Unbekannte Aes-Münze

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Constantinus
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Unbekannte Aes-Münze

Beitrag von Constantinus » Mo 07.01.08 19:15

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe mich in diesem Forum bislang vor allem durch Mitlesen hervorgetan (oder eben zurückgehalten) und nur wenige Kommentare abgegeben. Diesmal aber möchte ich Euch eine Münze vorlegen, bei deren Zuweisung ich bislang weitgehend im Dunklen tappe.

Es handelt sich dabei um eine römische Aes-Münze von 13-15 mm Durchmesser. Das Material ist, der auf den höchsten Stellen durchschimmernden rötlichen Farbe nach zu schliessen, Kupfer. Das Gewicht kann ich derzeit leider nicht bestimmen, da mir keine Waage zur Verfügung steht. Der Avers zeigt, ohne Legende, einen Kopf, vielleicht der Minerva, nach rechts; auf der Rückseite ist die Inschrift ROMA zu lesen.

Anfangs habe ich an eine bislang nicht verzeichnete Variante der im RIC II, S. 214-219 aufgeführten "Anonymous quadrantes" gedacht. Diese Stücke tragen im Unterschied zum vorliegenden Exemplar - und wie auf römischen Aes-Prägungen dieser Zeit nicht anders zu erwarten - aber ausnahmslos die Buchstaben SC. Auch eine Recherche auf coinarchives.com hat mir leider keine neuen Anhaltspunkte verschafft.

Ich bin Euch für jeden Hinweis dankbar.

Beste Grüsse
Constantinus
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antoninus1
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Beitrag von antoninus1 » Mo 07.01.08 20:35

Willkommen im Forum!
Und Du stellst ja gleich ein sehr interessantes (und mir leider unbekanntes) Stück vor. Ich habe das noch nie gesehen.

Eine Münze ist das nicht, also kein Quadrans. Der sollte tatsächlich das S C tragen. Ich meine, es könnte eine Tessera oder Marke sein.
Könnte das Stück auch aus Blei sein?
Hat jemand das Buch von Margaret Nolle oder Rostovzev über Tesserae?
Gruß,
antoninus1

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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » Mo 07.01.08 22:13

Wenn die Farben des Bildes stimmen, schaut das Stück eigentlich nicht nach Blei aus; das sollte doch irgendwie grau, allenfalls hellbraun, sein.
Da bin ich gespannt, was dabei rauskommt - so ein Stück hab' ich noch nie gesehen. Das wäre ja im Prinzip so ein Stück, wie es sich Anfänger wünschen - daß hinten so fett ROMA draufsteht... :)

Viele Grüße,

Homer
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areich
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Beitrag von areich » Mo 07.01.08 22:21

Aber sieht die Schrift nicht modern aus?

Constantinus
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Beitrag von Constantinus » Di 08.01.08 00:52

Habt vielen Dank für Eure Antworten. Erlaubt mir dazu einige Anmerkungen: Die Münze ist sicher aus Kupfer, Blei kommt als Material nicht in Frage.

Interessant scheint mir der Gedanke mit der Tessera, doch habe ich bislang auch in dieser Richtung nichts vergleichbares gefunden. Ich muss allerdings zugeben, dass ich weder die Werke von Nollé noch von Rostovzev konsultieren konnte.

Zur Echtheit: Das Stück stammt von einem seriösen und mir seit längerer Zeit bekannten Münzhändler, der die Münze als Bestandteil einer umfangreichen Sammlung angekauft hat. Die übrigen Stücke, unter denen sich auch seltenere und seltene Prägungen befinden, scheinen alle echt zu sein. Ich bin mir bewusst, dass das nichts heissen muss, aber wenigstens sprechen die Begleitumstände nicht gegen die Echtheit der Münze. Zudem scheint mir das Stück wirklich antik, soweit ich das nach zwölfjähriger Sammeltätigkeit beurteilen kann. Das Stück habe ich gekauft, weil ich mich nicht erinnern konnte, eine exakte Parallele schon einmal gesehen zu haben. Aber dass es so kompliziert werden sollte, konnte ich ja nicht ahnen... :?

Beste Grüsse,
Constantinus

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Beitrag von antoninus1 » Di 08.01.08 08:05

@areich: hm, kommt mir eher schon antik vor.

Ich gehe heute Abend zum ersten Mal zu einem Münzenstammtisch, zu dem i.d.R. auch Händler und Wissenschaftler kommen. Vielleicht kennt einer das Stück.
Gruß,
antoninus1

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Beitrag von areich » Di 08.01.08 08:49

Nichts für ungut, ich bin auf dem Gebiet eben Anfänger.

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Beitrag von antoninus1 » Di 08.01.08 09:20

Na, untertreib mal nicht :)
Gruß,
antoninus1

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Beitrag von Constantinus » Di 08.01.08 11:21

Heute ist mir in Anschluss an Antoninus1' Beitrag in den Sinn gekommen, dass die Tesserae zwar im RIC in der Regel nicht aufgeführt werden, wohl aber bei Cohen. Und siehe da: Das Stück ist dort, Band VIII, auf S. 271 unter der Nr. 44 aufgeführt. Definitiver Aufschluss über Funktion und Zeitstellung der Prägung ist damit natürlich nicht zu gewinnen, aber immerhin liegt mir jetzt ein brauchbares Literaturzitat vor.

Beste Grüsse,
Constantinus

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