2 Münzen aus Teate - Transferstempelfälschung?

Griechische Münzen des Altertums

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antoninus1
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2 Münzen aus Teate - Transferstempelfälschung?

Beitrag von antoninus1 » Di 22.06.21 16:53

Ein Freund hat mich um meine Meinung zur ersten Münze gebeten. Ob da etwas geschnitzt sei oder nicht. Als ich ein paar Vergleichsstücke suchte, fiel mir die zweite Münze aus einer Goldberg-Auktion auf. Beide Münzen sind stempelgleich. Aber nun denke ich, geht es nicht mehr darum, ob die erste etwas geschnitzt ist, sondern ob sie überhaupt echt ist :?

Ich halte sie für eine Transferstempelfälschung.
Schaut mal das zweite I in TEATI an. Auf der Goldbergmünze ist das I abgeschnitten, da da der Rand der Münze ist. Auf der ersten Münze ist das I auch abgeschnitten, aber es gibt keinen Rand. Jedoch sieht man eine Geisterlinie, die den Rand der echten Münze zeigt.
Auf der Vorderseite der Goldberg-Münze ist die rechte Wertkugel leicht beschädigt (ein Teil rechts oben fehlt), da sie am Rand der Münze liegt. Auf der ersten Münze ist sie ebenfalls beschädigt, aber hier ist kein Rand.

Der Perlkreis auf dem Revers der ersten Münze scheint mir hinzugefügt, um den Rand der Muttermünze zu kaschieren, vor allem unterhalb der Säulenkapitells.

Stimmt ihr mir zu?
chieti.jpg
Tiati_1.jpg
Zuletzt geändert von antoninus1 am Mi 23.06.21 12:40, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß,
antoninus1

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Amentia
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Re: 2 Münzen aus Teate - Transferstempelfälschung?

Beitrag von Amentia » Mi 23.06.21 11:21

Es wäre eine Stempelstudie erforderlich um zu unterscheiden von Details welche da sind aber nicht da sein sollten ( individuelle Charakteristika der Mutter vom Prägen, Zirkulation, Umwelteinflüssen etc.) und Details welche fehlen aber da sein müssten, da sie in den echten Stempeln waren und dann noch Details welche z.B. falsch nachgeschnitten wurden und somit nicht auf echten Stücken sein dürfen.
Ich mag die obere Münze nicht nur sind die Bilder nicht so toll und ich wollte eine paar stempelgleiche Stücke, welche gut erhalten sind und möglichst verschiedene Stempelstadien widerspiegeln zuerst sehen um dann die Details zu rekonstruieren, welche in den verschiendenen Stempelstadien in den Stempeln waren und auf echten Stücken vorhanden sein sollten und welche Details gerade nicht präsent sein dürfen (individuelle Charakteristikas der Mutter bei Güssen und Transferstmpelfälschungen).

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antoninus1
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Re: 2 Münzen aus Teate - Transferstempelfälschung?

Beitrag von antoninus1 » Do 24.06.21 20:02

Vielen Dank für Deine Bemerkungen. Du meinst also, dass die wenigen Indizien nicht reichen, um die eine Münze als Fälschung zu bezeichnen?
Gruß,
antoninus1

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Amentia
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Re: 2 Münzen aus Teate - Transferstempelfälschung?

Beitrag von Amentia » Do 24.06.21 20:30

Bronzen werden leider häufig geglättet und leider auch manche nachgeritzt, dadurch können sich solche Stücke von echten Examplaren in Bezug auf Details unterscheiden.
Das müsst man hier erst mal ausschließen, dass das nicht einfach eine echte aber womöglich geglättete und nachgravierte/geritzte Münze ist.
Die Patina erinnert mich an die, welche bei manchen sizilianischen Transferstempelfälschungen zu finden ist und die Münze selbst auch nur, das zweifelsfrei zu beweisen dürfte schwierig werden, habe schon geschaut, konnte aber keine guen Bilder von gut erhaltenen Stücke von diesen Stempeln finden, wobei ich nur auf acseach geschaut habe in Museumssammlung könnten welche sein, das ist aber zeitintensiv.
Fälchungen erkennen ist eine Sache es zweifelsfrei zu beweisen ist leider viel schwieriger und nicht immer möglich (in Theorie mag es so gut wie immer oder immer möglich sein in der Praxis kann es leider sehr häufig viel zu zeitintensiv und teuer sein als dass es wirklich sinnvoll wäre).

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