Erst Ludwig hat geschrieben: ↑So 14.02.21 12:50
Nach längerer Pause, die mit der Hoffnung verbunden war, auch anderen Forumsteilnehmern Platz für Vorstellungen einzuräumen , kommt nun von meiner Seite wieder Leben in diesen Thread.
Ich habe es Ernst Ludwig gleich getan und ebenfalls eine Pause eingelegt um ihm oder anderen Forenmitgliedern die Möglichkeit zu geben etwas vorzustellen. Da das augenscheinlich unterblieben ist springe ich noch einmal mit einem Neuzugang ein
Hessen Kassel
Landgraf Karl 1670-1730
Medaille auf die Vollendung der Wasserspiele 1714
Stempel von Georg Ludwig Schlepp
Vs: Brustbild von rechts mit herabwallendem Haar und römischem Schuppenharnisch
Rs: Der Karlsberg mit dem Herkules-Oktogon und den Kaskaden. Vorn sitzt Saturn und beschreibt eine Tafel, links steht Herkules auf die Keule gestützt, rechts Minerva
Zinn
40,5mm
29,55g
Hoffm. 1857 (Silber) und 1874 (,,Neuer Abschlag in Kupfer’‘)
Prinz Alexander 735 (Silber)
Schütz 1519.SN
Müller 2433b
Provenienz
Peus 337 in 11/1993 was einem Adelsschlag gleichkommt, da hier die Privatsammlung Dr. Busso Peus selbst versteigert wurde!!!
Desweiteren wahrscheinlich:
Rosenberg 05/1917 als Teil der Slg. Alexander Fiorinos
Rosenberg 03/1918 als Teil der Slg. Theodor Meyers
Slg. Prior (was ich selbst nicht prüfen kann, da mir das ,,Verzeichnis der von Herr Gustav Prior hinterlassenen Sammlung hessischer Münzen’‘ (Hannover 1882) fehlt.
Hat jemand aus dem Forum Zugang zu dieser Quelle???
Diese Medaille taucht taucht meist in Silber auf. Zinnabschläge sind sehr selten und werden in neueren Literatur oft als eine Nachprägung bezeichnet, was sich jedoch mit alten Quellen nicht Belegen lässt. Wahrscheinlich liegt hier eine Verwechslung mit der bildähnlichen Medaille von Pomponius Köhler vor, welche 1864 tatsächlich in Zinn (und auch in Silber) nachgeschlagen wurde. Dieser ,,große Bruder’‘ kommt trotzdem deutlich seltener vor. Ein weiteres thematisch passendes Stück ist die ebenfalls meist in Silber vorkommende Klippe von Christian Wermuth aus 1731, welche nur die Kaskaden zeigt. Schon Paul Heidelbach beschreibt diese Triade in seinem 1908 erschienenen Buch „Die Wilhelmshöhe“.
Die Wasserspiele am Karlsberg (heute Bergpark Wilhelmshöhe) wurden unter Landgraf Karl von Hessen-Kassel als barockes Prestigeprojekt errichtet und durch Einnahmen aus seiner Militärpolitik finanziert. Die von Giovanni Francesco Guerniero geplante Anlage mit Kaskaden, Grotten und Wasserläufen inszeniert Natur als Ausdruck fürstlicher Macht und wird durch die Herkules-Statue gekrönt. Technisch bemerkenswert ist, dass das Wasser bis heute allein durch natürliches Gefälle fließt.
Heute sind die Wasserspiele das Wahrzeichen Kassels und ein wichtiger Anziehungspunkt für Besucher. Sie prägen die kulturelle Identität der Region und spielen eine zentrale Rolle für den Tourismus.