geheimnissvoller Follis des Justinus I

Münzen des alten Byzanz

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geheimnissvoller Follis des Justinus I

Beitrag von minimee » Mi 22.07.20 23:03

ein Stück das einige Abweichungen von den Standart-Folles aufweist.
Zunächst die technischen Daten: 16,2 g, 31 mm
AV: DNIVSTN....PPAVCS
Kreuz über Diadem, Stern auf Schulter !!

RV: 3 Kreuze, Prägestätte leider nicht vorhanden, Offizin A

Es kommen wohl 3 Prägestätten in Frage: CON, NIKO und ANTX. Die Kombination von Umschrift, Kreuz über Diadem und den 3 Kreuzen des RV weissen aud diese 3 Prägestätten hin.
Hahn schreibt bei CON von Schulterverzierungrn und gibt einige an. Aber keinen Stern.
Dateianhänge
1253588_1593422000 klein.jpg
Zuletzt geändert von minimee am Do 23.07.20 22:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: geheimnissvoller Follis des Justinus I

Beitrag von minimee » Do 23.07.20 22:36

DOC 48 beschreibt für ANTX einen Stern auf der Schulter und DNIVSTINPPAVCI. Umschrift ungebrochen, 1. S im Namen retrograd, kein Kreuz auf Diadem und keine 3 Kreuze auf RV.

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Re: geheimnissvoller Follis des Justinus I

Beitrag von Wurzel » Fr 24.07.20 11:19

Hallo,
interessantes Stück! Auf die Schulterzier zu achten ist mir bisher noch nicht in den Sinn gekommen!
Mein Kurzausflug in Sommer Sear und den MIBE 1 (Neuauflage) hat auch nicht mehr zu Tage gefördert als bei dir.
Das Kreuz auf dem Diadem scheint bei allen drei Münzstätten vorzukommen.
Ich neige aber zu einer Zuweisung nach Antiochia, einfach weil die Averslegende am ehesten der Stil von Antiochia entspricht.
Bei den anderen Prägestätten findet sich vor der Stirn des Kaiser immer das "NVS", außer in Antiochia, dort wird gerne DNIVSTINV.... SPPAVC(S) geschrieben. deine hat das "S" nach dem AVC! und eben die ungewöhnliche Aufteilung des Namens
Vergleiche Hahn Nr. 58 Seite 103 MIBE 1
Schultersterne werden dort aber nicht erwähnt.

Hoffe ich konnte etwas helfen

Liebe Grüße

Micha
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Re: geheimnissvoller Follis des Justinus I

Beitrag von minimee » Fr 24.07.20 15:32

Hallo Michi,
danke für Deine Antwort und Deine Rechere-Mühe.
Wir sind dann beide zum selben Ergebnis gekommen. Der Follis ist in den Standartwerken nicht publiziert. Ich werde ihn wohl vorläufig unter "einzigartig" einordnen.
Grüßle
Martin

PS: Leider gibt es ja keine Autorität mehr die man bei was befragen kann. Wolfgang Hahn hat mir beim letzten Mal geantwortet dass er eigentlich im Ruhestand sei und sich höchstens noch etwas mit aksumitischer Numismatik gescäftig. Andreas Sommer hat schon gar nicht geantwortet

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Re: geheimnissvoller Follis des Justinus I

Beitrag von Wurzel » Fr 24.07.20 17:37

Hallo Martin,

Herr Hahn will halt seine Rente genießen, kann ich irgendwie verstehen :-)

Herr Prof. Dr. Sommer ist ja Hauptberuflich Philosoph und da ziemlich eingebunden. Seine Veröffentlichungen im Bereich der Numismatik sind eher das Resultat seiner privaten Leidenschaft (sie sind deswegen nicht weniger wertvoll und informativ)
Ich kann verstehen, dass er da solche Mails nicht beantwortet, es würde seine knappe Freizeit einfach zu sehr in Anspruch nehmen.

Liebe Grüße

Micha
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Re: geheimnissvoller Follis des Justinus I

Beitrag von minimee » Fr 24.07.20 19:03

Natürlich Micha. Verständlich und nachvollziehbar.

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Re: geheimnissvoller Follis des Justinus I

Beitrag von Posa » Sa 25.07.20 00:55

Warum meldet dieses Kacksystem einen eigentlich immer ab? Kann man hier nur noch Tweets absetzen?
Ich hätte ja ne Antwort, aber die zu formulieren dauert etwas länger und ich hab sie schon zweimal geschrieben und hab keinen Bock das noch ein drittes Mal zu machen. Und nein: Ich schreib´s nicht in Word vor und poste es dann hier rein

Gruß Posa

p.s.: Schulterzier gibt es schon auf spätantiken Goldlingen, für Byzanz kommen sehr verschiedene Typen vor, weitere Systematik ist nur über Stempelcorpora zu erzielen (welcher AV ist mit welchen RV verknüpft und gibt es dabei ein sinnhaltiges Muster in Bezug auf die Verwendung von Schulterzier?) Das ist für byzantinische Folles der Frühzeit nicht durchführbar.
Tweetende

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Re: geheimnissvoller Follis des Justinus I

Beitrag von Wurzel » Sa 25.07.20 12:06

Hallo Posa,

danke für deine Antwort!
Zusammenfassend lässt sich also sagen, die Schulterzier könnte eine Bedeutung haben,, aber es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass ein Stempelschneider einfach mal seinem künstlerischen Trieb freien lauf gelassen hat.

Leider ist die Prägequalität und oder die Erhaltung bei vielen Folles aus dieser Zeit eher schlecht so dass wir hier wohl weiter spekulieren müssen.
Solche kleinen Varianten kommen aber immer wieder mal vor und werden oft in den Zitierwerken allein schon deshalb nicht immer erwähnt.

Für uns heißt das, dass wir immer wieder mal Kuriosa finden können, ohne dabei eine Sensation zu entdecken.
Münzprägen war halt in der Antike nicht so standardisiert wie heute und eben technisch auch mehr Handarbeit, deswegen kann man Abweichen bei antiken Münzen nicht so werten wie bei Prägungen der Neuzeit.

Ich bin immer erstaunt, wenn sich Neuzeitsammler über Dezentrierungen etc, freuen, ich als Sammler antiker Münzen freue mich, wenn die Münze besonders zentriert geprägt wurde.

Euch ein schönes Wochenende

Micha
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