nicht magnetisch. Der Rand ist glatt.


Nun habe ich habe ein paar Fragen zu dieser oder zu den Probeprägungen dieser Zeit generell:

- Wer war der Auftraggeber dieser Prägungen?

- Wo wurden sie geprägt?

- In welcher Auflage wurden diese Stücke angefertigt?

- Für wen wurden diese Münzen geprägt?

- Wie hoch war die Auflage?

- Warum wurden die Prägungen letztlich nicht für den Geldverkehr umgesetzt?

Vielleicht hat ja der eine oder andere eine Idee dazu oder kann sonst nocht interessante Fakten beisteuern.

Ich bedanke mich jetzt schon einmal sehr herzlich und wünsche noch einen schönen Tag,
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LordLindsey
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Re: Probeprägung Bayern, 5 Mark von 1913

Beitrag von LordLindsey » So 07.03.21 17:59

Hallo,

Hier habe ich leider 2 schlechte Nachrichten:

1. Bei dieser Art von “Proben” handelt es sich um kommerzielle Machwerke des medailleurs Götz, die mit Proben nix zu tun haben. Und du stellst genau die richtigen Fragen, deren Beantwortung dies transparent machen: es gab keinen offiziellen Auftrag hierfür, geprägt wurden sie in verschiedenen Werkstätten (poellath, privat Auftrag der staatlichen Muenze München), Auflage je nachdem wieviel von Sammlern bestellt wurde (je nach gewünschtem Material). Und Götz hat zwar viele Medaillen hergestellt, aber für einen Muenzentwurf hat es im Gegensatz zu Prof. Dasio oder Fritz Hoernlein nie gereicht. Dafür wurden diese in schönen bunten Etuis vertrieben :). Im Grunde sind dies die Vorläufer der heutigen Hochglanzprodukte der vielen windigen muenzhandelshaeuser.

2. Von diesen muenzen sind in den letzten Jahren vermehrt Fälschungen aufgetreten, dies dürfte nach kurzem “Stilcheck” eine Fälschung aus China sein.

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Re: Probeprägung Bayern, 5 Mark von 1913

Beitrag von Münzsammler2007 » Di 09.03.21 06:57

Hallo,

vielen herzlichen Dank für diese Infos!

Woran ist denn eine chinesische Fälschung festzumachen? Am Gewicht? Oder am Prägebild insgesamt?

Wie hoch müsste denn das Gewicht "offiziell" sein? Und hat jemand vielleicht die Abbildung eines originalen Stückes?

Vielen erneuten herzlichen Dank,

Münzsammler2007

LordLindsey
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Re: Probeprägung Bayern, 5 Mark von 1913

Beitrag von LordLindsey » Di 09.03.21 21:41

Hallo,

Das präge Bild reicht schon, am besten mal googeln oder bei online Shops suchen.

Dies ist ein typischer, per digitalem Bild erstellter Stempel, der immer dieses Kasperle artige Gesicht gibt. Götz war zumindest ein erfolgreicher medailleur, dieses Antlitz haette ihm der koenigliche Ludwig wohl sehr übel genommen :)

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Re: Probeprägung Bayern, 5 Mark von 1913

Beitrag von antisto » Di 09.03.21 22:43

Ich gebe gerne zu, dass ich eine chinesische Imitation einer privaten Probe- oder Gefälligkeitsprägung (als Vorläufer der heute überbordenden Gefälligkeitsprägungen) eines namhaften Medailleurs aus dem Ende des deutschen Kaiserreichs numismatisch deutlich spannender finde als eine zeitgenössische Probeprägung dieser Zeit!
Kein „Hauptgewinn“, aber „Zusatzzahl“stimmt!
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AS
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Re: Probeprägung Bayern, 5 Mark von 1913

Beitrag von Münzsammler2007 » Fr 12.03.21 08:16

Das sind ja alles interessante und wissenswerte Antworten! Vielen herzlichen Dank dafür!!

Und auf jeden Fall bekommt sie einen Platz in meiner Sammlung.

Ich wünsche noch einen schönen Tag,
Münzsammler2007

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Re: Probeprägung Bayern, 5 Mark von 1913

Beitrag von LordLindsey » Sa 13.03.21 04:52

antisto hat geschrieben:
Di 09.03.21 22:43
Ich gebe gerne zu, dass ich eine chinesische Imitation einer privaten Probe- oder Gefälligkeitsprägung (als Vorläufer der heute überbordenden Gefälligkeitsprägungen) eines namhaften Medailleurs aus dem Ende des deutschen Kaiserreichs numismatisch deutlich spannender finde als eine zeitgenössische Probeprägung dieser Zeit!
Kein „Hauptgewinn“, aber „Zusatzzahl“stimmt!
Ein guter Ort in einer Sammlung, in der es nicht nur um „Werte“ geht.
AS
Im richtigen Kontext gebe ich dir recht. Auch das sammeln von muenzen und die daraus entstehenden Fälschungen zum Schaden der Sammler verdienen eine Erwähnung in einer vielseitig aufgestellten Sammlung. Der “wert” einer Sammlung ist nicht die Summe der katalogwerte. paduaner, Beckersche Fälschungen und sogar schon schmidtsche Fälschungen sind Objekte numismatischer Geschichte. Ob chinesische Fälschungen in diese Reihe passen? Naja...

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