Homer J. Simpson hat geschrieben:Der Marcus Aurelius ist wirklich hübsch, und was da genagt hat, war nicht der Zahn der Zeit, sondern Pfusch ab Werk. Da dürfte ein übler Schrötlingsriß dafür gesorgt haben, daß ein Teil des Metalls von Anfang an am seidenen Faden hing und sich recht bald verabschiedete.
Ich denke mal, daß von beiden Möglichkeiten ein Teil zum Zerfall beigetragen hat:
1). Im Prägemoment war der Schrötling schon zu stark abgekühlt, so daß ein Fließen des Münzmetalles nur noch ungenügend möglich war. Es bildeten sich Risse (die meist radial auf den Schrötlingsmittelpunkt zuliefen) durch die entstandenen inneren Spannungen. Diese Erscheinung ist generell bei römischen Antiken sehr häufig anzutreffen und sollte nicht unbedingt wertmindernd sein. Eine andere Möglichkeit zur Rissbildung kann auch eine ungünstige Legierungszuzsammensetzung sein, deren Fließfähigkeit mangelhaft ist (Man konnte ja damals so genau keine Analyse der Legierungsmetalle anfertigen, war also bei einer neu angesetzten Schmelze stets auf "Probeschläge" angewiesen, um die günstigste Temperatur im Prägemoment zu ermitteln, deren möglichst genaue Einhaltung wiederum Schwierigkeiten verursachte). Und nun zur
2). Möglichkeit: Nach dem Prägen einer solchen Münze (die sich durch Risse ausweist) steht das innere kristalline Gefüge unter starken Spannungen. Im Verlaufe von hunderten bis tausend und mehr Jahren zerfällt möglicherweise das Gefüge an den Grenzlinien der Kristalle, die sich in ihrer Größe übrigens auch nicht über lange Zeit stabil zeigen, die Münze wird innerlich "mürbe" . So kann es geschehen, daß in einer Sammlung plötzlich Münzen einen Riss aufweisen, die bisher keinen hatten oder Risse sich nach innen hin verlängern oder gar in getrennten Teilen auf dem Brett liegen. (Habe ich mehrfach schmerzlich bei Republik-Denaren erlebt).
Grüße von
drakenumi1
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)